Gegenwart trifft Zukunft: Doch Heidel bleibt bei Hinhaltetaktik

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Mainz/Gelsenkirchen - Manager Christian Heidel verlässt am Saisonende mit großer Wahrscheinlich den FSV Mainz 05. Schalke 04 soll sein neuer Arbeitgeber werden. Am Freitag kommt es zum Duell der Rheinhessen mit den Königsblauen.

Auf das Ende der Hinhaltetaktik von Christian Heidel werden die Fans des FSV Mainz 05 auch am Freitag vergeblich warten. Der Manager des Fußball-Bundesligisten hat schon vor der Partie der Rheinhessen gegen Schalke 04 (20.30 Uhr/Sky) zu Protokoll gegeben, dass er weder vor noch unmittelbar nach dem brisanten Duell seine Entscheidung über einen Verbleib beim FSV oder einen (wesentlich wahrscheinlicheren) Wechsel zu den Königsblauen verkünden wird.

Stattdessen ist Heidel vor der Begegnung vor allem darum bemüht, keine Zweifel an seiner Loyalität aufkommen zu lassen. "Ich habe nur ein Herz. Und ich weiß genau, für wen es am Freitag schlägt", sagte der 52-Jährige der Bild-Zeitung: "Ich wünsche mir wie bei jedem Spiel von Mainz 05 in den vergangenen 24 Jahren einen Sieg von Mainz 05."

Dass Heidel, der als Nachfolger von Horst Heldt angeblich einen Vierjahresvertrag mit einem Gehalt von zwei Millionen pro Jahr erhalten soll, heimlich schon seinem neuen Arbeitgeber in spe die Daumen drückt, weist der Mainzer Macher entschieden zurück. Nach eigenen Angaben wäre Heidel ein Sieg der Mainzer mit drei Toren Differenz, mit dem der FSV an Schalke vorbeiziehen würde, "sogar sehr recht". "Ich bin Manager von Mainz 05. Es ist meine Pflicht, alles dafür zu tun, dass Mainz 05 erfolgreich ist", äußerte der Sportchef: "Mich über einen Erfolg zu freuen, ist keine Pflicht, das ist ein Gefühl - und so fühle ich. Alles andere wäre doch nicht normal."

Als völlig normal sieht Heidel auch die Begegnung mit Heldt. "Ich schätze und respektiere Horst Heldt als Kollegen seit vielen Jahren. Und so habe ich mich bis heute auch verhalten. Daran wird sich nichts ändern", sagte der Manager, als dessen Nachfolger in Mainz Dirk Dufner gehandelt wird. Als Heidel seinen Dienst beim FSV antrat, wurden die Eintrittskarten am Bruchweg noch mit D-Mark bezahlt, der Klub spielte nahe am Absturz in die Bedeutungslosigkeit und ein gewisser Jürgen Klopp war gerade Stammspieler geworden.

Knapp ein Vierteljahrhundert später hat sich beim "Karnevalsverein" fast alles verändert - wegen und dank Heidels. "Der Star ist der Manager", titelte die Frankfurter Rundschau vor der laufenden Saison, der siebten seit dem Aufstieg. Doch obwohl dem Klub ein herber Verlust droht, sieht Präsident Harald Strutz seinen Verein auch ohne Heidel gut aufgestellt: "Der Verein hat in den vergangenen Jahren an Stabilität gewonnen. Es wäre fatal, den Eindruck entstehen zu lassen, wir wären ohne Christian Heidel führungslos."

Doch gerade die Führungsstärke Heidels ist der Aspekt, den sich Schalke-Boss Clemens Tönnies von Heidel verspricht - auch wenn es am Freitag laut des FSV-Managers kein Treffen geben wird: "Ich weiß nicht einmal, ob er kommt." - sid

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