S04-Stürmer hofft auf Durchbruch

Di Santo hat Frust vergessen: Positiv in den zweiten Anlauf

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Franco Di Santo (l.) will sich in seinem zweiten Jahr auf Schalke unter dem neuen Trainer Markus Weinzierl durchsetzen.

Mittersill - Sein erstes Jahr bei Schalke 04 war für Franco Di Santo zum Vergessen. Wechsel-Gedanken hatte er dennoch nicht. Er will sich durchsetzen - an der Seite von Klaas-Jan Huntelaar.

Es ist mehr als eine daher gesagte Floskel, wenn Franco Di Santo glaubwürdig sagt: „Ich bin ein positiv denkender Mensch.“ Im Schalker Trainingslager in Mittersill ist jeden Tag zu sehen, welch Frohnatur der Argentinier ist. Stets bester Laune. Zielstrebig. Offen. Einmal legte er mit den anwesenden Nachwuchs-Kickern der Knappen-Fußballschule spontan eine Kopfball-Einheit ein. Sein Auftreten beweist aber auch: Das vergangene Jahr ist abgehakt.

Denn die Vorsaison verlief für den 27-Jährigen alles andere als nach Plan. Mit einer 13-Tore-Empfehlung war er für rund sechs Millionen Euro von Werder Bremen zu den Königsblauen gewechselt, als Wunschspieler von Ex-Trainer Andre Breitenreiter. Doch die in ihn gesteckten Erwartungen erfüllte er nicht: Er kam auf magere zwei Bundesliga-Tore, zum Saison-Endspurt schaffte er meist gar nicht in den Kader. Es gehe schließlich nach dem Leistungsprinzip, ließ Breitenreiter durchblicken.

Das Verhältnis der beiden halt ohnehin als nicht das beste. „Ich weiß es nicht“, antwortet Di Santo rückblickend auf die Frage, was mit ihm in der Rückrunde passiert sei. Klar, „es war frustrierend für mich“. Ein Abschied im Sommer war für ihn aber nie ein Thema. In seinem ersten Jahr in Bremen sei ihm schließlich das Gleiche passiert, startete an der Weser auch erst in seinem zweiten Jahr durch – und empfahl so für S04. „Ich hoffe, dass sich das jetzt genauso ändern wird“, meint der Argentinier. „Das ist das, worauf ich und jeder auf Schalke wartet. Ich will hier Erfolg haben. Dafür arbeite ich zu 100 Prozent und versuche, dem Team zu helfen.“

Huntelaar kein Feind, sondern Vorbild

Im Idealfall natürlich mit Toren. So steht es ja auch in seiner Arbeitsbeschreibung als Angreifer. Genaue Anforderungen seines neuen Coach Markus Weinzierl habe er noch nicht erhalten. „Ich muss arbeiten“, wiederholt Di Santo und verweist darauf, mit Klaas-Jan Huntelaar und ihm zwei klassische Neuner zu haben: „Wir tun alles, um ums gegenseitig zu helfen. Ich sehe ihn nicht als Feind.“ Viel mehr sei der Niederländer für den 27-Jährigen ein Vorbild, „dem ich folgen kann. Er hatte große Erfolge nicht nur in diesem Verein, sondern in seiner gesamten Karriere.“

Wenn es darum geht, wen Weinzierl von beiden den künftig vorne aufstellen soll, gibt es für Di Santo nur eine Antwort: beide. „Das funktioniert gut“, erklärt der Argentinier – und hat noch einen kleinen Seitenhieb in Richtung Breitenreiter parat: „Zu Beginn der vergangenen Saison haben wir zusammengespielt und viele Spiele gewonnen. Danach haben wir das System gewechselt und sind nicht mehr so gut aufgetreten. Mit dem Hunter zu spielen, ist kein Problem für mich.“ Was der jüngste 2:1-Sieg im Test gegen Bologna unterstrich, als beide Stürmer auf dem Platz standen und Di Santo per Kopf erfolgreich gewesen war.

Auch das scheint dem 27-Jährigen Auftrieb zu geben. Da stört ihn auch nicht, dass Weinzierl bereits mit Huntelaar gesprochen und ihm klargemacht hatte, dass er auf ihn setzten will. „Nein“, antwortet Di Santo darauf, ob der Trainer mit ähnlichen Worten auch auf ihn zugekommen sei. Verbittert klang er dabei keineswegs. Er ist überzeugt, dass ihm der Durchbruch auf Schalke im zweiten Anlauf gelingen wird. Schließlich ist er ein positiv denkender Mensch.

Ticker: Schalke 04 im Trainingslager in Mittersill

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