Schalkes neuer Rechtsverteidiger

Coke auf den Spuren von Raul

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Schalkes Neuzugang Coke ließ sich die Übungen von Sascha Riether auf Spanisch erklären und übersetzen.

Mittersill - Coke ist im Trainingslager eingetroffen und brannte förmlich auf seine erste Einheit mit Schalke 04. Sein Wechsel mit Königsblau hängt auch etwas mit Raul zusammen.

Er spricht ausführlich mit seinen Teamkollegen. Gibt Anweisungen. Lobt sie bei guten Aktionen. Muntert auf, wenn es nötig ist. Wer genau hingeschaut hat, könnte meinen: Jorge Andújar Moreno alias „Coke“ ist schon lange beim FC Schalke 04. Dabei absolvierte der Neuzugang am Donnerstagvormittag im Trainingslager in Mittersill gerade einmal seine erste Einheit im königsblauen Dress, am Abend gab er beim Testspiel-Sieg gegen Bologna sogar bereits sein Debüt in Königsblau. Coach Markus Weinzierl meinte direkt: "Man hat gesehen, dass er uns weiterhelfen kann."

All das beweist: Die Vorschusslorbeeren von Christian Heidel scheinen ihre Berechtigung zu haben. „Als Führungsspieler wird er für das Gefüge unseres Teams sehr wichtig werden können“, hatte der Sportvorstand gesagt. Dass Sevillas Manager Monchi von einem Fehler sprach, Coke und damit nicht nur den Kapitän, sondern „das Herz der Mannschaft“ zu verkaufen, unterstreicht das.

Der 29-Jährige selbst brennt förmlich auf seine neue Aufgabe. Gleich nach seiner Ankunft in Österreich gab es eine Teambuilding-Maßnahme, bei der Flöße gebaut werden mussten. Ein ungewöhnlicher Start, aber auch kein allzu verkehrter. „So konnte ich die Jungs außerhalb des Platzes schon einmal ein bisschen kennenlernen“, sagt er. Dennoch waren ihm die Fußballschuhe am Morgen danach lieber: „Ich war jetzt einige Tage in Sevilla, ohne zu trainieren. Deswegen war ich nach meiner ersten Einheit sehr glücklich.“

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Sicherlich auch, damit die Wehmut weicht. Bei seiner Abschieds-Pressekonferenz kamen Coke die Tränen. Dennoch ist er überzeugt von seinem Schritt: „Ich habe in meiner Karriere bisher ausschließlich in Spanien gespielt und hatte zuletzt in Sevilla fünf wundervolle Jahre. Mit 29 ist der Moment gekommen, um etwas zu verändern.“ Um ein neues Land kennenzulernen. Neue Kulturen. Einen neuen Klub. „Als ich von dem Interesse von Schalke hörte, musste ich nicht lange überlegen“, erzählt der Rechtsverteidiger.

Escudero informiert Coke über Schalke

Denn Königsblau war ihm keineswegs unbekannt. „Ich bin Fan von Raul, und jeder Fan von Raul kennt die Geschichte von Schalke“, erklärt Coke. Auch sein Teamkollege und Ex-Schalker Sergio Escudero habe ihn in seiner Entscheidung bestärkt: „Er hatte mir nur Gutes über seine Zeit hier berichtet.“ Führungsansprüche auf dem Platz will er derweil noch nicht stellen. Er wolle einfach der Mannschaft helfen. Auch auf dem Weg zu Titeln? Immerhin gewann der Spanier mit Sevilla zuletzt dreimal in Folge die UEFA Europa League. Mit Schalke könnte er persönlich Nummer vier nachlegen. „Kein Problem“, sagt er lachend, ergänzt dann ernster: „Ich weiß nicht, ob es möglich ist. Aber wir werden sicher dafür arbeiten.“

Das gilt auch für die Kommunikation. In seiner ersten Einheit erklärte ihm Sascha Riether die Übungen, „er spricht gut Spanisch“, erklärt Coke: „Mein Englisch ist nicht so gut, und mein Deutsch ist grauenhaft.“ Das will er aber schleunigst ändern und in Gelsenkirchen Fuß fassen. Mit seiner Freundin will er sich nach einer dauerhaften Unterkunft umschauen.

Großen Luxus braucht er nicht. In Sevilla lebte er nicht etwa in einer noblen Villensiedlung, sondern mitten in der Innenstadt. Um die Kultur der Region besser aufzusaugen, Ein Arbeiter ohne Allüren, aber mit speziellen fußballerischen Fähigkeiten und einer lockeren Art. Und damit mit dem Potenzial, zum Publikumsliebling zu werden. Wie Raul.

Ticker: Schalke im Trainingslager in Mittersill

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