Geis und Kolasinac

Zwei "Härtefälle" trumpfen auf

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Johannes Geis hatte im Schalker Mittelfeld beim Sieg gegen Salzburg den Durchblick.

Gelsenkirchen - Zuletzt fanden sich Johannes Geis und Sead Kolasinac meist auf der Schalker Ersatzbank wieder. Beim Sieg gegen Salzburg bekamen sie ihre Chance in der Startelf - und nutzten sie.

Die Idee fand Sead Kolasinac dann doch gar nicht so schlecht. Auf die Frage, ob Leon Goretzka dem Linksverteidiger nun einen ausgeben müsse, meinte Kolasinac grinsend: „Vielleicht rede ich noch einmal mit ihm.“ Grund zum Lächeln hatte der 23-Jährige gleich mehrere. Nicht nur, dass er beim 3:1-Sieg seines FC Schalke 04 in der Europa League gegen den FC Red Bull Salzburg das 1:0 durch Goretzka vorbereitete und seinem Teamkollegen das erste Tor im Europapokal überhaupt auflegte.

Für Kolasinac war es die Krönung seines gelungenen Auftritts. Nach Wochen, die für den Bosnier nicht einfach gewesen waren. Seit dem ersten Spieltag hatte er nicht mehr in der Startelf gestanden, wohl wegen seiner oft schwankenden Leistungen. „Diese Situation“, sagte der Linksverteidiger, „muss man im Fußball annehmen. Da muss man im Training immer weiter an sich arbeiten, das habe ich gemacht.“ Mit Erfolg. Trainer Markus Weinzierl gab ihm gegen Salzburg die Chance – und er nutzte sie. „Ich bin froh, dass ich der Mannschaft helfen konnte“, meinte Kolasinac. Nicht allein wegen seines Assists. Auch ansonsten präsentierte sich der agile Bosnier kampfstark, arbeitete defensiv gut und schaltete sich immer wieder gefährlich in die Offensive ein. Kurz vor der Halbzeit hätte er beinahe auch noch als Torschütze geglänzt, wenn sein Abschluss das Tor nicht um Haaresbreite verpasst hätte. (Der Ticker zum Nachlesen)

Stärkung für den Charakter

Schalke hatte aufgrund des Konkurrenzkampfes im Kader aber gleich mehrere „Härtefälle“, die Weinzierl schon im Vorfeld angekündigt hatte. Johannes Geis, der nach seinem Hänger in der vergangenen Saison wieder voll durchstarten wollte, stand gegen Salzburg erst zum dritten Mal in dieser Serie in der Startelf. In Berlin gab es für ihn sogar nur einen Platz auf der Tribüne. Gerade auf seiner Position im defensiven Mittelfeld ist die Konkurrenz mit den Verpflichtungen von Nabil Bentaleb und Benjamin Stambouli noch größer geworden. Das Duo hatte seine Sache vor allem gegen Bayern und Nizza mehr als ordentlich gemacht haben. Zum Nachteil von Geis. „Im Fußball gibt es immer Aufs und Abs“, erklärte der 23-Jährige: „Daraus lernt man und wird auch vom Charakter her stärker.“

Schalke 04 feiert 3:1-Sieg gegen Salzburg

Wie Kolasinac bekam auch Geis gegen Salzburg seine Chance – und enttäuschte nicht. Er verlieh dem Schalker Spiel Struktur, verteilte gute Bälle, variierte mit Seitenwechseln – und seine Standards waren einmal mehr gefährlich. „Ich habe gewusst, dass irgendwann wieder die Chance für mich kommen würde, dann muss man sie auch nutzen, für die Mannschaft da sein und gut spielen“, meinte Geis, der den Sieg nicht nur für das Team, sondern auch für sich persönlich als „sehr wichtig“ empfand. Nur allzu gerne für er auch am Sonntag gegen Borussia Mönchengladbach (17.30 Uhr bei uns im Live-Ticker) seinen Teil dazu beitragen, um auch in der Bundesliga endlich zu punkten. „Egal, wer auf dem Platz steht, da wird jeder 100 Prozent geben“, verspricht er. Und bewarb sich damit für die Startelf.

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