Ex-Coach der Schalker

Breitenreiter bereut Draxler-Verkauf - Wechsel von Sané verfrüht

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Ex-Schalke-Coach Andre Breitenreiter (l.) hält den Wechsel von Leroy Sane für verfrüht.

Hamm - Schalkes Ex-Coach Andre Breitenreiter hat eine klare Meinung zum Verkauf von Leroy Sané. Auch im Fall Julian Draxler hätte er heute anders gehandelt. S04 sieht er derweil gut aufgestellt.

Julian Draxler ist in diesen Tagen nahezu ständig in den Schlagzeilen. Der Offensivkünstler will den VfL Wolfsburg verlassen, Paris Saint-Germain galt als möglicher Abnehmer. 

Trotz des wiederholten Wechselwunsches des 22-Jährigen lassen die Niedersachsen den Nationalspieler nicht ziehen. Geht es nach seinem ehemaligen Coach bei Schalke 04, hätte er auch gar nicht erst dorthin transferiert werden sollen. "Heute würde ich unterschreiben, dass Draxler damals hätte bleiben sollen", beteuert Andre Breitenreiter bei Sky Sport News HD. "Denn letztendlich geht es um sportliche Qualität. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, dass die Champions League Pflicht ist, und da hätte ich natürlich auf die bestmögliche Qualität gesetzt." Er zeigt aber auch Verständnis: "Wenn Angebote in dieser Höhe eintreffen, dann kann ich sehr gut nachvollziehen, dass der Verein entsprechend handelt." Vor allem, wenn es darum gehe, damit auch Verbindlichkeiten abzubauen.  

Dass Schalke jetzt auch noch Eigengewächs Leroy Sané an Manchester City verkauft hat, kann Breitenreiter zu diesem Zeitpunkt ebenso wenig nachvollziehen. "Er hat noch nicht viele Spiele gehabt, und ich finde, der Transfer ist ein stückweit zu früh", so der Ex-Trainer der Königsblauen. "Sané hätte noch große Möglichkeiten gehabt, in seiner persönlichen Entwicklung einen Schritt weiter zu machen, auf konstantem Niveau über eine Saison zu spielen und sich dann mit den Besten der Welt zu messen."

"In Schwachstellen reinvestiert, die wir auch ausgemacht hatten"

Wenn er schon über Schalke 04 spricht, darf seine persönliche Zeit dort natürlich nicht außen vor bleiben. Und von der profitiere der Klub seiner Ansicht nach heute noch. "Unser Auftrag war es letztes Jahr, eine junge Mannschaft und einige Führungsspieler zu entwickeln und aufzubauen. Ich denke, wenn wir letztes Jahr eine der jüngsten Mannschaften in der Liga hatten, ist es uns durchaus gelungen, die jungen Spieler weiterzuentwickeln und besser zu machen. Das Ergebnis sieht man jetzt zum Teil auch." Irgendwie hänge damit ja auch der Transfer von Sané zusammen. "Schalke hat jetzt sehr viel Geld in die Hand genommen und das Geld für Leroy in Schwachstellen reinvestiert, die wir auch ausgemacht hatten", meint er: "Es ist für mich sehr beeindruckend, dass so hervorragende Spieler verpflichtet wurden."

Kader und Rückennummern des FC Schalke in der Saison 2016/2017

Auch wenn er nach nur einem Jahr der Neu-Ausrichtung zum Opfer gefallen war und deshalb freigestellt wurde: Nachtreten will Breitenreiter nicht. Er finde es gut, dass Manager Christian Heidel jetzt jeden Stein umlegen wolle. "Es müssen sich Dinge verändern", sagt er und betont: "Das war auch mein Bestreben im letzten Jahr. Für mich war erst einmal wichtig, die Mannschaft auf die richtige Spur zu kriegen. Denn die war sehr vergrault den Fans gegenüber. Die Stimmung war eisig. Da habe ich die oberste Priorität gesehen."

Der große Erfolg blieb jedoch aus. Damit dieser in Zukunft da sei, sei nun "viel Geld in die Hand genommen worden. Das Geld wurde reinvestiert und letztendlich hat man auf Führungsqualität und Fachkräfte gesetzt - die uns definitiv letztes Jahr gefehlt haben." Ein bisschen Kritik ist eben doch rauszuhören.

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