Niederlage gegen Rekordmeister

Aufbaugegner Bayern: Schalke schöpft Mut

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Der Auftritt seiner Schalker stimmte Trainer Markus Weinzierl zuversichtlich.

Gelsenlirchen - Applaus von den Fans, Lob von Heidel und Weinzierl: Trotz des Null-Punkte-Starts schöpft Schalke Mut aus der eigenen Leistung. Die Neuzugänge heizen den Konkurrenzkampf an.

Christian Heidel war "beeindruckt", und auch Neuzugang Naldo saugte die "fantastische Stimmung" auf. "Wenn wir kämpfen, wenn wir leidenschaftlich spielen, wenn wir alles geben, dann springt der Funke auch auf die Tribüne über", sagte der Innenverteidiger des FC Schalke 04. Trotz des 0:2 gegen Bayern München und des Null-Punkte-Saisonstarts applaudierten die Fans noch lange nach dem Abpfiff und zollten den Profis Respekt für den Kampf, den sie dem am Ende effektiveren Gegner geliefert hatten.

"Wenn jemand gekommen wäre, der das Spiel nicht gesehen hat, hätte er geglaubt, wir hätten das Spiel gewonnen. Das habe ich in dieser Art selten erlebt", lobte Sportvorstand Heidel den Zuspruch der Fans, der dem Team guttue. "Und wenn es 0:0 ausgegangen wäre, hätten die Spieler in der Kabine gestanden und gesagt: War das geil!"

Ausgerechnet der Rekordmeister, der das Topspiel am Freitag durch die späten Tore von Robert Lewandowski (81.) und Joshua Kimmich (90.+2) gewann, dient den Knappen als Stimmungsaufheller. Kampfmodus statt Kapitulation: Benedikt Höwedes kennt die Schalker Seele, weiß, dass die Anhänger Einsatz, Willen, Leidenschaft und Kampf erwarten.

Mentalität ergänzt fußballerische Qualität

"Wir haben das Schalke gesehen, das wir sehen wollen. Das haben die Fans wahrgenommen und honoriert", sagte der Kapitän nach dem frappierenden Wandel des Teams, das sich beim 0:1 in Frankfurt zwei Wochen zuvor noch leb- und kraftlos präsentiert hatte.

Danach hatte Heidel die Einstellung einiger Profis in Frage gestellt und Selbstüberschätzung angeprangert. Nun fiel sein Urteil anders aus: "Die Mannschaft hat fußballerische Qualität. Jetzt muss die Mentalität dazu kommen. Das war heute so."

Umstellungen erweisen sich als richtig

Dazu trugen mutige Entscheidungen von Markus Weinzierl bei seiner Bundesliga-Heimpremiere bei. Das Team gleich auf sechs Positionen umzukrempeln, erwies sich als richtig. Ob Linksverteidiger Abdul Rahman Baba, die beiden kampf- und laufstarken Sechser Nabil Bentaleb und Benjamin Stambouli oder Flügelspieler Jewgeni Konopljanka - alle Neuzugänge überzeugten und werden den Konkurrenzkampf weiter anheizen.

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Stark präsentierte sich auch Leon Goretzka, der nach seiner in Brasilien erlittenen Schulterverletzung für den ebenfalls mit Olympia-Silber dekorierten Max Meyer auf die "Zehn" rückte. Matija Nastasic verlieh der Abwehr in seinem ersten Spiel nach mehr als einem Jahr Verletzungspause (Achillessehnenriss) mehr Stabilität. Später sorgte auch noch Sturmhoffnung Breel Embolo für Belebung.

Lob für die Neuen

"Es waren viele Neue dabei, die einen klasse Job gemacht haben und sehr schnell ins Spiel gefunden haben", lobte Höwedes. "Wir haben Bayern in Bedrängnis gebracht. Genau das brauchen wir auch in den kommenden Spielen. Es steht ja nicht jeden Tag Bayern München auf dem Programm. Deswegen bin ich guter Dinge."

Zwar hatte die Elf wegen der Länderspielpause kaum Gelegenheit, sich aufeinander einzustimmen. Doch es funktionierte, bis die Kraft nachließ. "Wir waren 80 Minuten nicht schlechter als die Bayern, haben sie vor viele Aufgaben gestellt", meinte Weinzierl, der nur mit dem Ergebnis und den ausgelassenen Chancen wie bei Klaas-Jan Huntelaars Lattenknaller haderte. Dennoch blickt auch der Coach dem Europa-League-Auftakt bei OGC Nizza am Donnerstag und den anstehenden Englischen Wochen nun zuversichtlicher entgegen: "Genauso müssen wir in den kommenden Partien agieren, dann werden wir auch punkten."

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