0:3-Niederlage gegen Donezk

Schalkes Eurofighter erleben einen verheerenden Crash

Fußball, Europa League, K.o.-Runde, Zwischenrunde, Rückspiele: FC Schalke 04 - Schachtjor Donezk am 25.02.2016 in der Veltins Arena, Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen). Schalkes Leon Goretzka liegt verletzt nach einem Foul am Boden und hebt dabei seinen Arm. Foto: Guido Kirchner/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Schalke (hier Leon Goretzka) am Boden: Mit 0:3 unterlag der S04 am Abend gegen Donezk und schied damit aus der Europa-League aus.

Gelsenkirchen - Joel Matip schlich schuldbewusst vom Platz. Trainer André Breitenreiters schüttelte nur noch mit dem Kopf - und die Schalker Fans verließen regelrecht entsetzt die Arena: Nach fürchterlicher Leistung schied der FC Schalke 04 durch ein 0:3 (0:1) im eigenen Stadion in der Zwischenrunde der Europa League gegen Schachtjor Donezk aus. Es war keine Bruchlandung, die die einstigen Euro-Fighter damit erlitten, sondern ein verheerender Crash.

Der ansonsten so eloquente Ralf Fährmann zeigte sich nach dem Abpfiff geradezu sprachlos: „Mir fehlen ein bisschen die Worte. Ich bin sehr ernüchtert“, sagte der Schalker Keeper direkt nach dem Schlusspfiff. Und Trainer André Breitenreiter sagte: „Wir schießen in zwei Spielen kein Tor, dann kann man natürlich nicht weiterkommen. Ich bin sehr enttäuscht.“

Max Meyer und Eric Maxim Choupo-Moting waren am Donnerstag wie erwartet ausgefallen. Dafür hatte Leon Goretzka einen letzten Test am Vormittag bestanden und in der Startelf gestanden. Für Choupo-Moting rückte Leroy Sané zurück in die Startelf, der zuletzt nur recht durchwachsene Darbietungen gezeigt hatte, aber letztlich wie schon beim 0:0 im Hinspiel eine Woche zuvor erneut keine Bäume ausriss.

Es zeigte sich gegen Donezk mal wieder, woran das Schalker Spiel derzeit leidet. Vor allem in der Offensive gelingt es den Blau-Weißen viel zu selten, ihre oftmalige, spielerische Überlegenheit in Tore umzumünzen. Auch, weil das Team derzeit vom Pech verfolgt scheint. Zwei Beispiele dafür waren ein Freistoß aus gut 20 Metern von Johannes Geis, der vom Innenpfosten zurück ins Feld hüpfte. Und in einer nicht so relevanten, aber für die Schalker derzeit typischen Szene, als ein von Donezk abgewehrter Ball vor die Eckfahne trudelte – und eben nicht ins Tor-, sondern ins Seitenaus abgelenkt wurde: Einwurf statt Eckball. Younes Belhanda hatte ebenfalls eine hervorragende Möglichkeit, das Spiel frühzeitig in die richtige Bahn zu lenken. Doch sein Schuss von der Strafraumgrenze (7.) war zu unplatziert, Schachtjor-Keeper Andriy Pyatov parierte. „Danach haben wir einen Gang zurück geschaltet, warum auch immer“, haderte Breitenreiter. 

Wie spielerisch leicht sah dagegen der Führungstreffer für die Ukrainer aus: Nach einem Ballverlust von Sané in der Offensive ließ Viktor Kovalenko Joel Matip stehen, passte weiter auf Facundo Ferreyra, der im Schalker Strafraum quer auf Marlos spielte: Der Brasilianer bugsierte den Ball zum 0:1 ins Netz (27.). Doch das war es noch nicht mit den schlechten Nachrichten für die Knappen: Kurz vor dem Pausenpfiff musste Leon Goretzka verletzt vom Platz, er zog eine Schultereckgelenk-Verletzung zu und wird wohl viele Wochen ausfallen. 

Breitenreiter reagierte nach dem Wechsel mit einigen Umstellungen, die jedoch auch fruchtlos blieben – ebenso wie die Einwechslungen der Offensiv-Kräfte Franco Di Santo und Sidney Sam. In der 63. Minute war es dann ausgerechnet der zuletzt so konstant stark spielende Joel Matip, der das Schalker Aus im europäischen Wettbewerb einleitete: Der Deutsch-Kameruner, der im Sommer zum FC Liverpool wechselt, vertendelte den Ball an Taison. Dessen Zuspiel verwertete Ferreyra zum 0:2 (63.). „Das hat uns das Genick bebrochen“, sagte Breitenreiter. Das 0:3 durch Kovalenko nach einem Konter in der 77. Minute hatte den noch übriug gebliebenen Schalker Fans in der Arena die Laune dann endgültig verhagelt. 

Unter dem Strich war es eine Demonstration der Abgezocktheit und Kaltblütigkeit, die Donezk gegen ein völlig verunsichertes Schalke ins Achtelfinale brachte. Die Blauweißen können sich jetzt theoretisch voll und ganz auf die Bundesliga konzentrieren – doch das dürfte nach dieser Vorführung schwer fallen. Am Sonntag (19.30 Uhr/Sky) geht es zur Eintracht nach Frankfurt.

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