Entscheidung in Werl

Schalke-Aufsichtsrat macht Heidels Verpflichtung perfekt

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Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies (links) und Christian Heidel (rechts) trafen sich gestern im Hotel in Werl. In der Mitte Heidels Assistent Axel Schuster.

Werl - Es stieg zwar kein weißer Rauch aus den Kaminen des Sport- und Tagungshotels Maifeld in Werl, als Christian Heidel zu seinem Auto schlenderte. Doch war die Sache am Sonntag bereits um 12.25 Uhr so gut wie entschieden. Auch wenn die offizielle Bestätigung erst gut zwei Stunden später erfolgte: Der 52-Jährige wird im Sommer Horst Heldt als Manager des FC Schalke 04 ablösen.

Gut drei Stunden vor dem Anpfiff der Partie der Schalker gegen den VfB Stuttgart stand unwiderrufliche fest: „Der Aufsichtsrat wird Christian Heidel zur Saison 2016/17 zum Vorstand Sport und Kommunikation bestellen“, wie der Klub über alle möglichen Kanäle verbreiten ließ. 

Und der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies zeigte schlichtweg begeistert von dem Engagement: „Wir sind der Überzeugung, dass Christian Heidel mit seiner unbestrittenen sportfachlichen Kompetenz und Erfahrung, seinen erwiesenen Führungsqualitäten und seiner positiven Ausstrahlung der richtige Mann für den FC Schalke 04 ist“, jubilierte der starke Mann des Vereins: „Das war eine sehr gut und wichtige Entscheidung.“

Hotel in Werl als neutraler Ort

Als am Vormittag ein paar schwere Luxuskarossen auf den Parkplatz des Hotels in Werl gefahren waren, war klar gewesen, dass hier eine besondere Runde zusammenkommen würde. Das Gremium unter Vorsitz von Clemens Tönnies, das ansonsten in Rheda-Wiedenbrück oder Gelsenkirchen tagt, hatte die Sitzung wahrscheinlich aus Geheimhaltungsgründen an einen neutralen Ort verlegt. Doch wie so oft auf Schalke blieb es mit der Geheimhaltung so eine Sache: Denn schnell hatten sich einige Pressevertreter vor dem Hotel versammelt.

Zweieinhalbstündiges Gespräch

Insgesamt zweieinhalb Stunden sprachen die Mitglieder des Aufsichtsrates mit Heidel und seinem Assistenten Axel Schuster. „Es gab viele Antworten auf viele Fragen“, sagte Heidel: „Es war insgesamt sehr stimmig.“

Der 52-Jährige, der insgesamt 24 Jahre im Dienst des FSV Mainz 05 stand, habe sich nach eigener Aussage „vorgestellt und gesagt, wie ich arbeite. Da waren ja Leute dabei, die mich noch gar nicht gekannt haben“. Dabei habe er nicht den Eindruck gehabt, „dass es irgendwelche Vorbehalte gibt“. Weniger sei es bei der Besprechung um ein bestimmtes Konzept gegangen. „Mit dem Wörtchen Konzept bin ich vorsichtig“, sagte Heidel: „Wichtig ist, dass der Klub ein Konzept hat und der Manager dazu passt.“ Am Ende der Zusammenkunft befand Heidel: „Es ist alles besprochen.“

Keine Opposition gegen Heidel

Was zuvor als „Stunde der Wahrheit“ bezeichnet worden war, lief unter dem Strich offenbar sehr harmonisch ab. Eine Opposition gegen Heidel – wie von einigen Medien vermutet – hatte es im Aufsichtsrat nicht gegeben: Das Votum fiel mit einer politischen Mehrheit aus: Acht Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen. Als das Ergebnis durchsickerte, da saß Heidel bereits wieder in seinem schwarzen Mercedes (mit Mainz 05-Aufkleber) auf dem Rückweg nach Mainz.

Gleichberechtigtes Vorstandsmitglied

Heidel wird als eines von drei gleichberechtigten Vorstandsmitglieder den Verein nun mit Peter Peters (Finanzvorstand) und Alexander Jobst (Marketingvorstand) leiten. „Es war übrigens nie geplant, Christian Heidel zum Vorstandsvorsitzenden zu machen“, fügte Tönnies am Sonntag noch einmal ausdrücklich an.

Heidel übernimmt spätestens im Mai

Die Frage wird nun sein, wann Heidel seine Arbeit für Schalke aufnehmen wird. Tönnies betonte zwar: „Der Horst wird die Saison ganz normal zu Ende machen.“ Die Kaderplanung für die kommenden Saison dürfte aber bereits im vollen Gange sein. Bislang hatte Noch-Manager Horst Heldt stets beteuert, „mit allen Kompetenzen“ seinen im Sommer auslaufenden Vertrag erfüllen zu können. Eine Absprache mit seinem designierten Nachfolger Heidel hatte der 46-jährige Heldt stets abgelehnt. Klar ist aber jetzt, dass Heidel spätestens im Mai nach dem letzten Meisterschaftsspiel übernehmen wird.

Personalie Roman Neustädter

Nach der Verlängerung des Vertrages von Kapitän Benedikt Höwedes und der Entscheidung von Joel Matip, im Sommer zum FC Liverpool zu wechseln, drängt es aktuell nur noch in der Personalie Roman Neustädter, dessen Vertrag im Sommer ausläuft. Zudem muss auch mit Eric Maxim Choupo-Moting und Sead Kolasinac, deren Verträge 2017 auslaufen, verhandelt werden: Entweder über eine vorzeitige Verlängerung oder einen vorzeitigen Wechsel.

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