Breitenreiter sucht nach aufmunternden Tatsachen

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Trainer André Breitenreiter wartet mit Schalke 04 seit fünf Bundesliga-Spielen auf einen Sieg.

Gelsenkirchen - Es klang durchaus ein wenig Neid mit in der Stimme, als André Breitenreiter auf Nachfrage ein paar Worte zum kommenden Gegner verlieren sollte: „Hannover hat sehr viel Selbstvertrauen getankt am vergangenen Wochenende“, sagte der Schalker Trainer.

Die Niedersachsen hatten 4:0 gegen Ingolstadt gewonnen.

Wie es im Heimspiel gegen Hannover 96 am Freitagabend (20.30 Uhr) um das Selbstvertrauen der eigenen Truppe bestellt sein wird, ist indes fraglich. Seit fünf Bundesliga-Spielen sind die Schalker mittlerweile ohne Sieg, und auch wenn die Leistung zuletzt bei Bayer Leverkusen eine durchaus ansprechende war, so stand unter dem Strich wegen des unglücklichen Eigentors von Sascha Riether in der Schlussphase zum 1:1-Endstand doch nur ein Remis. Breitenreiter sucht so mittlerweile in der Historie nach aufmunternden Tatsachen.

30 Punkte wären historisch

So erinnert der Trainer daran, dass Schalke im Falle von drei Siegen in den verbleibenden drei Spielen bis zur Winterpause auf 30 Punkte käme. „Und das hat es in den vergangenen acht Jahren nur zwei Mal gegeben“, so der 42-Jährige. Allerdings müssen diese Spiele gegen Hannover, beim FC Augsburg und schließlich gegen 1899 Hoffenheim dazu erst noch gewonnen werden. Und Breitenreiter weiß selbst: „Diese Teams sind schwer zu bespielen.“ Der Schalke-Coach kann immerhin wieder mit Johannes Geis planen, der seine lange Sperre nach dem üblen Foul am Gladbacher Andre Hahn (Schienbeinkopf-Fraktur) abgesessen hat und zuvor zu den Säulen der Schalker Mannschaft gehört hatte. Doch Breitenreiter ist sich darüber bewusst, dass so eine lange Pause Nachwirkungen hat: „Er hat zwar zwei Mal in der Europa League gespielt, doch wird Johannes erst einmal seinen Rhythmus wiederfinden müssen.“ Dass die rüde Aktion gegen Hahn und die empörten Reaktionen auf das Foul in der Öffentlichkeit Auswirkungen auf die künftige Spielweise von Geis haben wird, glaubt Breitenreiter nicht: „Es war ja bei seinen Einsätzen in der Europa League auch nichts zu spüren“, sagte Breitenreiter, der zudem noch darauf hinwies: „Johannes ist ein fairer Spieler und ein super Junge. Das zeigt der Umstand, dass er nach wie vor mit Hahn im Austausch ist.“ Derweil ist Horst Heldt gerade dabei, eine der lästigsten Personalien der vergangenen Monate endlich ad acta zu legen.

Boateng vor dem Abschied

Der noch bis zum Sommer 2016 laufende Vertrag des suspendierten Kevin-Prince Boateng soll nach Auskunft des Managers „in den nächsten zehn“ Tagen zum 31. Dezember aufgelöst werden. Der Deutsch-Ghanaer, der sich derzeit bei seinem Ex-Klub AC Mailand fit hält, war im Mai nach längeren Querelen suspendiert worden und wird definitiv keine Zukunft auf Schalke haben. „Wir haben da klare Prioritäten“, sagt Heldt: „Am wichtigsten ist, dass wir das Thema beenden.“ Laut Heldt habe die Vernunft mittlerweile die Emotionen in diesem Fall verdrängt, der deshalb optimistisch ist, dass wir „eine für beide Seiten gute Lösung finden“. Dem Vernehmen nach sollen zwischen beiden Parteien nur ein paar Details zu klären sein. Dabei geht es – wie immer – ums Geld.

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