Verletzungen und schwacher Saisonstart

Herbstdepression auf Schalke

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Die Verletzung von Schalkes Stürmer Breel Embolo überschattete das 1:1 der "Königsblauen" in Augsburg.

Gelsenkirchen - Am Sonntagabend, wenige Stunden nach seiner Operation, gab sich Breel Embolo schon wieder kämpferisch.

Auf Facebook postete der Schalker Stürmer das Foto von einem Löwen und schrieb: „Es geht mir schon ein wenig besser und ich sehe nur ein Ziel vor den Augen: so schnell wie möglich zurück auf den Platz.“ 

So schnell wie möglich wird bei dem 19-Jährigen allerdings dauern. Im schlimmsten Falle droht eine Trainingspause von sechs Monaten und damit das Saison-Aus. Eine genaue Prognose wird laut Angaben der Mediziner erst nach den ersten beiden Monaten in der Reha möglich sein. Das Foul des Augsburgers Kostas Stafylidis beim 1:1-Remis am Samstag sorgte für einen nachhaltigen Schaden im linken Bein des Schweizers: komplizierte Fraktur des Sprunggelenks, gebrochenes Wadenbein, Riss der Syndesmose und des Innenbandes – sozusagen ein orthopädischer Totalschaden, den der Schalker Neuzugang erlitt. 

Der viel beschworene Schalker Neustart steht somit weiter unter keinem guten Stern. Embolo ist nach dem Spanier Coke, der sich in der Saisonvorbereitung das Kreuzband gerissen hatte, der zweite neue Spieler, der für eine lange Zeit ausfällt. Hinzu kommt der katastrophale Start in der Bundesliga, in der die Blauweißen die ersten fünf Spiele verloren hatten. Das unter dem Strich enttäuschende Remis in Augsburg sowie die schwere Verletzung von Rekordtransfer Embolo, für den die Schalker im Sommer rund 22 Millionen Euro an den FC Basel überwiesen hatten, hat die Euphorie nach dem 4:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach wieder hinweg gefegt. 

Bilder von Schalkes Remis in Augsburg

Die Schalker stehen vor einer schweren Herbstdepression. Trainer Markus Weinzierl muss nun versuchen, die Stimmung aufzuhellen. Eine Mammutaufgabe nach all den Nackenschlägen, die die Schalker bekommen haben. Am Mittwoch reist die Mannschaft zunächst ins südliche Russland zum Europa-League-Spiel gegen den FK Krasnodar (Donnerstag, 19 Uhr). Zumindest durch diesen Wettbewerb sind die Knappen bislang schadlos gekommen. Die ersten beiden Gruppenspiele gegen den OGC Nizza (1:0) und den FC Salzburg (3:1) wurden gewonnen. Am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) steht dann das nächste Liga-Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 an. Vom Papier her stehen die Chancen für zwei Erfolgserlebnisse gut, doch es bleibt abzuwarten, wie die Schalker die jüngsten Rückschläge verkraften.

Zwei Siege wären sicherlich das beste Antidepressivum, zumal am 29. Oktober das Revierderby bei Borussia Dortmund ansteht. Auf dem Schalker Adventskalender, der seit kurzem auf dem Markt ist, ist übrigens auch Breel Embolo abgebildet, dazu in großen Lettern die nun zynisch wirkende Aufschrift „Frohe Weihnachten“. In welcher Stimmung der 19-Jährige das Fest verbringen wird, dürfte stark vom Heilungsverlauf abhängen. Der Zuspruch, den der Schweizer Nationalspieler in den sozialen Medien erhält, ist jedenfalls riesig. Und dürfte eine gute Medizin sein.

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