Remis beim FC Augsburg zweitrangig

"Absolute Katastrophe": Schalke nach Embolo-Verletzung unter Schock

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Hinrunde beendet: Breel Embolo zog sich in Augsburg einen Bruch des Sprunggelenks zu.

Augsburg - Die Bewertung nach dem Remis des FC Schalke 04 beim FC Augsburg gerät zur Nebensache. Die Verletzung von Breel Embolo überschattet alles. Markus Weinzierl tadelt seinen Ex-Spieler.

Ralf Fährmann hatte ziemlich spät von der Hiobsbotschaft erfahren. Erst, als sich der Keeper nach dem Auslaufen im Stadion den Fragen der Journalisten gestellt hatte, hörte er zum ersten Mal von der Diagnose seines Teamkollegen Breel Embolo: Bruch des linken Sprunggelenks. Dazu ein gebrochenes Wadenbein sowie einen Riss der Syndesmose und des Innenbandes. Damit wird der 19-Jährige dem FC Schalke 04 vier bis sechs Monate fehlen. Mindestens. Fährmann war nahezu sprachlos. „Das ist eine absolute Katastrophe“, meinte er.

Allein diese Reaktion zeigte, dass das 1:1 (0:0) der Königsblauen beim FC Augsburg zur Nebensache geraten war. Genau wie die Frage, ob Schalke eher einen Punkt gewonnen oder zwei verloren hätte. „Das überstrahlt den Tag“, sagte ein ebenso geschockter Manager Christian Heidel. „Das ist von Tragik kaum zu überbieten.“

Embolo lag nach einer Grätsche von Konstantinos Stafylidis kurz vor der Eckfahne minutenlang auf dem Boden, war anschließend per Trage vom Feld getragen und in die Hessingpark-Clinic gefahren worden, in der er noch am selben Abend operiert wurde und der vier- bis sechsmonatige Ausfall feststand. Ausgerechnet jetzt, wo er nach Anlaufschwierigkeiten im neuen Umfeld mit starken Auftritten überzeugte und sogar Klass-Jan Huntelaar auf die Bank verdrängte. Oder wie Heidel es formulierte: „Man hat gemerkt, dass der Junge in der Bundesliga angekommen ist und bis zu seinem Ausscheiden der auffälligste Spieler auf dem Platz war. Und jetzt kommt wortwörtlich dieser Bruch sein. Das ist eine ganz bittere Geschichte.“

Schuster entschuldigt sich

So bitter, dass sie auch Dirk Schuster sichtlich nahe ging. Augsburgs Coach entschuldigte sich für dieses Foul und tadelte Stafylidis: „Es war natürlich dämlich. Embolo rennt Richtung Torauslinie, er braucht nur dahinter zu bleiben. Ich denke, dass er ihn ziemlich unglücklich getroffen hat.“

Bilder von Schalkes Remis in Augsburg

Schalkes Coach Markus Weinzierl griff seinen ehemaligen Schützling ebenfalls an: „Ich kenne den Spieler und weiß, „dass er seine Gedanken nicht koordiniert. Er sieht einfach den Ball und hat Aggressivität. Dann passiert so etwas. Absicht unterstelle ich ihm nicht, aber Dummheit.“

Stafylidis entschuldigte sich anschließend wie schon sein Trainer bei Embolo und Schalke 04 via Instagram: "Ich spiele immer aggressiv gegen den Ball, aber ich habe nie die Absicht, meine Gegenspieler zu verletzen. Ich habe großen Respekt vor meinen Gegenspielern und vor dem Fußball, und deshalb spiele ich niemals unfair."

Schock saß im Schalker Spiel

Die beiden durchaus sehenswerten Tore von Schalkes Nabil Bentaleb (65.) und Augsburgs Daniel Baier (77.) gerieten dabei tatsächlich in den Hintergrund. Die Verletzung von Embolo tat dem Schalker Spiel nicht gut. „Es war ein Schock, der ein bisschen auch bei uns im Spiel saß“, sagte Kapitän Benedikt Höwedes. Dennoch – um dann doch noch einmal auf die Partie zurückzukommen – fühlte es sich vor allem bei Heidel nach verlorenen zwei Zählern an. „Wir hatten alle Möglichkeiten, das Spiel zu gewinnen“, meinte er.

Der Schalker Sportvorstand bezog sich dabei vor allem auf die Szene kurz nach der Führung der 67. Minute, als Yevhen Konoplyanka eine Großchance zum 2:0 ungenutzt gelassen hatte. "Dann wäre das Spiel entschieden gewesen, wir müssen einfach konsequenter werden", sagte Weinzierl. Auch Schuster räumte ein, in dieser Situation ein Geschenk verteilt zu haben: „Ein Gegner wie Schalke nutzt so etwas eigentlich aus.“ Taten sie an diesem Nachmittag nicht. Aber das war in diesem Fall ohnehin eher zweitrangig.

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