Leihgabe vom FC Chelsea

Baba-Hilferuf aus London auf Schalke erhört

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Abdul Rahman Baba, der neue Linksverteidiger des FC Schalke 04 mit der Nummer 14, fühlte sich im Trainingslager gleich wohl inmitten seiner Teamkollegen.

Mittersill - Weil Abdul Rahman Baba nicht in das Konzept des neuen Chelsea-Coaches passte, suchte er das Weite. Den Kontakt zu Schalkes Markus Weinzierl suchte er selbst.

Böse Worte zu verlieren liegt nicht im Naturell von Abdul Rahman Baba. Der neue Linksverteidiger des FC Schalke 04, dessen einjährige Leihe vom FC Chelsea seit Dienstag offiziell ist, tritt jenseits des Trainingsplatzes eher schüchtern und zurückhaltend auf. Dabei hätte er allen Grund, um nachzutreten.

Ein Jahr ist es her, dass er nach Stationen in Fürth und Augsburg zu den Blues gewechselt war, um auf der Karriereleiter gleich einmal ein paar Sprossen zu überspringen. Chelsea buhlte hartnäckig um Baba, überwies 25 Millionen Euro Ablöse an den FCA. Doch vor allem anfangs verbrachte er mehr Zeit auf dem Trainingsplatz als auf dem Spielfeld. Am Ende kam der 22-Jährige auf 18 Premier-League-Einsätze. „Ich hatte keine richtige Vorbereitung mit Chelsea und war nicht von Anfang an fit“, erklärte er: „Insgesamt war es ein gutes Jahr, auch wenn ich am Anfang nicht allzu viel Spielzeit hatte.“

Ein Neustart an der Stamford Bridge unter dem neuen Coach Antonio Conte war ihm ebenfalls nicht vergönnt. „Er hat mir gesagt, dass ich in seinem System vermutlich nicht regelmäßig spielen werde“, erklärte der Linksverteidiger. „Das ist nicht gut für mich, weil er defensiv spielen will. Und er weiß, dass ich sehr offensiv bin.“ Daher entschied er sich, England zu verlassen.

Baba spürt Vertrauen von Weinzierl

Was liegt da näher als sich bei dem Trainer zu melden, mit dem er in Augsburg gut zusammengearbeitet hatte und der jetzt auf Schalke tätig ist: Markus Weinzierl. Die Initiative sei von Baba selbst gekommen: „Markus hatte immer sehr viel Vertrauen in mich. Das war die beste Option für mich“, beteuerte der gebürtige Ghanaer. Baba hatte stets SMS- und Telefonkontakt mit Weinzierl, sodass schnell der Hilferuf folgte: Hol mich hier weg, ich brauche Einsatzzeiten.

Bilder vom Dienstag: Anweisungen für den Kapitän

Klar, die sind ihm auch bei S04 nicht garantiert. Doch Fakt ist: Das Flügelspiel der Schalker war zuletzt ausbaufähig, die Situation des Ex-Augsburgs kam S04 daher irgendwie gelegen. „Abdul ist ein offensivstarker Linksverteidiger, von dessen Qualitäten ich absolut überzeugt bin“, sagte Weinzierl: „Für unsere Mannschaft ist er zudem mit seiner Einstellung ein richtiger Typ.“

Besonderer Gruß von Asamoah

Gerald Asamoah setzte seinen Kumpel, mit dem er in Fürth zusammengespielt hatte, derweil gewissermaßen unter Druck. Die Schalke-Legende wünschte via Instagram viel Erfolg und appellierte mit Blick auf seine alte Rückennummer augenzwinkernd: „Mach' der 14 Ehre.“ So viele Tore werden es bei Baba nicht, „aber vielleicht Vorlagen“, meinte er lächelnd.

Freut mich riesig! Baba auf #Schalke! Viel Erfolg, mein Freund!!! Und mach' der 14 Ehre ✌️

Ein von Gerald Asamoah (@gerald.asamoah) gepostetes Foto am

Seine ersten Eindrücke während des Trainingslagers in Mittersill seien derweil durchweg positiv. „Die Jungs haben mich super aufgenommen“, berichtete er: „In den ersten Einheiten habe ich bereits gemerkt, dass wir eine Top-Qualität in der Mannschaft haben.“ Ohnehin sei die Bundesliga, in der mehr Fußball gespielt werde, eher sein Ding. „In der Premier League sind es mehr lange Bälle“, sagte Baba. Dennoch: Ob er auch über das einjährige Leihgeschäft hinaus in Königsblau auflaufen werde, mochte er nicht prophezeien: „Im Fußball weiß man nie“, meinte der 22-Jährige. Und blieb seinem Naturell auch bei dieser Frage treu.

Ticker: Schalke 04 im Trainingslager in Mittersill

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