Normalerweise schreibe ich die Kolumnen am gemütlichen Küchentisch meiner Mama - mit Blick auf den Garten und den Garagenhof. Im Gegensatz dazu schrieb ich diese in einer nahezu idyllisch-perfekten Destination.
Ein Kennzeichen der bundesdeutschen Journalismus-Lehre ist die so genannte "Trennungsregel", die Journalisten zur Trennung von Information und Meinung verpflichtet. Vor diesem Hintergrund könnte ich mir folgende Schlagzeilen zum letzten Spiel vorstellen: "Werne vergibt Siegeschance", "Hallen-Krimi mit schlechtem Ausgang" oder einfach "TV Werne verliert elftes Saisonspiel gegen die Jugendreserve von Schwerin". Gut, dass Kolumnen den subjektiven journalistischen Darstellungsformen zuzuordnen sind, sie sind nämlich Meinungsartikel.
Das gibt mir den Raum, meine Assoziationen und Überlegungen über das Spiel zu publizieren: Am Küchentisch, über meinen Schreibblock gebeugt, habe ich ein Brainstorming gemacht. In die Mitte des Blattes schrieb ich "TV Werne - 1. VC Parchim" und malte einen Kreis um die Worte.
In der Volleyballszene ist Werne für zwei großen Stärken bekannt: Für seine wirklich hervorragende Abwehr und seinen unbändigen Kampfgeist; da wir durchschnittlich eher zu den kleineren Mannschaften der Liga gehören, müssen wir versuchen, unsere körperliche Unterlegenheit mit unseren Stärken wett zu machen.
Das hat gegen Parchim auch wunderbar geklappt, es hat wirklich Spaß gemacht, auf dem Feld zu stehen und richtig guten Volleyball zu spielen, aber mangels erfolgreichen Ausgangs kann ich meinen Frust und meine Enttäuschung nicht vollständig verbergen.
Aber das müssen wir, wenn wir nächsten Samstag im "Münsterland-Lokalderby" den USC Münster II in Bedrängnis bringen wollen. Ich versuche, das gelungene Spiel als gutes Zeichen für die Rückrunde zu interpretieren und hoffe, dass wir uns bereits gegen Münster weiter steigern und uns auf unsere Stärken entsinnen werden: Auf geht's Werne - Kämpfen und Siegen! - Daniela Engel



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