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Die Sportler in Hamm trotzen der Kälte

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HAMM ▪ Bei Temperaturen von bis zu minus zwölf Grad hält der sibirische Winter auch in Hamm Einzug. Trotzdem wird fleißig weiter trainiert. Ob Kanuten, Rennradfahrer oder Leichtathleten, viele Sportler treibt es unbeirrt bei der eisigen Kälte nach draußen. Thermo-Bekleidung, Mützen und Handschuhe gehören da zur Pflichtausstattung.

Stephan Runte, Physiotherapeut des Fußball-Westfalenligisten Hammer SpVg, bereitet bei der Eiseskälte die Spieler besonders vor. Bevor es nach draußen geht, wird eine wärmende Lotion oder Öl auf die Haut aufgetragen. „Danach gibt es intensive durchblutungsfördernde Massagen für jeden“, so Runte. Besonders ein richtiges Aufwärmprogramm und Dehnübungen seien bei diesen Temperaturen wichtig, unterstreicht der Physiotherapeut.

„Es sollte wohl dosiert trainiert werden, und die Sportler sollten sich nicht ganz ausbelasten“, erklärt Dr. Arnulf Kleine, der Vorsitzende von Westfalia Rhynern und Orthopäde. Wenn man zu viel machen würde, bekomme man Probleme mit der Luft beim Einatmen, führt Kleine aus. Außerdem sollten sich die Aktiven eher zu warm anziehen, damit sie nicht auskühlen. Außerdem kommen die Muskulatur und Durchblutung bei Minusgraden nur langsam auf Touren.

Der NRW-Ligist Westfalia Rhynern setzt die Vorbereitung auf die Rückrunde unbeeindruckt fort. „Uns bleibt keine andere Möglichkeit“, begründet Trainer Björn Mehnert. Nur die Pausen während des Trainings werden verkürzt. „Die Spieler haben noch keinen Kälteschock erlitten. Sie tragen genug Kleidung“, sagt Mehnert und fügt mit einem Lachen hinzu: „Da bin ich als Coach gefährdeter, weil ich mich nicht so viel bewege wie meine Jungs.“

Beim 1. FC Pelkum hingegen wird derzeit nicht trainiert. „Wir haben keine feste Halle, und der Ascheboden unseres Platzes ist gefroren. Das ist lebensgefährlich“, bestätigt Reiner Fiebig, Trainer der Kreisliga-A-Mannschaft, und kämpft aufgrund der gegebenen Umstände vergeblich gegen das Wetter. Für die Jugendteams wurden ein paar Hallenstunden organisiert. Sonst halten sich die Fußballer unter anderem durch Turniere fit. „Mehr können wir im Moment nicht machen“, sagt Fiebig.

Die Sportler vom Kanu-Ring Hamm steigen in die Boote und absolvieren ihre Einheiten auf dem Kanal. „Die Sportler sind bis auf die Augen überall bekleidet“, sagt Landesstützpunkttrainer André Brendel. Das Training auf dem Wasser ist zurzeit kürzer als üblich – 45 bis 60 statt 60 bis 75 Minuten. „Danach geht es direkt unter die Dusche, um sich aufzuwärmen. Erst im Anschluss werden die Kanus ins Bootshaus geräumt. Aber es hört sich schlimmer an als es ist“, betont Brendel.

Mit Sturmhauben und Thermojacken sind auch die Rennradfahrer vom RC Amor Hamm im Moment ausgestattet. „Wir sind regelmäßig mit dem Mountainbike unterwegs“, schildert Toni Mader, 1. Vorsitzende des Vereins. Dabei wird das Pensum ebenfalls reduziert. In der Regel werden zwischen 70 und 120 Kilometer zurückgelegt, bei den frostigen Temperaturen sind es lediglich bis zu 40 Kilometer. „Es wird da gefahren, wo der Wind nicht so bläst“, sagt Mader.

„Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“, gibt Roland Grewatter, Chef-Coach der Leichtathleten der LG Hamm, an. Fast jeden Tag ziehen die Leistungssportler für zweieinhalb bis drei Stunden ihr Programm durch. „Wir haben nur die Belastung etwas runtergefahren, weil das sonst nicht gut ist“, sagt Grewatter.

Es gibt aber auch Ausnahmen: Der Hammer Fußballer Dominique Nowak, der für den SV Lippstadt 08 auf dem Platz steht, lief bei der Test-Begegnung gegen Westfalia Rhynern am Dienstagabend nur leicht bekleidet auf. „Ich habe nicht gefroren und schon immer nur in kurzen Sachen gespielt“, erzählt der 26-Jährige. ▪ kn

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