HAMM ▪ Als Handball-Bundesligist TuS N-Lübbecke in den Schlusssekunden des Testspiels beim Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen noch Gefahr lief, den Sieg zu verspielen, machte TuS-Trainer Markus Baur noch einmal Ernst. Kurzerhand zog er die Grüne Karte zum Team-Timeout. Eine Maßnahme, die seiner Mannschaft die nötige Ruhe zurückgab und die 24:26 (12:12)-Niederlage des ASV besiegelte.

Björn Wiegers ▪
„Klar, wenn man im Spiel ist, will man das auch gewinnen“, sagte Baur später, die vereinzelten Lacher aus der mit 273 Zuschauern besetzten Maxipark-Arena ignorierend. Kay Rothenpieler war trotz der knappen Niederlage durchaus zufrieden. „Das war ein sehr ordentliches Spiel“, sagte der ASV-Coach. „Wir haben gut gedeckt und vorne auch strukturierter gespielt als noch am Freitag, wo wir deutlicher verloren haben.“
Wie angekündigt musste Rothenpieler auf seinen Spielmacher Chen Pomeranz verzichten, der sich nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel im Aufbautraining befindet. Zudem fehlten Dirk Hartmann (Grippe), Mark Schmetz (Wadenprobleme) und Jiri Hynek, der von seinem EM-Einsatz für Tschechien mit einem Muskelfaserriss zurückgekehrt war und noch eine gute Woche pausieren muss.
Da auch die Nettelstedter auf zahlreiche Akteure verzichten mussten – darunter die beiden EM-Teilnehmer Drago Vukovic (Kroatien) und Tomasz Tluczynski (Polen) –, entwickelte sich ein offenes Match. Dem Erstligisten gelang zwar die erste Führung der Partie durch Stefan Just, doch nach zwei erfolgreichen Gegenstößen von Lars Gudat zur 3:2-Führung (5.) war auch der ASV im Spiel. Wesentlich wacher in der Abwehrarbeit als noch im „Hinspiel“, das mit 24:29 verloren ging, präsentierte sich der Zweitligist – auch aggressiver, was allein vor der Pause vier Siebenmeter für den TuS einbrachte.
Langsam, aber stetig erarbeitete sich der ASV Vorteile, setzte sich auch im Angriff gut durch, und so hieß nach 18 Minuten und einem Treffer von Thomas Lammers sogar 11:7 für die Hausherren. Baur setzte nun verstärkt Arne Niemeyer im Angriff ein, und seinem Einsatz sowie der zunehmend sinkenden Konzentration der Hammer war es zu verdanken, dass es nach 30 Minuten wieder unentschieden stand.
Nach der Pause schienen zunächst die Gäste die besseren Karten zu haben. Bis zum 16:16 (41.) hielt das Rothenpieler-Team zwar den Anschluss, doch dann setzte sich der TuS auf zwei Treffer ab (16:18/42.). Die Entscheidung war das nicht, denn der Gastgeber kam noch einmal zurück, „weil wir ruhiger gespielt haben“, so Rothenpieler. Mit fünf Treffern in Folge kamen die Hammer zurück (21:18/50.), ohne den Vorsprung jedoch weiter auszubauen, was möglich gewesen wäre. Ein paar Unaufmerksamkeiten reichten, um die Hoffnung auf die Revanche zu begraben. „Das ist schon etwas ärgerlich, weil wir das kurz vor Schluss noch aus der Hand gegeben haben“, sagte Abwehrspezialist Frank Schumann. Ein Ärger, der sich in Grenzen hielt. ▪ güna



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