BAD OEYNHAUSEN ▪ Das Ergebnis war standesgemäß. Schließlich hatte der Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen im Testspiel gestern Abend in Bad Oeynhausen gegen den klassenhöheren TuS N-Lübbecke mit 24:29 (13:18) das Nachsehen. Doch Kay Rothenpieler war trotzdem sichtlich unzufrieden. „Mir hat insgesamt einfach die Leidenschaft gefehlt“, sagte der ASV-Trainer und monierte: „Gerade gegen einen Erstligisten muss mehr Eigenmotivation da sein.“

© Gudat
Bjrön Wiegers ▪
Und genau dieser Erstligist könnte ab der kommenden Saison Rothenpielers neuer Arbeitgeber sein. Denn der 40-Jährige ist auf die Lübbecker „Fahndungsliste“ bei der Suche nach einem Trainer für die nächste Spielzeit geraten, wie er selbst bestätigt hatte (WA berichtete). Doch TuS-Geschäftsführer Uwe Kölling versicherte am Rande der Begegnung, dass es bislang lediglich ein erstes Gespräch gegeben habe. Rothenpieler sei „einer von mehreren Kandidaten. Aber wir haben ja nicht den Druck, in der nächsten Woche einen neuen Trainer präsentieren zu müssen“, setzt Kölling auf Zeit, zumal TuS-Trainer Markus Baur erst am Saisonende Richtung Deutscher Handballbund abwandert. „Wir wollen auf dieser Ebene gerne mit einem deutschen Trainer zusammenarbeiten, der die Arbeit von Markus fortsetzt – aber nicht in Kopie“, umriss Kölling das „Beuteschema“.
Leichte Beute waren derweil die Hammer gestern vor 600 Zuschauern im Schul- und Sportzentrum Nord für den Bundesliga-Achten aus Ostwestfalen besonders in der ersten Halbzeit. Wobei dem ASV auch wichtige Eckpfeiler fehlten. Ohne den verletzten Spielmacher Chen Pomeranz, Abwehrchef Jiri Hynek, der nach dem Ausscheiden der Tschechen am Dienstag von der EM zurückerwartet wird, allerdings an Wadenproblemen leidet, und Thomas Lammers, der sich kurzfristig grippekrank abgemeldet hatte, waren die Möglichkeiten begrenzt. Vor allem im Angriff fehlte die Durchschlagskraft.„Wir hatten überhaupt keinen Druck in den Aktionen“, ärgerte sich Rothenpieler trotz zwischenzeitlich enger Spielstände. Allein Sebastian Paul, der wegen der personellen Probleme nicht, wie ursprünglich geplant, gestern Abend für das Oberliga-Team des ASV auflief, punktete beim Coach. „Er war voll da, wollte sich zeigen. Das hat er gut gemacht“, lobte Rothenpieler.
Seine Abwehr ließ der ASV-Trainer angesichts des Fehlens des etatmäßigen Innenblocks Hynek/Lammers über weite Strecken des ersten Durchgangs in der 5:1-Formation agieren mit Lars Gudat als „Aufpasser“ für Nettelstedts Arne Niemeyer. „Aber hinten hat insgesamt die notwendige Aggressivität gefehlt“, sagte der Hammer Coach. „Wir haben nicht richtig zugepackt.“



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