HAMM ▪ Es ist die schnelle Gelegenheit zur Revanche. Zwar ist es „nur“ ein zweiter freundschaftlicher Vergleich binnen fünf Tagen mit dem TuS N-Lübbecke, der am Dienstagabend (19 Uhr/Maxipark-Arena) auf die Zweitliga-Handballer des ASV Hamm-Westfalen wartet. Aber nach der durchwachsenen Leistung im ersten Duell am Freitag beim 24:29 in Bad Oeynhausen ist das abermalige Aufeinandertreffen mit den klassenhöheren Ostwestfalen eine Standortbestimmung – vor allem aber ein Charaktertest.

Dirk Hartmann fehlt im Test gegen den TuS N-Lübbecke. ▪
„Die Körpersprache muss einfach diesmal besser sein“, sagt der Coach, dem am Freitag die „fehlende Leidenschaft“ missfallen hatte. Was für den Coach umso unverständlicher war, als es gegen einen Erstligisten ging. „Und das muss einfach jedem Spaß machen. Da muss die nötige Aggressivität immer da sein“, meint der 40-Jährige, der allerdings weiß, dass sich die abermals großen personellen Probleme erneut bemerkbar machen werden. Für Chen Pomeranz käme ein Einsatz weiterhin zu früh, hinter dem zuletzt grippebedingt fehlenden Thomas Lammers steht ein Fragezeichen. Dafür hat das Virus nun Dirk Hartmann (Foto) „erwischt“, der ausfällt. Auch Jiri Hynek, der nach dem EM-Aus des tschechischen Nationalteams zurückkehrt, spielt wohl nicht, zumal am Dienstag erst einmal diagnostiziert werden soll, woher seine Wadenprobleme rühren.
Doch trotz dieser Schwierigkeiten gibt Rothenpieler seinem Team klare Vorgaben mit auf den Weg. Und die betreffen nicht das Ergebnis. Sondern in erster Linie die Abwehrarbeit. „Da soll jeder seine Aufgabe erfüllen, und zwar mit der bestmöglichen Einstellung. Die haben wir nicht in allen Spielen konstant gezeigt. Dabei sind wir immer dann gut, wenn die Leidenschaft voll da ist“, sagt der ASV-Trainer, für den die heutige Partie die letzte Möglichkeit zum Experimentieren bietet vor dem Wiederbeginn der Meisterschaft am 4. Februar in Korschenbroich. „Wenn wir die nötige Präsenz auf die Platte bringen, dann hat das Spiel auch einen Trainingseffekt.“ Zudem könnten die Nettelstedter durchaus „eine gewisse Härte gebrauchen. Die sehen das ja auch als Härtetest“, sagt er.
Dass es im Angriff beim Test in Bad Oeynhausen nicht rund lief, erklärte sich angesichts der Ausfälle von Pomeranz und Lammers fast von selbst, war für den Trainer aber nur ein Erklärungsansatz. „Wir müssen dynamischer agieren“, so Rothenpieler. Und strukturierter. „Nettelstedt hat zum Beispiel viel länger gewartet, bis sich wirklich die Lücke ergeben hat“, sagt der vom heutigen Kontrahenten umworbene Trainer, der nach dieser Saison den jetzigen TuS-Coach Markus Baur beerben könnte.



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