Kadiu-Fehlschuss mit Folgen: Rhynern unterliegt Erndtebrück

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Rhynerns Angreifer Xhino Kadiu schoss entgegen der Anweisung von Trainer Björn Mehnert den Elfmeter beim Stand von 0:1 – und scheiterte an Erndtebrück-Keeper Timo Bäcker.

Hamm - Fußball-Oberligist Westfalia Rhynern hat das erste Heimspiel der Saison gegen den TuS Erndtebrück mit 0:2 (0:0) verloren. In der entscheidenden Phase sorgte ein Elfmeterfehlschuss für Ärger bei Trainer Björn Mehnert. 

Mehnert ordnete seine Mannschaft nach dem Auftaktsieg in Stadtlohn taktisch neu und ließ sie in einem 4-1-4-1-System auflaufen. Cihad Kücükyagci besetzte die Position im defensiven Mittelfeld, vor ihm agierten vier Offensive. In der Abwehr nahm der Westfalia-Trainer gleich zwei Änderungen vor: Tim Neumann rückte für Adrian Cieslak in die Startelf, Mathieu Bengsch verteidigte links in der Kette. 

Die Hausherren begannen deutlich konzentrierter als noch vor einer Woche, stellten die Sechser des Regionalliga-Absteigers zu und überließen den Innenverteidigern das Aufbauspiel. Immer wieder griffen die Gäste deshalb zum Mittel des langen Balles, suchten den langen Angreifer Jacub Przybylko. Doch auch darauf hatte Mehnert sein Team eingestellt: Neumann gewann eine Vielzahl der Luftduelle gegen den TuS-Stürmer.

"Uns fehlt der letzte Punch"

„Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Wir waren fußballerisch die bessere Mannschaft und haben Erndtebrück stark unter Druck gesetzt“, meinte Mehnert. Auf dem Rasen machte sich das durch überfallartige Angriffe der Rhyneraner bemerkbar. Gäste-Torwart Timo Bäcker segelte bereits nach drei Minuten unter einer Flanke von Salvatore Gambino hindurch, den Abpraller jagte Mittelstürmer Xhino Kadiu über das Tor. 

Lennard Kleine entwischte Gegenspieler Shogo Iwamoto auf der linken Seite und ging nach klarem Halten des Erndtebrückers im Strafraum zu Boden – der Pfiff von Schiedsrichter Lars Lehmann aber blieb aus (20.). „Wir haben nicht so viel falsch gemacht“, befand Mehnert. „Im Moment fehlt uns aber der letzte Punch.“ Das galt für die gesamte Offensivfraktion, die oft falsche Entscheidungen traf oder unglücklich agierte.

TuS-Keeper hält die Null

Michael Wiese bediente den im Rückraum lauernden Kleine, doch der Ball kullerte harmlos in die Arme von Bäcker (29.). Bengsch versuchte es nach Kleine-Anspiel mit einem Volleyschuss, der aber flog ins Seitenaus (36.). Den schönsten Angriff der Hausherren machte Bäcker zunichte, als er Kadius satten Schuss aus zehn Metern parierte (38.). 

Der Trend schien sich nach Wiederbeginn fortzusetzen. Kücükyagcis Freistoß aus dem linken Halbfeld erwischte Wiese freistehend nur noch per Grätsche und stellte Erndtebrücks Schlussmann so vor keine Aufgabe (52.). Anschließend zollte Rhynern dem Tempo Tribut, die Gäste verlagerten das Geschehen mehr und mehr in die Hälfte der Mehnert-Elf. 

"Egoistische Entscheidung" von Kadiu

Erndtebrück-Trainer Florian Schnorrenberg hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zweimal gewechselt und bewies ein goldenes Händchen. Die Joker Philipp Böhmer und Nino Saka besorgten in Zusammenarbeit das 1:0 für den Gast. Saka tauchte nach feinem Zuspiel von Böhmer frei vor Alexander Hahnemann auf und schob durch die Beine des Torwarts ein (66.). „Das Gegentor hat die Jungs verunsichert, sie mussten sich danach kurz schütteln“, sagte Mehnert.

Und doch bot sich der Westfalia die Riesenchance auf den Ausgleich. Wiese wurde von TuS-Keeper Bäcker außerhalb des Fünfmeterraumes hart abgeräumt, Schiedsrichter Lehmann entschied auf Elfmeter. Kadiu schnappte sich den Ball, scheiterte mit seinem Schuss aufs rechte Eck jedoch am Schlussmann (72.). „Ich habe einen Schützen bestimmt, dieser hat den Elfmeter aber nicht geschossen“, kritisierte Mehnert und warf Kadiu „eine egoistische Entscheidung“ vor. 

Andrijanic macht alles klar

Kleine hätte eigentlich zum Strafstoß antreten sollen. „Ich nehme beide in die Pflicht. Lennard muss in dieser Szene wie abgesprochen die Verantwortung übernehmen“, sagte Rhynerns Trainer. Seinen Unmut teilte er dem Fehlschützen nach Schlusspfiff mit. „Xhino kann es mit einer guten Trainingswoche wieder wettmachen“, erklärte er. 

Die Gäste nutzten im Anschluss die spürbare Verunsicherung bei der Westfalia. Yannik Jaeschke scheiterte mit seinem Schlenzer noch am Lattenkreuz (75.). Kapitän Marcel Andrijanic schob nach Zuspiel von Przybylko aber souverän zur Entscheidung ein (82.).

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