Wieder kein Tor: Schwache HSV unterliegt Rheine mit 0:2

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Giacomo Serrone (rechts) gehörte in Rheine zu den auffälligsten Hammern. Ein Tor gelang ihm aber nicht.

Rheine - Manche Niederlagen sind ärgerlich, weil sie unverdient waren. Andere sind es, weil sie es eben nicht waren. Zu letzteren gehörte das 0:2 (0:0) der Hammer SpVg beim FC Eintracht Rheine. Den Gastgebern reichte eine passable Leistung, um schwache Hammer zu besiegen. Entsprechend gedämpft war die Laune von HSV-Trainer Ferhat Cerci: „In unserer Situation muss eigentlich jeder eine Schippe drauflegen. Aber einigen hat es an Leidenschaft und am Willen gefehlt. Das ist enttäuschend.“

Kleiner Trost: Weil auch der Tabellenvorletzte SV Schermbeck verlor, ist der Klassenerhalt der HSV etwas wahrscheinlicher geworden.

Wiedergutmachung für die grenzblamable 0:3-Pleite beim Schlusslicht SV Zweckel wollte Cerci in Rheine sehen. Dafür hatte er seine Start-Elf auf zwei Positionen geändert. Amadeus Piontek und der zuletzt gelbgesperrte Damir Kurtovic spielten für Roman Maciejak und Tayfun Cakiroglu von Beginn an. Die beiden Verteidiger bekamen mehr zu tun, als ihnen lieb war. Rheine bestimmte das Geschehen auf rutschigem Rasen, der beiden Teams zu schaffen machte. Bei der HSV kamen erschwerend Probleme im Spielaufbau hinzu. Kamen die Gäste in Tornähe, fällten sie die falschen Entscheidungen oder blieben in der vielbeinigen FCE-Abwehr hängen.

Auf der Gegenseite brannten allerdings auch die Gastgeber kein Offensivfeuerwerk ab. Sie bewegten den Ball gut über die gefährlichen Außen Julius Hölscher (rechts) und Rafael Figueiredo (links) und banden so Dennis Mooy und Piontek in der Defensive. Zählbares sprang dennoch nicht heraus. Rheines beste Chance hatte Hölscher gleich in der Anfangsphase; er jagte den Ball aus nächster Nähe aber über die Latte (7.). Das schaffte später auch Philip Fontein (26.). Timo Scherpings kapitaler Schuss wurde abgeblockt, ehe er größeren Schaden anrichten konnte (31.). Bezeichnend: Die beste Gelegenheit der Gäste war bis zur Pause ein Beinahe-Eigentor von Emanuel Beckmann-Smith nach scharfer Hereingabe von Giacomo Serrone (34.).

„Wir waren nicht eng genug am Mann"

Mit den ersten 45 Minuten konnte Cerci noch leben, nicht aber mit dem, was er kurz nach Wiederbeginn sah. Fonteins Schuss und Figueiredos um Zentimeter verpasster Kopfball (beide 53.) waren ein Vorgeschmack auf das, was eine Minute später geschah: Eckball Rheine, Kopfball Scherping, 1:0 (54.). „Wir waren nicht eng genug am Mann. Da haben wir einfach gepennt“, schimpfte Cerci.

Immerhin: Danach war die HSV wach. Oder zumindest wacher. Emre Demir, Serrone und Piontek rissen mit schnellen Offensivaktionen immer wieder Löcher in die FCE-Abwehr. Eine Viertelstunde lang lag der Ausgleich in der Luft. Doch es gab keinen, der seine Chance nutzte. Demir scheiterte an Keeper Nils Wiedenhöft (63.), Serrone schoss daneben (64.). Derjenige, der bei der HSV für Treffer sorgen soll, spielte wie schon in Zweckel schwach: Torjäger Hugo Magouhi war zwar meist mittendrin, aber nie richtig dabei. Der Ivorer war bei Beckmann-Smith abgemeldet. „In Rheine kriegst du nicht viele Chancen. Wenn du eine hast, dann musst du die auch reinmachen. Man hat gesehen, wie gefährlich wir sind, wenn wir Gas geben. Aber wir waren einfach nicht effektiv genug“, sagte Serrone mit einem Kopfschütteln, wie es nach Schlusspfiff überall im HSV-Lager zu sehen war.

Zu allem Überfluss fehlte den Gästen in den Zweikämpfen der Biss. Rheine konnte im Mittelfeld oft ungestört die Bälle annehmen und weiterleiten. Hölschers Kopfball-Chance (75.) markierte den Schlusspunkt der HSV-Drangphase. Kurz darauf bereitete Rheines Außenstürmer auch den Remis-Hoffnungen der Gäste mit einem trockenen Schuss zum 2:0 (79.) ein Ende.

„Wir müssen den Mund abputzen und weitermachen. Am Mittwoch haben wir in Rhynern ein ganz schweres Spiel“, sagte Cerci. Mit einer Leistung wie in den letzten beiden Partien ganz sicher.

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