SV Westfalia Rhynern - Hammer SpVg / Anstoß: 19.30 Uhr

Zum Oberliga-Derby am Papenloh werden mehr als 1000 Zuschauer erwartet

+
Im Hinspiel in der Evora Arena hatten Dustin Wurst und die Rhyneraner mit 2:0 die Nase vorne. Jetzt wollen die HSV und Yakup Köse die Spieß herumdrehen.

Hamm - Um 19.30 Uhr wird am Mittwochabend das Derby in der Oberliga Westfalen zwischen den Lokalkontrahenten SV Westfalia Rhynern und der Hammer SpVg angepfiffen. Weil die Gastgeber mehr als 1000 Zuschauer am Papenloh erwarten, bitten die Verantwortlichen alle Zuschauer darum, auf dem Parkplatz hinter dem Sportplatz am Tünner Berg oder weiter weg vom Sportplatz zu parken. Der WA berichtet ab 19 Uhr im Live-Ticker und nach der Partie auch mit einem Video.

Björn Mehnert machte keine großen Umschweife. „Ich habe richtig Bock auf dieses Spiel. Und meine Mannschaft auch“, sagte der Coach des SV Westfalia Rhynern vor dem prestigeträchtigen Ortsduell gegen die HSV. „Solche Partien machen den Reiz des Fußballs aus. Dafür ist man Spieler oder Trainer.“ 

Dabei sorgt die Tabellenkonstellation in dieser Spielzeit nicht für sonderlich viele Reize. Die Westfalia hat keine Ambitionen in Richtung Regionalliga. Und die Hammer SpVg hat eigentlich ein so dickes Polster zu den Abstiegsrängen, dass es schon eines überaus verrückten Saisonfinales bedürfte, dass die Mannschaft von Trainer Ferhat Cerci noch absteigen würde. Und auch der Abstand in der Tabelle ist einmal mehr überaus groß, so dass es schon jetzt feststeht, dass die Rhyneraner erneut vor der HSV landen werden.

„Trotzdem ist dieses Spiel etwas Besonderes“, stellt Mehnert klar. „Es kommen mehr Zuschauer als zu einem normalen Oberligaspiel. Es geht darum, dass man zeigen will, dass man in seinem Verein gute Arbeit leistet. Und es geht darum, dass man seine Position festigen will.“ 

Für zusätzliche Brisanz hatte am vergangenen Sonntag Günter Appelt, der Trainer des SV Zweckel, gesorgt. Eine Woche nach seinem 3:0-Sieg gegen die Hammer SpVg war er mit seinem Team am Papenloh mit 0:6 untergegangen und hatte gesagt: „Wir konnten nicht an die Form der vergangenen Spiele anknüpfen. Rhynern ist ein ganz anderes Kaliber als die Hammer SpVg. Die Westfalia ist eine absolute Spitzenmannschaft.“ 

Rhynern gewinnt Oberliga-Derby bei der HSV mit 2:0

Auch Mehnert zeigte sich nicht sonderlich erfreut über diese Aussage. „Damit hat er uns keinen Gefallen getan. Ich kann mir vorstellen – und kann es auch nachvollziehen, dass das bei der HSV nicht gut angekommen ist. Aber das waren seine Worte, ich kann dafür nichts“, erklärte Mehnert, für den kleinere Sticheleien und Provokationen vor einem Derby einfach dazugehören: „Wenn es immer nur Friede, Freude Eierkuchen gibt, interessiert sich doch niemand für so ein Spiel. Ich denke, dadurch ist in der Vergangenheit der ein oder oder andere Zuschauer mehr zum Derby gekommen.“ 

Von der Tabellenkonstellation her sind die Rollen klar verteilt. Die Rhyneraner haben 14 Punkte mehr auf dem Konto als die HSV, stehen als Fünfter neun Plätze über den Hammern. Im Hinspiel allerdings waren die Vorzeichen umgekehrt gewesen, als die Westfalia vor dem Derby noch keinen Saisonsieg gelandet hatte – und dann mit 2:0 in der Evora Arena gewann. 

„Wir wissen um die Stärken der HSV, die sich in der Rückrunde stabilisiert hat und über individuell gute Spieler verfügt“, erwartet Mehnert daher ein Duell auf Augenhöhe, sagt aber auch: „Wir spielen zuhause und haben ebenfalls einiges an Qualität zu bieten, Das Gute ist, wir können befreit und ohne Druck aufspielen. Denn egal, wie das Spiel ausgeht: An der Tabellensituation wird sich nichts ändern. Wir werden am Ende der Spielzeit wie in den vergangenen Jahren wieder vor der HSV stehen.“

Auf welche Taktik er im Ortsderby setzt, will Mehnert erst kurzfristig entscheiden: „Wir können vorne früh drauf gehen. Wir können aber auch, so wie im Hinspiel gegen die HSV, gut kompakt stehen und dann auf ein schnelles Umschaltspiel setzen.“ Fraglich sind bei den Rhyneranern noch die Einsätze von David Schmidt, Than-Tan Tran und Robin Hoffmann.

Motivationsprobleme vor einem Ortsderby? Gibt es wohl eher selten im Sport. Sollten die Akteure der Hammer SpVg vor der Partie in Rhynern allerdings mehr Lust auf einen netten Waldspaziergang in der frischen Luft am Papenloh statt auf das Nachbarduell haben, so dürfte die Aussage von Zweckels Trainer Appelt den Fokus wieder auf das Wesentliche gelegt haben.

„Wir werden unseren Spielern diese Sätze in die Kabine hängen“, wird das HSV-Führungsduo auf der Vereins-Homepage zitiert. Und der Sportliche Leiter David Odonkor hofft, dass seine Spieler die Antwort auf dem Platz geben wird. „Sollen die Leute doch reden, was sie für richtig halten“, sagt er. „Wir müssen einfach ein gutes Spiel abliefern – es liegt an uns zu beweisen, dass wir es können.“

Auch Trainer Ferhat Cerci ist sich sicher, dass es einer Zusatz-Motivation erst gar nicht bedarf. Denn nach zuletzt zwei ernüchternden Niederlagen in der Oberliga bei eben diesem SV Zweckel (0:3) und dem FC Eintracht Rheine (0:2) hat es die Mannschaft versäumt, sich endgültig aus dem tiefsten Tabellenkeller zu verabschieden. 

„Wille und Einsatz habe ich da nicht so erkennen können“, sagt der Trainer. „Es hat einfach der Biss gefehlt, der in den Wochen davor, als wir gewonnen haben, immer da war. Daher bin ich sicher, dass die Spieler es jetzt besser machen wollen.“ Aufgearbeitet habe er die mageren Vorstellungen in Zweckel und Rheine mit dem Team. „Wir haben kontrovers darüber diskutiert, was wir falsch gemacht haben und abstellen müssen“, sagt Cerci. „Und es hat sich gezeigt, dass man in der Liga nicht einmal ein Prozent weniger machen darf als der Gegner – sonst bist du sofort auf der Verliererstraße.“ 

Welche Akteure sich heute ab 19.30 Uhr am Rhyneraner Papenloh versuchen dürfen, lässt der Coach allerdings offen. „Natürlich muss es Veränderungen geben, wenn man vorher zweimal mit fast der gleichen Mannschaft verloren hat“, versichert Cerci. „Aber wer in Rhynern spielen wird, werde ich jetzt natürlich nicht sagen.“ 

Gleiches gilt für die taktischen Maßnahmen, die er seiner Mannschaft verordnen will. „Natürlich kann ich jetzt nicht öffentlich machen, wie wir auftreten wollen. Aber auf jeden Fall muss von Anfang an zu erkennen sein, dass die Jungs gewinnen wollen“, sagt Cerci, der in den Tagen nach der Partie das Gespräch mit Sportchef Achim Hickmann suchen wird, um seine persönliche Situation zu klären.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare