Pokalaus bleibt bestehen: Rhynern zieht Einspruch zurück

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Nicht der passende Untergrund: Salvatore Gambino und Westfalia Rhynern mussten im Westfalenpokal beim SC Neheim auf Kunstrasen ran – und schieden aus.

Kaiserau - Fußball-Oberligist Westfalia Rhynern hat nach der sportlichen Pleite in der ersten Runde des Westfalenpokals auch vor der Verbandsspruchkammer des FLVW eine Niederlage hinnehmen müssen. Dass es überhaupt zu einer Verhandlung kam, wunderte den Spruchkammer-Vorsitzenden.

Für Westfalia Rhynern verlief die erste Runde des Westfalenpokals gleich im doppelten Sinn äußerst unglücklich. Auf dem Kunstrasenplatz des SC Neheim kassierte der Oberligist eine 2:4-Pleite. Nach Einspruch gegen die Spielwertung ging Rhynern auch vor der Verbandsspruchkammer des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) leer aus. 

Als die Westfalia-Delegation vor dem Spiel beim Arnsberger Westfalenliga-Aufsteiger die Anlage betrat, rieb sie sich verwundert die Augen: statt – wie angesetzt – auf Rasen baten die Hausherren auf den benachbarten Kunstrasenplatz. Das alleine als Ausrede für die über weite Strecken schwache Vorstellungen des Oberligisten gelten zu lassen, ginge deutlich zu weit. Doch die Rhyneraner waren nachhaltig verärgert und legten offiziell Einspruch gegen die Wertung der Partie ein – letztlich erfolglos. 

"Sachverhalt war sehr klar"

„Wir haben den Einspruch aufgrund der fehlenden Aussicht auf Erfolg zurückgezogen“, berichtete der Sportliche Leiter Martin Schiffer von der Sitzung in Kaiserau am Mittwochabend. Der Vorsitzende der Spruchkammer, Georg Schierholz, sah keine Grundlage für eine Neuansetzung oder gar neue Wertung des Spiels. 

„Der Sachverhalt war rechtlich sehr klar. Diesen Hinweis hatten wir im Vorfeld bereits schriftlich gegeben“, erklärte Schierholz. Der Spruchkammer-Vorsitzende verwies auf Paragraph 47 der Rechts- und Verfahrensordnung. Demnach ist ein Einspruch unter anderem zulässig, wenn ein gedopter oder nicht spielberechtigter Akteur eingesetzt wurde. Nicht aber, wenn eine Partie kurzfristig und gut begründet verlegt wurde. 

Wildschaden sorgt für Verlegung

Die Stadt Arnsberg hatte den offensichtlich ramponierten Naturrasen am Morgen des Spiels wegen eines Wildschadens gesperrt. Schierholz’ Erläuterung akzeptierte der Hammer Oberligist, ganz einverstanden ist Schiffer mit dem Vorgehen des SC Neheim aber weiterhin nicht. 

„Grundsätzlich war das eine komische Situation. Wir hätten morgens eine Nachricht bekommen können, dass der Rasenplatz nicht bespielbar ist“, sagte er. Die Gastgeber meldeten die Platzsperrung jedoch nicht beim Staffelleiter, der anschließend Rhynern hätte informieren sollen. „Das ist das Einzige, was Neheim vorzuwerfen ist“, erläuterte Schierholz. 

Personalwahl vom Kunstrasen beeinflusst

Die Spruchkammer verhängte deshalb ein Ordnungsgeld in Höhe von 40 Euro. Westfalia Rhynern hingegen muss die Kosten des Verfahrens tragen. „Neheim hat mit Mittelchen versucht, den Oberligisten zu besiegen. Das hat auch geklappt“, sagte Schiffer. Laut Aussage des Sportlichen Leiters hatte die kurzfristige Verlegung durchaus Einfluss auf die Personalwahl von Trainer Björn Mehnert. 

Lennard Kleine und weitere Spieler wären demnach auf dem Rasenplatz zum Einsatz gekommen, auf Kunstrasen aber erhielten die Angeschlagenen eine Pause und mussten die 2:4-Niederlage vom Spielfeldrand mit ansehen. Die Atmosphäre während der Spruchkammersitzung sei angenehm gewesen, erklärte Schierholz. 

Schiffer sah das ähnlich, ließ aber eine letzte Spitze gegen den SC Neheim nicht aus: „Wir haben uns nach der Sitzung nicht umarmt, gehen aber schiedlich-friedlich auseinander. Wir werden uns sportlich revanchieren, wenn Neheim aufsteigt.“

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