FC Suginami aus Tokio verbringt eine Woche in Hamm / Testspiele gegen HSV-Teams

Kulturreise zum „echten“ Fußball

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Internationaler Test: Die U 17 der Hammer SpVg hatte den FC Suginami (blaue Trikots) aus Tokio zu Gast. Eine Woche weilten die Japaner in der Lippestadt.

Hamm - Über den Kunstrasenplatz an der Jürgen-Graef-Allee schallten am Mittwochmorgen Anweisungen auf Japanisch. Die U 17 der Hammer SpVg testete nicht etwa unter erschwerten Bedingungen, der Westfalenligist hatte vielmehr die Fußballer des FC Suginami aus Tokio zu Gast. Eine Woche verbrachten die 16- und 17-jährigen Japaner in Hamm, währenddessen standen fünf Testspiele auf dem Plan.

„Die Jungs haben kaum Möglichkeiten, Profis zu werden. Nach der kommenden Saison gehen sie zur Universität, viele hören dann mit dem Fußballspielen auf“, erklärt Sumi Katsuhiko. Der Spielerberater kümmert sich regelmäßig um Teams aus seiner Heimat, fungiert als Dolmetscher, vermittelt Freundschaftsspiele und Quartiere. „Die Eltern spendieren ihnen diese besondere Reise. Jeder japanische Nachwuchsfußballer will einmal nach Deutschland oder Brasilien, um den ‘echten’ Fußball zu sehen“, sagt er.

Der Kontakt in die Lippestadt kam vor drei Jahren über HSV-Jugendleiter Karlo Tenji zu Stande. Bereits im vergangenen Jahr gastierte eine U 15-Auswahl vom FC Suginami in Hamm. „Gerade für unsere Jugendlichen sind diese Kontakte nach Übersee eine Bereicherung“, sagt Tenji.

Training mit bis zu 100 Kindern

Die 15 Japaner und ihre zwei Trainer staunten nicht schlecht, als sie die Anlage der Hammer SpVg in Augenschein nahmen. „In Japan hat nicht einmal ein J-League-Klub (erste Liga, Anm. d. Red) solche Möglichkeiten“, erzählt Katsuhiko. In Tokio herrscht akuter Platzmangel, das bekommen auch die Fußballer in der fünfthöchsten Jugendliga zu spüren. „Auf einem Platz trainieren bis zu 100 Kinder. Viele Vereine haben keine eigenen Anlagen und müssen sich bei anderen Klubs einmieten“, beschreibt Katsuhiko.

Sportlich wussten die japanischen Gäste zu überzeugen, unterlagen der HSV nur mit 1:3 und zeigten dabei gute Ansätze. Zweimal trainierten sie vormittags mit Volker Pröpper, Jugendscout bei Borussia Dortmund und U15-Trainer in Hamm. „Die Stadt und die Sportmöglichkeiten sind das Beste, was ich bisher in Deutschland erlebt habe“, so der japanische Vermittler.

Einladung zu Gegenbesuch

Beide Seiten planen bereits, die erfolgreiche Zusammenarbeit in Zukunft auszuweiten. Tenji und Katsuhiko loten aktuell aus, ob die Teilnahme japanischer Teams am 40. Pfingstturnier im kommenden Jahr logistisch und finanziell umsetzbar ist. „Es muss nicht sofort sein, aber wir kommen auf jeden Fall wieder“, sagt Katsuhiko. Am Mittwoch sprach der Japaner zudem erstmals eine Einladung für einen Gegenbesuch an die Hammer SpVg aus. „Eine Option ist das auf jeden Fall. Wenn eine offizielle Einladung kommt, setzen wir das auf die Tagesordnung“, sagt Tenji.

Neben dem sportlichen Programm stand für die jungen Japaner der Besuch des Dortmunder Signal Iduna Parks und des Kölner Doms an. Vor dem Abflug in die Heimat wird auch noch die Innenstadt von Frankfurt besichtigt.

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