"Wahnsinn": Rhynern kassiert gegen Rheine vierte Pleite in Folge

+
Frust nach dem 0:2: Rhynerns Gerrit Kaiser (links).

Rheine - Fußball-Oberligist Westfalia Rhynern geht in der Partie bei Eintracht Rheine zum vierten Mal in Folge leer aus. Trainer Björn Mehnert sieht in der aktuellen Situation ein Spiegelbild der Leistung seiner Mannschaft. 

Nach einer Niederlage hat normalerweise jeder Spieler seine eigene Art, mit der Enttäuschung umzugehen. Nach der 0:2 (0:0)-Pleite des SV Westfalia Rhynern im Auswärtsspiel der Fußball-Oberliga beim FC Eintracht Rheine, der vierten in Folge, war es allerdings eine kollektive Frustbewältigung. 

Denn als Schiedsrichter Marcel Neuer die Begegnung abpfiff und die Elf vom Papenloh erneut mit leeren Händen da stand, da ließen sich fast alle Akteure fast synchron auf den Rücken fallen, wollten im ersten Augenblick nichts und niemanden sehen. 

Mehnert: "Keine gute Situation"

„Das ist der Wahnsinn“, zeigte sich Mannschaftskapitän Dustin Wurst wenig später auf dem Gang Richtung Umkleidekabine fassungslos. „Wir kassieren so leichte Gegentore. Und vorne machen wir einfach keinen.“ 

Anders als seine Akteure hatte Trainer Björn Mehnert, dessen Team mit lediglich drei Zählern auf dem vorletzten Platz rangiert, schnell das Weite gesucht und meinte während der obligatorischen Pressekonferenz: „Wenn der Gegner zwei Tore schießt und man selber keines, dann ist die Niederlage wohl verdient. Ich habe ein schlechtes Fußballspiel mit vielen Fehlern auf beiden Seiten gesehen. Es ist jetzt keine gute Situation, in der wir uns befinden.“

Fünf Umstellungen im Vergleich zum Derby

Dabei hatte der Coach vor der Partie all das eingebracht, was einem Trainer nach einer rasanten Talfahrt Richtung Tabellenende an Möglichkeiten zur Verfügung steht. Während der Woche hatte er seine Jungs viel im konditionellen Bereich arbeiten lassen, zudem hatte er die Mannschaft gleich auf fünf Positionen im Vergleich zur 1:2-Derby-Niederlage gegen die Hammer SpVg verändert. 

Gebracht hat es letztlich nichts. „Wenn man vorher drei Spiele verliert und die Leistung nicht stimmt, dann sind so viele Umstellungen auch gerechtfertigt“, sagte der Coach – und fügte hinzu: „Wir haben im Moment kein Glück. Wir erzwingen das Glück aber auch nicht. Das kann man nur dann, wenn man mehr investiert – auf und außerhalb vom Platz.“ 

Verletzungen schwächen Rhynern

In der ersten Hälfte hatten die 223 Zuschauer in Rheine keine gute, aber dafür ausgeglichene Partie gesehen. Bei der Eintracht hatten Witali Ganske (14.) und Torjäger Timo Scherping (29.) zwei gute Möglichkeiten, auf Seiten der Gäste sorgten Lennard Kleine (28.) mit einem Schuss und Lucas Arenz (36.), dessen Hereingabe von der Grundlinie in den Rückraum aber keinen Abnehmer fand, für Gefahr. 

Pech hatte die zu mutlos und mit zu wenig Selbstvertrauen agierende Westfalia zudem durch zwei verletzungsbedingte Ausfälle. Adrian Cieslak musste das Feld bereits nach 21 Minuten verlassen. Wurst folgte in der 55. Minute – zu einem Zeitpunkt, als Rhynern schon zwei heikle Situationen überstehen musste. 

Kleine scheitert im Duell mit dem Keeper

Zuerst hatte Scherping nach einem Ballverlust von Wurst knapp vorbeigezielt (52.), dann hatte der FCR-Stürmer sogar schon Rhynerns Keeper Alexander Hahnemann ausgespielt, anschließend aber nur den Innenpfosten getroffen (53.). Doch auch die Gäste hatten eine gute Möglichkeit, als nach einer 4:3-Überzahlsituation bei einem Konter Kleine alleine vor Rheines Torwart Nils Wiedenhöft auftauchte, diesen aber nur anschoss (61.). 

Das Unheil aus Sicht der Rhyneraner nahm dann in der 78. Minute seinen Lauf. In einem Sprintduell hatte Cihad Kücükyagci keine Chance gegen den schnelleren und geschickteren Philip Fontein, der den Ball ungehindert in die Mitte passte, wo Scherping problemlos zum 1:0 einschob. 

"Die Tabelle lügt nicht"

Und damit nicht genug. In der 84. Minute setzte sich Leon Tia über die rechte Seite durch, legte zurück auf Omar Guetat, der aus 14 Metern flach einschoss – und damit des kollektive Frustliegen der Rhyneraner nach dem Schlusspfiff besiegelte. 

„Unsere Tabellenplatzierung ist das Spiegelbild unserer Leistung. Wir stehen zurecht da unten“, nahm Mehnert angesichts der Leistung seiner Mannschaft kein Blatt vor den Mund. „Die Tabelle lügt nicht. Das haben sich die Jungs selbst eingebrockt. Jetzt müssen wir zusehen, dass wir unten wieder rauskommen.“ 

Die nächste Möglichkeit, mal wieder mit dem Gefühl eines Sieges den Platz zu verlassen, haben die Rhyneraner bereits am Freitag, wenn um 19.30 Uhr am Papenloh das vorgezogene Meisterschaftsspiel gegen den TSV Marl-Hüls angepfiffen wird.

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare