Viel Leerlauf und ein Punkt für die Hammer SpVg

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Joachim Mrowiec erzielte den 2:2-Ausgleich für die HSV.

Hamm - 45 Minuten Langeweile, zwei geschenkte Tore und kein Sieger: Die Partie der Fußball-Oberliga zwischen der Hammer SpVg und dem SuS Neuenkirchen hatte erst nach der Pause für die Zuschauer einige unterhaltsame Szenen parat. Die Trainer waren allerdings wenig erfreut über das 2:2 (0:0)-Unentschieden, das am Ende zwischen den Tabellennachbarn auf dem Zettel stand.

Das allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Denn Neuenkirchens Coach Tobias Wehmschulte räumte ein, dass er vor der Partie durchaus mit einem Punkt in Hamm zufrieden gewesen wäre – danach stellte er allerdings fest: „Ich bin ein bisschen enttäuscht, weil wir spielerisch sehr gut durch die Zonen gekommen sind und vor allem in der ersten Halbzeit ein Chancenplus hatten.“ HSV-Trainer Sven Hozjak stellte dagegen fest, dass „wir keine Frische hatten. In den entscheidenden Situationen sind wir permanent zu spät gekommen. Zuhause tun wir uns noch schwer.“

Vor allem vor der Pause hätte es durchaus etwas mehr sein dürfen, was die Hammer den 440 Zuschauern in der Evora-Arena boten. Hozjak hatte exakt der gleichen Startelf vertraut, die zuletzt den prestigeträchtigen 2:1-Derbysieg in Rhynern eingefahren hatte. Doch von einem selbstbewussten Auftreten waren die Gastgeber weit entfernt. Drückend war nur die Luft im Stadion, und so dauerte es nicht lange, bis die Gäste sich zunehmend mehr zutrauten. Zwar hatte Mike Pihl nach zwölf Minuten per Direktabnahme aus 20 Metern den ersten Schuss in Richtung Tor zu verzeichnen, doch auf der anderen Seite hätte es nur sechs Minuten später klingeln müssen, als Mirco Husmann den Ball in die Gasse gespielt bekam, ihn aber völlig frei vor HSV-Keeper Philip Faderl auftauchend am zweiten Pfosten vorbei legte.

Was folgte, war viel Leerlauf, und von den Gastgebern ging weiter kaum Gefahr aus. Ein Mooy-Freistoß, der an Freund und Feind, aber auch knapp am Pfosten vorbei strich – mehr gab es für die HSV nicht zu notieren. Auf der anderen Seite kam Neuenkirchen immer wieder hinter die HSV-Abwehr, die alles andere als sattelfest wirkte. Ein Kopfball von Haverkamp (35.) landete aber direkt in den Armen von Faderl, und ein Husmann-Freistoß knallte in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs an den Außenpfosten.

Fußball Oberliga: Hammer SpVg - SuS Neuenkirchen 2:2

Mit wesentlich mehr Elan starteten die Gastgeber in den zweiten Durchgang und wurden schon nach vier Minuten belohnt. Pihl wurde auf der rechten Seite frei gespielt, und seine präzise Flanke vor das Tor nutzte Dalibor Gataric per Direktabnahme aus kurzer Distanz zum Führungstreffer – eine nahezu 100-prozentige Chancenverwertung.

Um so ärgerlicher für die Gastgeber, dass die Freude nur neun Minuten andauerte. „Wir müssen nach dem 1:0 ruhiger werden, sind aber zu fickerig und kriegen so ein scheiß 1:1 da rein“, ärgerte sich HSV-Innenverteidiger Felix Fuchs, der selbst in den vergangenen drei Jahren für den SuS gespielt hatte. Daniel Seidel traf für die Gäste zum Ausgleich.

Die HSV wirkte auch in der Folge gehemmt, nervös und in der Rückwärtsbewegung fahrig. Doch mit der Einwechslung von Giacomo Serrone für Damir Ivancicevic kam zumindest mehr Schwung in die Offensive. Sein Flankenlauf (60.) fand jedoch keinen Abnehmer, und weitere gute Ansätze blieben ohne Abschluss. „Von ihm hatte ich mir in den 1:1-Situationen sogar noch ein wenig mehr erhofft, sagte Hozjak, der kurz darauf entsetzt zusehen musste, wie ein harmloser Rückpass von Fuchs zu Faderl für die Gästeführung sorgte. Eine Bodenunebenheit ließ den Ball ins Holpern geraten und Faderl ins Leere treten. Seidel war erneut zur Stelle, und die Gäste plötzlich vorn.

„Aber wir sind toll zurückgekommen mit dem 2:2 eine Minute später“, freute sich Fuchs. Welches nach einem Pihl-Schuss, den SuS-Torhüter Fiedler abklatschen ließ, ebenfalls aus einem Torwartfehler resultierte. Joachim Mrowiec musste den Ball nur noch einschieben. Ein Pfostenschuss des eingewechselten Joshua Roß auf der einen (81.) und ein schlecht zuende gespielter Konter, bei dem Yüksel Terzicik zu lange zögerte, auf der anderen Seite – mehr passierte danach nicht. „Ich kann mit dem Ergebnis im Moment noch nicht viel anfangen“, sagte Hozjak. „Aber im Endeffekt haben wir nicht verloren. Da müssen wir drauf aufbauen.“

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