"Untypischer Drittligist": ASV trifft im Pokal auf Neuss

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Rene Toft Hansen (links), der hier zusammen mit seinem Bruder Henrik nach dem Endspielsieg von Rio de Janeiro die Goldmedaille feiert, kommt mit dem THW Kiel als frisch gebackener Olympiasieger nach Hamm.

Hamm - Das Kribbeln bei Niels Pfannenschmidt ist zurück. Der Trainer des Handball-Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen fiebert der ersten Runde im DHB-Pokal entgegen. An den THW Kiel verschwendet er noch keinen Gedanken, stattdessen warnt der ASV-Trainer vor einem Drittligisten. 

Als Gastgeber trifft der ASV am Samstag in der Westpress-Arena (19 Uhr) auf den Drittligisten Neusser HV und weiß um die Schwere dieser Aufgabe. Das Ziel aber ist klar definiert: Sonntag soll es zum Vergleich mit dem deutschen Rekordmeister THW Kiel kommen. 

In den letzten Tagen vor dem ersten Pflichtspiel der Saison rückte Pfannenschmidt bewusst den kommenden Gegner und vermeintlichen Underdog aus Neuss in den Fokus. Die Videoaufzeichnung zweier Vorbereitungsspiele wertete der ASV-Trainer aus, im Training beschäftigte sich seine Mannschaft zunächst mit der Abwehr des Drittligisten. Am Freitag ging Pfannenschmidt in einer knapp einstündigen Einheit auf die NHV-Offensive und deren Auslösehandlungen ein. 

"Neuss hat nichts mit dritter Liga zu tun"

„Ich will Neuss nicht stark reden, aber mit dritter Liga hat dieses Team nichts zu tun“, warnt er. Besonderen Respekt hat der ASV-Coach vor Daniel Pankofer, der in der vergangenen Spielzeit noch mit dem VfL Bad Schwartau in Hamm vorstellig wurde. „Er war einer der besten Mittelmänner in Liga zwei“, sagt Pfannenschmidt. 

Auch den kroatischen Keeper Vladimir Brozic hält Hamms Trainer für eine echte Verstärkung. „Neuss hatte ohnehin schon eine gute Mannschaft. Jetzt sind sie auf jeder Position doppelt besetzt, das ist sehr untypisch für einen Drittligisten und macht sie so gefährlich für uns“, erklärt er.

Nachholbedarf für den ASV

Sein eigenes Team hat laut Pfannenschmidt an einigen Stellen Nachholbedarf. Die Abstimmung mit Neuzugang Fannar Thor Fridgeirsson kann noch gar nicht klappen, weil der Isländer verletzungsbedingt den Großteil der Vorbereitung verpasste. Auch in Sachen 5:1-Verteidigung sieht der ASV-Trainer seine Formation noch nicht vollends gerüstet. 

„Ich hatte es mir anders vorgestellt. Wir sind noch nicht da, wo ich zu Beginn der Saison sein wollte“, gibt Pfannenschmidt zu. Immer wieder plagte sich der Hammer Zweitligist mit Personalproblemen, musste in den Testspielen teilweise ohne gelernte Rückraummitte und Rechtsaußen auskommen. 

"Wir haben genug Klasse"

Muss auf die Zähne beißen: Lukas Blohme. 

Trotz aller Widrigkeiten und des nötigen Respekts vor der ersten Aufgabe in eigener Halle ist die Zielsetzung klar: „Es ist unser großes Ziel, am Sonntag gegen Kiel zu spielen.“ Das Schwergewicht des deutschen Handballs spielt am Samstag (16.30 Uhr) zunächst gegen den Drittligisten VfL Fredenbeck. 

„Wir müssen uns nicht kleiner machen als wir sind und haben genug Klasse, um die Aufgabe gegen Neuss zu lösen“, sagt Pfannenschmidt selbstbewusst. Die aktuelle Situation sei mit der aus dem Vorjahr zu vergleichen, da habe die Feinabstimmung bis in die Saison angedauert und sein Team die „Improvisation gut hinbekommen.“ 

Trotzt Blohme dem Bänderriss?

Die angespannte Personalsituation scheint sich rechtzeitig vor dem DHB-Pokal etwas zu entspannen. Rechtsaußen Lukas Blohme trainierte am Donnerstag trotz eines Bänderrisses. „Es wäre nicht unwichtig, wenn Lukas spielen kann – gerade für unser Tempospiel“, meint Pfannenschmidt. „Er muss auf die Zähne beißen, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er spielt.“ 

Fridgeirsson und Lars Gudat fallen weiterhin aus. Der Einsatz von Abwehrspezialist Markus Fuchs ist offen: „Ob er spielen kann, stellt sich kurzfristig heraus“, erklärt Pfannenschmidt.

Für beide Tage sind noch rund 500 Karten in allen Preiskategorien erhältlich. Die Tageskasse öffnet am Samstag um 15 Uhr, Sonntag um 16 Uhr.

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