HSV kassiert in Ennepetal Tor zum 1:2 in der 96. Minute

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Die HSV verliert in Ennepetal sehr unglücklich.

Ennepetal - Trainer Sven Hozjak versuchte es, David Loheider auch und schließlich Yakup Köse: Erklärungen zu finden für die unfassbar bittere 1:2 (1:0)-Niederlage ihrer Hammer SpVg beim TuS Ennepetal. David Odonkor probierte es so kurz nach dem Knockout in der Nachspielzeit erst gar nicht, auch wenn es erkennbar in ihm arbeitete. Der Sportliche Leiter beließ es bei drei Worten, die gestern Nachmittag im Bremenstadion noch häufiger zu hören waren: „So ist Fußball.“

Ja, so ist Fußball. Eine Halbzeit lang und weit darüber hinaus hatten die in fast allen Belangen besseren Gäste Ball und Gegner beherrscht, sich insgesamt Chancen für zwei Spiele erarbeitet, aber nur ein Tor durch Loheider zur Halbzeitführung (24.) geschossen. Zu wenig. Am Ende waren es die Ennepetaler, die dank zweier Treffer wie aus dem Nichts – der zweite in der 96. Minute – fast ungläubig feierten: sich selbst, den Sieg und den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz. „Das ist so bitter... und so ärgerlich“, sagte HSV-Trainer Sven Hozjak mit angeschlagener Stimme. Vom Anpfiff an hatte er sein Team lautstark dirigiert. Am Ende ging nicht mehr viel. Es passte irgendwie ins Bild.

Dabei hatte alles so gut begonnen für die Gäste. Die im Vergleich zum 2:2 gegen Neuenkirchen auf vier Positionen veränderte Start-Elf – der zuletzt verletzte Loheider, Köse, Erdal Kaleoglu und Giacomo Serrone waren drin, Joachim Mrowiec, Rene Lindner, Kevin Thume und Damir Ivancicevic draußen – begann furios. Die ersatzgeschwächten Gastgeber wussten gar nicht, wie ihnen geschah. Die Anfangsoffensive der HSV fand ihren Höhepunkt in der siebten Minute: Dalibor Gataric holte sich den Ball am gegnerischen Strafraum und passte ihn zu Loheider, der aus drei Metern Entfernung Torwart Marvin Weusthoff anschoss.

Es folgten weitere gute Szenen der offensiv sehr variablen Gäste, darunter ein abgeblockter Schoss Loheiders (14.), und schließlich das überfällige 0:1. Köse luchste Christian Hausmann den Ball Mitte der Ennepetaler Hälfte ab und bediente Loheider, gegen dessen Schuss Weusthoff machtlos war (24.). Das wäre der TuS-Keeper auch in der 35. Minute gewesen, als Felix Frank aus gut 25 Metern abzog, doch der Ball klatschte gegen den Pfosten. Und die Gastgeber? Hatten kurz vor der Pause eine halbe Gelegenheit, als der Ex-HSVer Maik Bollmann nach einem Freistoß den Ball nicht richtig traf (40.). Mehr war da nicht.

„Wir haben eine überragende erste Halbzeit gespielt, viele Wege gemacht und hätten höher führen müssen“, sagte Loheider und fügte selbstkritisch an: „Da muss ich mir auch an die eigene Nase fassen.“ Ganz ähnlich sah es Ennepetals Coach Emre Renji: „Wir waren mutlos und mit dem 0:1 zur Pause noch gut bedient. In der Kabine haben wir uns vorgenommen, mehr zu riskieren.“ Vor allem Ibrahim Lahchaychi hatte das offenbar verinnerlicht. Fünf Minuten nach Wiederanpfiff schaffte er das, wovon andere ein Leben lang nur träumen: Er jagte den Ball aus 23 Metern Entfernung passgenau zum 1:1 in den Winkel. Er konnte es kaum fassen. Die Hammer ebenso wenig. Sie erholten sich zwar recht schnell von diesem Nackenschlag, aber ihren Angriffen in der nun offeneren Partie fehlten Wucht, Präzision und die letzte Konsequenz. „Wir haben uns schlechter im Zentrum bewegt und uns dem Gebolze des Gegners angepasst“, sagte Hozjak.

Der diesmal blasse Mike Pihl (60./67.), Loheider (61.) und Gataric (65.) kamen dem TuS-Tor zwar nah, waren aber nicht zwingend genug. All das wäre egal gewesen, wenn Gataric in der 88. Minute nach Vorarbeit des eingewechselten Djaniny Cleitson dos Santos Tavares nicht freistehend am überragenden Weusthoff gescheitert wäre.

So aber wurde es ganz bitter für die HSV. In der wegen einer Verletzungspause extra-langen Nachspielzeit musste Dennis Mooy eine Nachlässigkeit von Tavares mit einem taktischen Foul ausbügeln. Der folgende Freistoß erreichte Michael Kupilas, der den Ball zum 2:1 ins Netz köpfte. „Wir waren nicht besser, aber glücklicher“, sagte Renji und fügte an: „So ist Fußball.“

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