"Richtig geile" Situation: Mehnert nimmt Druck vor Partie gegen Marl-Hüls

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Ratlosigkeit in Rheine: Rhynerns Torhüter Alexander Hahnemann (links) und Maximilian Eul nach der 0:2-Niederlage.

Hamm - Fußball-Oberligist SV Westfalia Rhynern trifft bereits am Freitag (19.45 Uhr) auf den Tabellenzweiten TSV Marl-Hüls. Björn Mehnert, Trainer des Vorletzten, überraschte sein Team nach vier Pleiten in Serie mit einer ungewöhnlichen Ansprache und will von Druck nichts wissen.

Mit großen Augen blickten die Oberliga-Fußballer des SV Westfalia Rhynern ihren Trainer Björn Mehnert nach der vierten Niederlage in Serie an. Der 40-Jährige erklärte seinem Team vor dem Heimspiel gegen den Tabellenzweiten TSV Marl-Hüls doch tatsächlich, dass er die aktuelle Situation beim Tabellenvorletzten „richtig geil“ findet. 

„Ich lerne die Spieler jetzt richtig kennen und sie selbst ihre Kollegen. Das ist spannend und interessant“, sagt Mehnert. „Jeder muss für sich selbst die Frage beantworten: ‘Bin ich bereit, noch mehr für meine Nebenleute zu investieren?’“ Sein Kader könne aus der derzeitigen Situation viel mitnehmen, wenn die richtigen Schlüsse gezogen werden, so Rhynerns Coach. Von einer zu großen Last will er nichts wissen: „Wer das schon als Druck empfindet, dem wünsche ich viel Erfolg im Leben abseits des Platzes.“

"Stellen uns nicht mit elf Mann auf die Linie"

Mehnerts Mannschaft muss am Freitagabend gleich mehrere Baustellen schließen, um nach dem Auftaktsieg beim SuS Stadtlohn endlich wieder zu punkten. „Wir schießen zu wenig Tore und kassieren zu viele“, bringt der Westfalia-Trainer die Probleme auf den Punkt. Drei eigene Treffer und neun Gegentore stehen nach fünf Spieltagen zu Buche. 

Wie nach den bisherigen Rückschlägen kündigt Mehnert „die eine oder andere Veränderung“ in der Startelf an. Was genau der Rhyneraner Trainerstab sich überlegt hat, werden die Spieler erst am Freitag in der Besprechung erfahren. Dem Personal misst er in der prekären Lage ohnehin nicht viel Bedeutung bei. „Es geht jetzt nicht um den Einzelnen, sondern um die Gemeinschaft. Uns hat ausgezeichnet, dass wir offensiv flexibel sind, und dabei wird es bleiben. Wir stellen uns nicht mit elf Mann auf die eigene Linie.“ 

Gambino kehrt nach Verletzung zurück

Salvator Gambino kehrt zurück. 

Felix Böhmer und Marvin Buchta befinden sich weiterhin im Aufbautraining und stehen gegen Marl-Hüls nicht zur Verfügung, außerdem fehlt Mücahit Kücükyagci, der sich am vergangenen Sonntag beim Derby-Erfolg der Bezirksliga-Mannschaft gegen die Hammer SpVg II verletzte. Marius Michler weilt im Urlaub, Salvatore Gambino kehrt nach überstandenem Außenbandriss in den Kader zurück. 

Ein starkes Aufgebot wird nötig sein, um den bisher dreimal siegreichen TSV Marl-Hüls zu stoppen. „Das ist eine richtig gute Oberliga-Mannschaft mit viel individueller Qualität“, weiß Mehnert. Offensiv ragten in der noch jungen Spielzeit Dario Gedenk und Michael Smykacz aus dem Team von Trainer Michael Schrank heraus. Sie erzielten je drei Tore und damit zusammen drei Viertel aller TSV-Treffer. Erst am vergangenen Wochenende musste der Tabellenzweite gegen Spitzenreiter SV Lippstadt die erste Pleite der Saison hinnehmen. 

Mehnert will Hemmschuh vermeiden

„Wir werden erneut versuchen, das Spiel zu gewinnen. Aber auch wenn das Team mehr investiert, gibt es keine Garantie, dass wir etwas Zählbares holen“, erklärt Mehnert und ist bemüht, bloß keine Drucksituation aufkommen zu lassen, die möglicherweise zum Hemmschuh der Westfalia werden könnte. 

„Natürlich sollten wir irgendwann punkten. Aber das Leben der Jungs hängt nicht vom Spiel am Freitag ab“, so der 40-Jährige.

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