„Die Vorbereitung war zum Ende hin reine Improvisation“

Tobias Mateina wäre im taktischen Bereich gerne weiter, doch die Verletzungsmisere hat das verhindert. - Foto: Lohmann

Hamm - Vier Wochen laufen und schwitzen, eine Woche individuelles Training und zum Abschluss sieben Wochen Mannschaftstraining. Die Vorbereitung des Handball-Oberligisten SG Handball Hamm war lang und anstrengend, da ist sich Trainer Tobias Mateina sicher. Aber ist er auch mit dem Geleisteten zufrieden? – „Nur bedingt“, sagt er vor dem Saisonstart am Samstag, 18 Uhr, bei der HSG Augustdorf/Hövelhof.

„Bis zum zweiten Traingslager lief alles nach Plan, doch dann ging es drunter und drüber. Wir hatten auf gleich mehrere Ausfälle, sodass ein geregeltes Training nicht mehr möglich war“, zieht der SG-Coach ein bitteres Fazit. Mit Tobias Weßeling, Julius Herbert, Marius Schrage, Dominik Weigel, David Wiencek, Kevin Saarbeck und Max Zyska fielen gleich sieben Spieler aus.

Bis dahin war seine Mannschaft auf einem guten Weg. Mit der ersten Trainingsphase, die von Konditionsarbeit geprägt war, „um auf einen vernünftigen Nenner zu kommen“, war Mateina zufrieden. Mit der einwöchigen Unterbrechung, in denen die Spieler ihre Hausaufgaben zu erfüllen hatten, auch. „Und im Anschluss haben wir uns dem taktisch-spielerischen Bereich zugewandt. Da stand vor allem die Arbeit im Abwehrverband im Vordergrund, da waren wir auf einem guten Weg“, sagt der SG-Trainer. „Aber dann hat es uns erwischt. Die letzten Vorbereitungsspiele, die eigentlich zur Feinabstimmung dienen sollten, waren reine Improvisation und haben nicht den Sinn gehabt, den sie eigentlich erfüllen sollten.“

Die Mannschaft sollte sich einspielen, das konnte sie in den wechselnden Besetzungen jedoch nicht. Das ist sehr ärgerlich. „Ich musste teilweise mit einer Aufstellung spielen lassen, die so in der Saison nie auflaufen wird“, erklärt Mateina. Am vergangenen Freitag im Test gegen den Verbandsligisten TuS Möllbergen beorderte Mateina gleich sechs A-Jugendliche in den Kader, damit er überhaupt genug Spieler hatte. Zwar trennten sich beide Mannschaften mit einem 28:28-Unentschieden, doch zur Halbzeit lag die SG-Sieben mit 8:13 hinten. Das Spiel war wieder ein Muster ohne Wert, das weder dem Einspielen diente, noch Aufschlüsse über den Leistungsstand des Teams lieferte.

„Wir wissen zum Saisonbeginn nicht, wo wir stehen“, blickt Mateina realistisch voraus. „Aber ich hoffe, dass der ein oder andere der Verletzten am Wochenende wieder auf dem Spielberichtsbogen stehen wird.“ Bis auf Schrage und Zyska, die weiter fehlen werden. Die anderen Spieler haben schon wieder mit der Mannschaft trainiert, sind „jedoch nicht voll in die Belastung gegangen.“

Mateina ist trotz der Nackenschläge, die er einstecken musste, froh, dass es jetzt endlich losgeht. „Die Vorbereitung war lang und hart“, sagt er. „Training ist schön und gut, was fehlt, ist der Wettkampf. An unserer Ausgangslage ist nichts zu ändern, aber ich bin zuversichtlich, dass wir gegen Augustdorf bestehen können.“ Der SG-Coach hat aus der Not eine Tugend gemacht und gegen die HSG versucht, einfache Lösungen, die zum Erfolg führen sollen, zu finden. So schnell steckt ein Mateina nicht auf. Nicht als Spieler, der mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen hatte, und erst recht nicht als Trainer, dem das Verletzungspech einen Strich durch seine Vorbereitung gemacht hat. Kampf und Disziplin sind für ihn selbstverständlich. Und diese Tugenden will er auch von seiner Mannschaft sehen. Dann wird sich auch der Erfolg einstellen. Da ist er sich sicher.

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