ITTF-Präsident Weikert beim Vorolympia-Turnier in Hamm

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Gern in Hamm: ITTF-Präsident Thomas Weikert (rechts), hier mit dem früheren Vorsitzenden des Stadtsportbundes, Fritz Corzilius, und Bürgermeisterin Ulrike Wäsche.

Hamm - Thomas Weikert ist ein viel beschäftigter Mann – und das nicht erst, seit er im Jahr 2014 zum Präsidenten des Tischtennis-Weltverbandes (ITTF) gekürt worden ist. Derzeit weilt der langjährige Präsident des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) bei den Jugend-Europameisterschaften in Zagreb – am Samstag wird er dann Gast in Hamm sein, wo der TTC GW Bad Hamm von Freitag (ab 18.30 Uhr) und Samstag (ab 11 Uhr/Sporthallen der Friedensschule und HSHL) sein europäisches Olympia-Vorbereitungsturnier ausrichten wird.

Den Weg nach Hamm dürfte Weikert fast mit geschlossenen Augen finden, denn schließlich stand er als Spieler gleich zweimal beim TTC GW unter Vertrag, als dieser noch in der 1. Tischtennis-Bundesliga um Punkte spielte: 1984 und 1988. „Dass ich in Hamm eine gute Zeit hatte und nur die besten Erinnerungen an diese Zeit habe, belegt allein die Tatsache, dass ich die Nummer des damaligen GW-Vorsitzenden, Theo Vatheuer, noch immer auswendig kann“, sagt Weikert, der heute als Rechtsanwalt in seiner eigenen Kanzlei in Limburg tätig ist. „In Hamm wurde immer professionell gearbeitet, auch wenn wir damals leider abgestiegen sind.“

Dass die europäischen Spitzenspieler am Wochenende beim Vorbereitungsturnier in Hamm sehr gute äußere Bedingungen vorfinden werden, steht für Weikert fest. „Wir wissen, dass Theo mit seinem Team solche Veranstaltungen organisieren kann“, sagt der 54-Jährige. „Und ich war lange genug Präsident beim DTTB, um sagen zu können, dass man das dort auch weiß und daher für die Vergabe des Turniers Hamm ausgewählt hat. Deshalb ist es für mich auch keine Frage, dass die Verantwortlichen auch dieses Turnier wieder sehr gut organisieren werden.“

Dass die europäische Elite sich vor Rio in Düsseldorf trifft, um in einem gemeinsamen Trainingslager die Form für Olympia anzutrainieren, ist für Weikert nur logisch. „Ich denke, es ist so gewesen, dass man insgesamt in Deutschland und Europa die bestmögliche Vorbereitung wollte“, sagt er. „Und da bietet es sich an, im Düsseldorfer Tischtenniszentrum die Form zu überprüfen. Das haben wir 2008 und 2012 auch schon so gemacht. Und da liegt auch die Intention der Trainer, nach dem harten Training noch einen Wettkampf zu haben wie jetzt in Hamm.“

Doch auch wenn die Grünweißen alles versuchen, um die Bedingungen, die die Athleten in Brasilien vorfinden werden, nachzustellen – simulierbar wird es nicht sein. „Dass das geht, glaube ich nicht. In Rio werden sicherlich, wenn es soweit ist, vernünftige Bedingungen herrschen. Dafür haben wir gesorgt. Es wird einen grünen Boden geben, der im Vergleich dem roten ähnlich ist, und wir werden eine Klimaanlage haben, die die Bälle nicht wegbläst. Aber Rio ist nicht London. Es gibt noch einige Dinge zu tun.“

Womit er vor allem auf den Vorverkauf für das olympische Turnier anspielt. „Wir hatten Anfang Juli erst 30 bis 35 Prozent der Karten verkauft“, sagt Weikert. „Das ist natürlich nicht so gut, auch wenn wir im Tischtennis bei den sozialen Medien wie Youtube oder auf der Website mit den drittmeisten Zugriffen gemessen an allen Verbänden gut sind. Aber ob das jetzt animiert, zu kommen? Beim ITTF überlegen wir dezeit jedenfalls, wie wir das noch ankurbeln können.“

Bei den zwölf Akteuren um Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov, die am Wochenende in Hamm um den Turniersieg kämpfen werden, braucht er zumindest keine Werbung mehr zu machen. Für die ist Olympia ein Höhepunkt ihrer Karriere – und selbst wenn die Tribünen in der Sporthalle der Friedensschule ausverkauft sein sollten, ist sich Weikert sicher: „Die Gefahr, dass dort dann mehr Zuschauer als in Rio de Janeiro sein werden, besteht sicher nicht.“

Karten für das Turnier des TTC GW Bad Hamm gibt es in der WA-Geschäftsstelle

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