TTC GW Bad Hamm rettet einen Punkt gegen Berlin

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Masaki Takami

Hamm - Als die Partie zwischen dem TTC GW Bad Hamm und Hertha BSC Berlin in der 3. Tischtennis-Bundesliga Nord die epische Dauer eines Bruce-Springsteen-Konzerts annahm, durften sich die Spieler des Gastgebers doch noch glücklich abklatschen. Mit 2:5 hatte das Team von Trainer Bernd Ahrens in der Spitzenbegegnung des Spieltags bereits zurück gelegen – am Ende behielt es beim 5:5 nach dreieinhalb Stunden Kampf zumindest noch einen Punkt.

„Wir können mit dem Ergebnis glücklich sein“, sagte Ahrens, dessen Team nun punktgleich mit dem TTC Ruhrstadt Herne (beide 7:1 Zähler) die Tabelle anführt, erleichtert. „Wir wussten, dass Berlin am unteren Paarkreuz stark besetzt ist. Und dass wir beide Doppel verloren haben, war schon überraschend. In einem hatten wir ja sogar einige Matchbälle. Und wenn das kommt, können wir mit etwas Glück sogar noch gewinnen.“

Dabei waren die Grünweißen bislang gerade in der Doppelkonkurrenz noch ohne Niederlage geblieben. Doch gegen die in Bestbesetzung angetretene Hertha lief zunächst alles gegen die Gastgeber. Der japanische Neuzugang Masaki Takami musste mit Valent Nad Nemedi seine erste Niederlage auf deutschem Boden hinnehmen – am Ende beim 1:3 gegen Sebastian Borchardt und Arne Hölter sogar überraschend deutlich. Auf der anderen Seite lieferten sich Gerrit Engemann und Artur Bialek ein enges Duell mit den Berlinern Deniz Adyin und Andy Römhild. Doch nach einer 2:1-Satzführung ließen die beiden Hammer im vierten Durchgang gleich fünf Matchbälle ungenutzt, unterlagen noch mit 18:20 und gingen im Entscheidungssatz mit 1:11 unter – ein denkbar schlechter Start für den TTC Grünweiß.

Um so wichtiger, dass Takami und Bialek anschließend in zwei umkämpften Partien am Ende noch als glückliche Fünf-Satz-Sieger von der Platte gingen. Der erst 17-jährige Takami begann gegen Borchardt sehr unsicher, lag bereits mit 1:2 Sätzen zurück, ehe er immer stärker wurde und seine gefürchtete Rückhand häufiger ihr Ziel traf. „Er hat vorher gesagt, dass er noch ein wenig nervös ist“, sagte Ahrens. „Das war wie in Brackwede. Aber dann hat er doch noch richtig aufgedreht.“ Am zweiten Tisch schien Bialek gegen Aydin bereits geschlagen zu sein. Doch die Hammer Nummer zwei kam nach 0:2-Satzrückstand zurück, stellte sein Spiel um, indem er aggressiver an der Platte stand und selbst mehr Initiative ergriff. Der Lohn: Der 2:2-Ausgleich für die Gastgeber nach drei taktisch überlegten Sätzen.

Doch der Hammer Höhenflug wurde jäh wieder gestoppt, nachdem sowohl Nad Nemedi beim klaren 1:3 gegen Hölter und überraschend auch Engemann beim 0:3 gegen Römhild chancenlos waren. Vor allem Engemann wirkte – wie schon im Doppel – gehemmt. „Gerrit war angeschlagen, hat nach seiner Knieverletzung erst zweimal eine halbe Stunde trainiert“, sagte Ahrens. „Er hatte Angst, dass die Verletzung wieder aufbricht.“ Als dann auch noch Bialek gegen Borchardt chancenlos war, sah es ganz schlecht für die Grünweißen aus.

Doch Takami fertigte Aydin anschließend ab, Engemann drehte die Partie gegen Hölter nach verlorenem ersten Durchgang und Nemedi kämpfte Römhild nieder. „Im zweiten Spiel hat sich Gerrit voll reingehängt und wieder Vertrauen in sein Knie bekommen“, so Ahrens. „Valle hat gut gekämpft – und die Zuschauer waren auch da. Da hat dann alles gepasst.“ Wie bei einem guten Springsteen-Konzert, eben.

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