Slalom-Ass Stefan Hengst schlägt Ski-Weltmeister Marcel Hirscher

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Zahlreiche Zuschauer säumten die Kanu-Strecke, als der Heessener Stefan Hengst Ski-Ass Marcel Hirscher abhängte.

Hamm - Stefan Hengst, Kanu-Slalom-Fahrer vom Kanu-Ring Hamm, hat Ski-Weltmeister Marcel Hirscher geschlagen – natürlich nicht auf der Skipiste, sondern beim alljährlich stattfindenden „Dolomitenmann". Dabei stürzten die Kontrahenten unter anderem sieben Meter in die Tiefe.

„Er hat keine Schnitte gehabt, er ist fast untergegangen“, sagte Hengst – fügte aber auch hinzu: „Riesenrespekt, dass er sich da runtergequält hat. Es ist super, dass er bei so einem Event dabei ist. Er pusht die Veranstaltung und zieht die Sponsoren sowie die Aufmerksamkeit an.“

Glaubt man den Veranstaltern, dann ist dieser Wettkampf der härteste Alpinwettbewerb weltweit. Auch in diesem Jahr traten wieder mehr als 100 Profi- und Amateurteams gegeneinander an. Zu einer Mannschaft gehören jeweils ein Bergläufer, ein Paraglider, ein Mountainbiker und ein Kajakfahrer, die gegeneinander gegen die Elemente und den inneren Schweinehund ankämpfen. 

Kajakfahrer stürzen sieben Meter in die Tiefe

Zunächst startet der Bergläufer, der auf einer zwölf Kilometer langen Strecke einen Höhenunterschied von 2000 Metern zu bewältigen hat. Er übergibt den Staffelstab an den Paraglider, der sich in kürzester Zeit mit Zwischenlandung und Laufeinlage talwärts stürzt und dann den Mountainbiker losschickt, um über 1400 Höhenmeter den Berg zu erklimmen und auf der ehemaligen Weltcup- Abfahrtspiste zu Tal zu rasen. 

Zum Schluss kommen die Kajakfahrer ins Spiel, die aus sieben Metern Höhe in die Drau stürzen und ihre Mannschaft in einem kräftezehrenden Rennen über fünf Kilometer stromauf sowie mit einem finalen Sprint mit geschultertem Boot ins Ziel auf dem Hauptplatz von Lienz möglichst gut positionieren. Dieses Spektakel verfolgen in Lienz 40 000 Zuschauer – und das mediale Interesse in Österreich ist vergleichbar mit dem bei einem Ski-Weltcup. 

Platte Reifen kosten Zeit

Stefan Hengst

Der junge Heessener Top-Kanute Stefan Hengst startete in diesem Jahr zum zweiten Mal für das Pichler-und-Strobl-Proteam, zusammen mit Ben Zwiehoff (Mountainbike-Profi aus Essen), dem Bergläufer Emanuel Zeppetzauer und dem Paraglider Lorenz Resch (beide Österreich). Die vier Jungs belegten in dem stark besetzten Feld den 23. Platz, obwohl sich Zwiehoff mit drei Platten beim Downhill herumärgern musste. 

„So viel Pech hat er die ganze Saison nicht gehabt“, berichtete Hengst. „Bergauf hatte er die sechstschnellste Zeit, aber als er am Ende seinen Flickschaum und auch seine Ersatzschläuche aufgebraucht hatte, musste er bergab die Hälfte der Strecke mit einem Platten fahren und kam mehr oder weniger ins Ziel geschliddert.“ 

Skiweltmeister belegt Platz 68

Prominentester Teilnehmer in diesem Jahr war Marcel Hirscher. Der vierfache Skiweltmeister und fünfmalige Gewinner des Gesamtweltcups ging im Kanu an den Start. Zu seiner Mannschaft gehörten zudem Andreas Goldberger, ehemaliger Weltklasseskispringer als Bergläufer, sowie Wendelin Ortner mit dem Gleitschirm und Karl Benjamin auf dem Mountainbike im rein österreichisch besetzten „Wings for Life“-Team, das letztlich auf dem 68. Platz landete. 

Auf dem Wasser hatte Hengst seinem prominenten Kontrahenten 20 Minuten abgenommen. Der Heessener kam als Zwölfter der Einzelwertung Kajak ins Ziel. „Beim Sprung ins Wasser hatte ich mich gedreht. Und beim Slalom musste ich zwei andere Fahrer überholen, da habe ich ein wenig Zeit verloren“, ärgerte sich Hengst. „Und auch bei der Tragepassage bin ich an einem Gegner nicht vorbeigekommen.“ 

Kommt es zur Revanche?

Ob es im kommenden Winter zu einer Revanche auf der Skipiste kommt, dem Terrain, auf dem sich Marcel Hirscher wie kein Zweiter bewegt, ist allerdings eher unwahrscheinlich. „Da, wo er fährt, würde ich gar nicht herunter kommen“, sagt Hengst. „Zumal ich nur ein bisschen Snowboard, aber überhaupt kein Ski fahren kann.“

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