Schmerzhafter Derbysieg: Rhynerns Zweite bezwingt Tabellenführer

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Mücahit Kücükyagci (rechts) und Westfalia Rhynern setzten sich im „kleinen“ Derby gegen die Hammer SpVg, hier mit Andre Born (links), durch.

Hamm - Eine Woche nach dem Derby in der Fußball-Oberliga standen sich die zweiten Mannschaft von Westfalia Rhynern und der Hammer SpVg gegenüber. Die Elf vom Papenloh siegte dank eines Last-Minute-Treffers, für Trainer Ralf Hettwer war der Sieg aber teuer erkauft.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht blickte Hettwer in den letzten Minuten des „kleinen“ Derbys auf den Rasen – keinesfalls weil die Leistung von Westfalia Rhynern II beim eigenen Trainer für Bauchgrummeln sorgte, sondern weil der Jubel über den Last-Minute-Sieg gegen die zweite Mannschaft der Hammer SpVg offenbar zu heftig ausfiel. 

„Ich bin eigentlich nur hochgesprungen, habe aber sofort gemerkt, dass es in den Muskel gezogen ist“, erklärte Hettwer mit gequältem Lächeln. Die 90. Minute war gerade angebrochen, als Rhynerns Rechtsaußen Georgios Gkikas sich nach einem Einwurf stark durchsetzte und den Ball hart vor den HSV-Kasten flankte. Dort stand Sturmspitze Marius Michler bereit, köpfte ein und sorgte für großen Jubel am Papenloh – nur bei seinem Coach währte die Freude kurz. 

Chancen-Wucher bei der HSV

Die Gäste haderten nach Abpfiff mit ihrem Schicksal, waren sie doch über weite Strecken die gefährlichere Elf im Stadtduell gewesen. „Wir waren am Drücker und wollten es erzwingen. Die Niederlage ist sehr bitter“, sagte HSV-Trainer Björn Wittchen nach der ersten Saisonpleite. 

Westfalia Rhynern II schlägt Hammer SpVg II mit 1:0

Mergim Deljiu eröffnete die Partie nach neun Minuten, als er eine Hereingabe von Sturmpartner Yasin Acar über das Tor köpfte. Kurz darauf verpassten Andre Born und Acar einen Querpass von Cedric Wittchen nur knapp (14.). Erneut Born mit einem Fernschuss (37.) und Semih Karaca, der Claudio Osterhoff per Heber zu einer Parade zwang (38.), ließen Möglichkeiten auf den Führungstreffer aus. 

Routinier verfehlt mehrfach per Kopf

Routinier Michael Kaminski stellte noch vor dem Pausenpfiff seine Kopfballstärke unter Beweis, doch auch der mit 32 Jahren bei weitem älteste Akteur auf dem Platz zielte zweimal nicht genau genug. „Wir hatten unsere Möglichkeiten, haben sie aber leider nicht genutzt. Das ist das einzige, was ich den Jungs vorwerfen kann“, konstatierte Wittchen. 

In Hälfte zwei kam auch die Westfalia, die zuvor mit viel Ballbesitz kaum etwas Gefährliches zustande gebracht hatte, besser in die Gänge. Wonhee Ryu spielte Marius Michler frei, dessen Heber aber köpfte Cedric Wittchen in höchster Not über das eigene Tor (58.). Mücahit Kücükyagcis Schuss strich anschließend nur knapp über den HSV-Kasten (63.) 

Deljiu trifft irregulär

Die Gäste brauchten etwas Anlaufzeit, kamen über Wittchen und Born aber erneut zu einer guten Gelegenheit (66.). Als das Leder dann endlich im Westfalia-Tor lag, verweigerte Schiedsrichter Julian Brandt dem Treffer aufgrund einer Abseitsstellung von Deljiu die Anerkennung (84.). 

Auf der Gegenseite sorgte Marius Michler schließlich für den schmeichelhaften Sieg seines Teams und den zweiten Dreier in Folge. „Wir haben hinten kompakt gestanden, und ich wusste, dass wir vorne irgendwann treffen würden“, sagte Hettwer. Sein Gegenüber Björn Wittchen machte seiner Formation keinen Vorwurf: „Ich wusste, dass wir auch mal verlieren werden. Wir haben nur einmal gepennt, aber das reichte.“

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