Hammer SpVg gewinnt das Derby am Papenloh mit 2:1

Nur drei Punkte, Vorletzter: Rhynerns Fehlstart weckt ungute Erinnerungen

Redebedarf im Familienkreis: Rhynerns Vorsitzender Arnulf Kleine mit seinen Söhnen Lennard und Jan (von links). Foto: Mroß

Hamm - Es war ein Derby, das Spuren hinterlassen hat. Bei der Hammer SpVg positive, denn nach dem 2:1-Sieg beim SV Westfalia Rhynern darf die Mannschaft von Trainer Sven Hozjak den Blick in der Fußball-Oberliga wieder nach oben richten. Die Elf vom Papenloh dagegen muss – wenige Tage nach dem ersehnten Okay zum Bau eines neuen Stadions am Tünner Berg – nicht nur die Niederlage im prestigeträchtigen Duell verkraften, sondern auch das Abrutschen auf den vorletzten Tabellenplatz.

Und daher hatte Rhynerns Trainer Björn Mehnert seine Schützlinge am Samstag auch sofort nach dem Abpfiff in die Kabine beordert, wo er ihnen klar machte, was er von dem Auftritt hielt. Nämlich nicht allzu viel. Denn die Westfalia hatte an diesem Tag all das vermissen lassen, was nötig ist, um ein Fußballspiel erfolgreich zu bestreiten. 

„Das war nicht gut von uns. Die Hammer haben Fußball gespielt, waren präsenter. Wir dagegen haben uns nichts getraut, obwohl wir doch gute Zocker im Team haben“, zuckte Neuzugang Xhino Kadiu ratlos mit den Schultern. „Das ist jetzt eine schwierige Situation. Wir müssen Charakter zeigen – und das werden wir auch.“

Fußball Oberliga: HSV gewinnt Derby gegen Rhynern 2:1

Dennoch machte sich rund um den Papenloh die Angst breit, dass die Mannschaft nach lediglich drei Punkten aus den ersten vier Saisonspielen eine ähnlich schwache Hinrunde abliefert wie vor einem Jahr. Auch jetzt hakt es wieder gewaltig im Team, die Mannschaft präsentiert sich nicht als Einheit, in der jeder für jeden kämpft. Und daher redete Kapitän Dustin Wurst auch Klartext. „Da gibt es keine zwei Meinungen: Der Sieg der HSV war absolut verdient. Wir hatten viel zu viel Angst, Fehler zu machen. Wir sind jedenfalls wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, wir haben einen schönen Fehlstart hingelegt – so wie vor einem Jahr“, sagte der Routinier. „Wir müssen aufpassen, dass wir langsam die Kurve bekommen. Ansonsten wird aus einer Saison, in der eigentlich viel für uns möglich ist, eine ganz, ganz schwere.“

Hier geht es zum Spielbericht

Erschreckend war vor allem, wie leicht das Spiel der Rhyneraner auszurechnen war. Immer wieder probierten sie es mit langen Bällen und vergaßen dabei, ihre technischen Fähigkeiten, ihren Kombinationsfußball und ihr schnelles Umschalten einzubringen. „So kann man weder ein Derby noch irgendein anderes Spiel in der Oberliga gewinnen. Am Ende war es doch nur eine Frage der Zeit, wann wir den zweiten Treffer kassieren“, so Wurst. Die nächsten Aufgaben haben es in sich: Am Sonntag geht es zum unangenehm zu spielenden FC Eintracht Rheine, danach kommt Spitzenreiter TSV Marl-Hüls zum Papenloh.

Im Gegensatz zu den Rhyneranern zog es die HSV-Akteure nach dem Schlusspfiff nicht sofort vom Platz. Sie feierten auf dem Rasen und vor ihren Fans, bevor auch sie in die Kabine gerufen wurden – allerdings nicht für eine Standpauke, sondern für ein Sieger-Selfie.

Der Live-Ticker zum Nachlesen

Einer, der besonders lange an der Bande stand und sich unterhielt, war Nils Kisker. Sein Einsatz im Derby hatte lange auf der Kippe gestanden. „Am Montag sah es echt nicht gut aus: Mein Knöchel war nach dem Spiel gegen Lippstadt ganz schön dick“, sagte der 21-Jährige. Während der Partie war davon wenig zu sehen. Dauerläufer Kisker zog bis zum Schlusspfiff durch. Bis dahin machte er an der Seite von Felix Frank im Mittelfeld die Zentrale dicht und stieß – wie von Hozjak gefordert – bei eigenen Angriffen in die Spitze vor. 

Einer dieser Spurts brachte Hamm den Ausgleich. Nach einer Hereingabe des starken Mike Pihl drückte er den Ball über die Linie. „Das Tor konnte ich eigentlich nicht mehr verfehlen“, sagte Kisker, für den es der zweite Oberliga-Treffer seiner Karriere war. Nummer eins hatte er am letzten Spieltag der vergangenen Saison beim SC Roland Beckum markiert. „Aber im Derby zu treffen, ist noch ein schöneres Gefühl“, sagte das einzig verbliebene Eigengewächs im HSV-Team. Hozjak war zufrieden: „Nils ist ein dankbarer Spieler. Er marschiert und arbeitet für andere.“

Eine besondere Partie war das Derby auch für Yakup Köse. Der Routinier, auf dessen schmalen Schultern in der vergangenen Saison die alleinige Last des Spielaufbaus gelegen hatte, hatte gegen Lippstadt nur auf der Bank gesessen. Und auch zu Beginn des Derbys musste er zuschauen, wie die anderen spielten. Als er in der 77. Minute für Dalibor Gataric eingewechselt wurde, sorgte der 34-Jährige sofort für viel Bewegung – und für Jubel beim HSV-Anhang, als er nur vier Minuten nach seiner Einwechslung den Elfmeter platziert zum 1:2 verwandelte.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare