Rhynern verhindert vorzeitige Aufstiegsfeier von Sprockhövel

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Cihad Kücükyagci beim Schussversuch.

Hamm - Ein Sieg am Papenloh – und dann wäre der Aufstieg der TSG Sprockhövel in die Regionalliga perfekt gewesen. Doch der SV Westfalia Rhynern machte den Gästen vor 522 Zuschauern einen Strich durch die Rechnung und sorgte mit dem 2:2 (1:2) im Heimspiel der Fußball-Oberliga dafür, dass die TSG ihre Party um sechs Tage verschieben muss.

„Wir hatten keine große Lust darauf, dass Sprockhövel bei uns feiert“, erklärte Rhynerns Trainer Björn Mehnert nach der niveauvollen Partie – und fügte schelmisch lächelnd hinzu: „Außerdem ist es für die TSG doch viel schöner, den Aufstieg zuhause klar zu machen.“ Gästecoach Andrius Balaika hatte damit überhaupt keine Probleme, war letztlich sogar froh, dass seine Mannschaft bei der Westfalia ein Remis erreicht hatte. „Dass wir hier einen Punkt geholt haben, damit sind wir hochzufrieden“, sagte der Gästecoach, dessen Mannschaft die Rhyneraner im ersten Durchgang allerdings von einer Verlegenheit in die nächste gestürzt hatte.

Vor allem Christopher Antwi-Adjej riss mit seinen Tempodribblings über die linke Seite immer wieder große Löcher in die Defensive der Platzherren. So auch in der 15. Minute, als er einmal mehr seinen Gegenspieler Gerrit Kaiser überlaufen und in die Mitte gepasst hatte, wo Christian März zum 0:1 traf. „Der Junge ist super flexibel. Wir haben keinen Zugriff bekommen“, gestand Kaiser später ein.

Nach dem Rückstand fand die Westfalia kurzzeitig etwas besser ins Spiel, hatte beim Ausgleich aber großes Glück, als sich Cedik Mvondo einen folgenschweren Patzer erlaubte. Lennard Kleine schnappte sich das Leder, umkurvte TSG-Keeper Robin Benz und passte dann noch einmal in die Mitte, wo Salvatore Gambino mit einem platzierten Schuss das 1:1 markierte (29.). Doch wenig später lagen die Rhyneraner erneut zurück. Erneut war Antwi-Adjej durch nichts und niemanden zu stoppen, auch nicht von Keeper Alexander Hahnemann, an dem der Sprockhöveler den Ball nach seinem Solo vorbeischob und zum 1:2 traf (41.). „Wir haben die Außen einfach nicht zubekommen“, ärgerte sich Mehnert später.

Fußball Oberliga: Westfalia Rhynern - TSG Sprockhövel 2:2

Zur Pause reagierte der Coach, brachte Adrian Cieslak für den gelb-verwarnten Dustin Wurst und Jan Apolinarski für Kaiser. Doch es waren nicht nur diese personellen Änderungen, die die Partie kippen ließen. Sondern auch eine Undiszipliniertheit von TSG-Akteur Emre Karaca, der gegen Cihad Kücükyagci überaus rüde eingestiegen war und zurecht die Rote Karte sah (71.). „Ich frage mich in solchen Situationen schon, was da in so einem jungen Kopf vorgeht“, wunderte sich Balaika, der dann mitansehen musste, wie der Druck der Rhyneraner immer größer wurde. Und so war es nicht verwunderlich, dass den Gastgebern in der 87. Minute der verdiente Ausgleich gelang. Nach einer Ecke und Kopfbällen von Tran, Mathieu Bengsch und Kleine landete das Spielgerät bei Cieslak, der aus kurzer Distanz den Ball zum 2:2 über die Linie drückte. „In der zweiten Hälfte haben wir die richtige Reaktion gezeigt. Und mit ein bisschen mehr Überzeugung und Cleverness hätten wir sogar noch gewinnen können.“ doch letztlich konnten sowohl die Rhyneraner als auch die Gäste mit dem Remis gut leben. „Der Punkt geht in Ordnung“, sagte Linksverteidiger Markus Maier.

Mit zwei Siegen gegen Bielefeld II und Gütersloh in den beiden letzten Saisonspielen will die Papenloh-Elf nun Platz sechs und damit den Einzug in den Westfalenpokal perfekt machen.

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