Rhynern siegt durch Glückstor gegen den SC Paderborn

Rhynerns Lennard Kleine zieht zum 1:1-Ausgleich ab. Foto: Thomas

Hamm. Als er in der 83. Minute zur Flanke ansetzte, war Salvatore Gambino wohl der Letzte, der damit gerechnet hatte, dass er nur wenige Augenblicke später, verfolgt von einer Horde ausgelassener Teamkollegen, jubelnd auf dem Weg zur Rhynerner Trainerbank sein würde. Dort ließ er sich für den Siegtreffer in der Oberligapartie seines Teams bei der U 23 des SC Paderborn feiern.

„Klar war das als Flanke geplant. Das hat ja jeder Blinde gesehen“, sagte „Salva“ eine halbe Stunde später, als er glücklich über den fünften Sieg in Folge und als frisch geduschter Tabellenvierter vor der Kabine stand. „Aber wenn du einen Lauf hast, dann gehen eben auch mal solche Bälle rein.

Um so schöner für den Offensivspieler der Westfalia und seine Teamkollegen, dass sein kleiner Ausrutscher die unverhoffte 2:1 (1:1)-Entscheidung zu Gunsten der Gäste gebracht hatte. Denn die hatte zu diesem Zeitpunkt der Partie niemand der rund 100 Zuschauer auf dem Paderborner Kunstrasenplatz an der Neuenbekener Straße mehr für möglich gehalten. „Das war ein glücklicher Sieg für uns. Nicht verdient“, sagte Westfalia-Trainer Björn Mehnert treffend. „Paderborn hat die Räume gut zugestellt, ist viel über die Außen gekommen, so dass wir Probleme bekommen haben.Letztlich zeichnet das die Jungs aber aus, dass sie auch einmal durch einen glücklichen Ball gewinnen können.“

Mehnert hatte seine Mannschaft nur auf einer Position im Vergleich zum Lippstadt-Spiel umgestellt. Für Joachim Mrowiec stand diesmal Lukas Arenz in der Startaufstellung. Den ersten Akzent der Begegnung setzten allerdings die Gastgeber. Als eine Paderborner Ecke eigentlich schon gelöscht war, kam der Ball noch einmal zu Sefkan Kaynak, der zunächst andeutete, den Ball weiterzuleiten, dann aber, nachdem die Westfalia-Defensive komplett einen Schritt zur Seite gemacht hatte, geschickt die entstandene Lücke nutzte, um per Schlenzer ins lange Eck erfolgreich zu sein (8.). Zu diesem Zeitpunkt noch verdient für den Tabellen-14..

Doch durch diesen Weckruf wurden die Gäste agiler, nahmen Tempo auf, und es entwickelte sich eine von beiden Seiten intensiv geführte Partie zweier technisch starker Mannschaften. In der sich fortan die Westfalia ihre Chancen erspielte. Ein Schussversuch aus kurzer Distanz von Than Tan Tran wurde noch abgeblockt (16.), doch neun Minuten später bekam Lennard Kleine an der 16-Meterraum-Linie den Ball. Eine kurze Drehung, ein präziser Linksschuss ins lange Eck, und es hieß 1:1 (25.). Der Ausgleich, der spätestens fünf Minuten später mehr als verdient war, nachdem Arenz den Ball zunächst knapp vorbei (27.) und dann auf die Latte (30.) gezielt hatte.

Mit Gerrit Kaiser für Robin Hoffmann schickte Mehnert sein Team in die zweite Halbzeit. Doch von der Präsenz, die die Gäste ab Mitte des ersten Durchgangs an den Tag gelegt hatten, war nicht mehr viel zu sehen. Paderborn machte Druck, presste und sorgte so dafür, dass Rhynern nur noch sporadisch zu strukturierten Spielzügen kam. So musste Torhüter Alexander Hahnemann gleich zweimal dafür sorgen, dass seine Mannschaft im Spiel blieb (53. gegen Köhler und 76. gegen Rump), was ihm das Sonderlob seines Trainers einbrachte. „Das war fehlerfrei“, sagte Mehnert und klopfte seinem Keeper anerkennend auf die Schulter, was der mit einem Lächeln quittierte.

Als dann gar nichts mehr ging, kam Gambino, dessen Siegtreffer Dustin Wurst, nachdem die erste Anspannung von ihm abgefallen war, flapsig und mit einem breiten Grinsen kommentierte. „Hey Mann, der war Profi“, sagte der Kapitän. „Klar hat er das so gewollt.“

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