Rhynern kassiert Gegentor erst kurz vor dem Abpfiff

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Dichtes Schneetreiben herrschte zu Beginn der Partie des SV Westfalia – hier Marius Michler – gegen Erkenschwick.

Hamm - Björn Mehnert wusste schnell, woran es gehapert hatte. „Bei uns macht sich sehr schnell Selbstzufriedenheit breit. Da fehlen uns drei, vier Typen, die Stimmung reinbringen und den Fokus auf das Wichtige lenken“, sagte der Coach des Fußball-Oberligisten SV Westfalia Rhynern nach der knappen, aber verdienten 0:1 (0:0)-Heimniederlage vor 412 Zuschauern am Papenloh gegen die SpVgg Erkenschwick.

Acht Siege in Serie hatte die Westfalia zu Ende des vergangenen und Beginn dieses Jahres eingefahren, danach in fünf Partien aber vier Niederlagen kassiert nnd nur noch einen Dreier gelandet. Entsprechend enttäuscht war Mehnert nach der Partie gegen die Gäste vom Stimberg über die Mentalität seiner Akteure. „Von der Einstellung her kann ich den Jungs noch nicht einmal einen Vorwurf machen“, erklärte er. „Im Training geht es immer gut zur Sache, aber im Spiel ist keiner da, der mal dazwichenhaut. Da haben wir uns den Schneid abkaufen lassen. Wenn das so weiter geht, reicht es vielleicht für Platz zehn bis zwölf. Jetzt können die Jungs zeigen, ob sie Typen sind oder einfach nur mitspielen wollen.“

Aufgrund eines heftigen Hagel- und Graupelschauers, der kurz vor dem Anpfiff über dem Papenloh niederging, hatte Schiedsrichter Selim Erk (Herne) die Partie ein paar Minuten später angepfiffen. Doch es lag weniger am rutschigen Rasen, sondern vielmehr an der offensiv ausgerichteten und neu zusammengestellten Dreierkette der Westfalia, dass die Rhyneraner Abwehr in den ersten 20 Minuten gehörig ins Schwimmen geriet und von den Gästen von einer Schwierigkeit in die nächste gestürzt wurden. Doch Arda Nebi (7.), Stefan Oerterer (11., 13.), Marvin Schurig (18.) und erneut Nebi (20.) ließen die hochkarätigen Möglichkeiten liegen. Anschließend gab es zwar nicht mehr so viele Torchancen, ruhig wurde es auf dem Platz dennoch nicht. Denn die Partie wurde von beiden Teams hart, teilweise sogar nickelig geführt, so dass es immer wieder zu Rudelbildungen kam und der Unparteiische eine Menge Arbeit zu verrichten hatte, um die Gemüter immer wieder zu beruhigen. Die hatten sich anschließend so weit abgekühlt, dass es vor dem Wechsel nur noch zu einer Chance für die Rhyneraner kam, als Erkenschwicks Torwart Marcel Müller einen Schuss von Lennard Kleine im Nachfassen entschärfte (43.). Im zweiten Durchgang waren die Gäste nur noch durch zwei Standardsituationen gefährlich. Einen Kopfball von Davide Basile klärte Mathieu Bengsch für seinen bereits geschlagenen Torwart Alexander Hahnemann vor der Linie (65.), dann köpfte Christoph Kasak einen Eckball knapp über die Latte (77.). Als sich beide Teams dann mit einem Remis abgefunden hatten, segelte ein langer Ball über Cihad Kücükyagci hinweg in Rhynerns Strafraum, wo der eingewechselte Mirko Eisen an das Spielgerät kam und zum 0:1 traf (88.). Wir wären mit einem Unentschieden zufrieden gewesen. aber dann kam dieser Lucky Punch. Das war in der Endphase natürlich sehr glücklich für uns“, meinte SpVgg-Coach Magnus Niemöller – eine Einschätzung, die Mehnert aber nicht teilen wollte. „Der Sieg der Erkenschwicker war ein Stück weit verdient. Uns hat die Galligkeit gefehlt.“

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