Rhynern feiert gegen Marl-Hüls Sieg der Moral

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Lennard Kleine (links) brachte die Westfalia gegen Marl-Hüls mit 1:0 in Führung.

Hamm - Robin Hoffmann drosch das Spielgerät hoch in die Luft, dann schloss auch er sich seinen jubelnden Teamkollegen an. Trotz Unterzahl nach einer Gelb-Roten Karte gegen Dustin Wurst feierte der SV Westfalia Rhynern im vorgezogenen Heimspiel der Fußball-Oberliga gegen den TSV Marl-Hüls einen 3:1 (1:0)-Erfolg und machte damit den zweiten Saisonsieg perfekt.

“Die Jungs haben eine sensationelle Moral gezeigt”, lobte Trainer Björn Mehnert seine Akteure, fügte aber auch hinzu: „Wir haben die Welt vorher nicht schwarz gemalt, und sehen sie jetzt auch nicht in rosarot. Wir müssen weiter hart arbeiten.”

Auf allzu viele personelle Änderungen hatte Mehnert dieses Mal verzichtet. Dafür setzte Rhynerns Coach aber auf ein anderes Spielsystem, ließ mit Salvatore Gambino und Lennard Kleine zwei Angreifer in vorderster Front agieren. Und diese Taktik überraschte den Tabellenzweiten, dem im ersten Durchgang nur die Rolle des reagierenden Gegners blieb.

Die Westfalia bestimmte das Geschehen, war die klar dominierende Mannschaft und musste sich nach starken ersten 45 Minuten lediglich darüber ärgern, dass sie nicht mehr als einen Treffer markiert hatte. Nachdem Hoffmann in der vierten Minute im letzten Moment von der TSV-Abwehr gestoppt worden war, sorgte Kleine in der 18. Minute für die Führung. Nach einer Kombination über Mathieu Bengach und Gambino ließ das Rhyneraner Eigengewächs geschickt Gästekeeper Rafael Hester ins Leere rutschen und schob seelenruhig zum 1:0 ein.

In der Folgezeit wurde die Dominanz der Platzherren noch deutlicher. Während Marl-Hüls lediglich durch einen allerdings zu hoch angesetzten Weitschuss von Sebastian Westerhoff einen Ansatz von Gefahr ausstrahlte (28.), hatte die Westfalia wiederholt die Möglichkeit, die Führung auszubauen. So in der 21. Minute, als Kleine nach einer zu kurzen Faust-abwehr von Hester über das Gehäuse schoss. Oder in der 41. Minute, als Lucas Arenz nach einem weiten Einwurf von Michael Wiese mit seinem wuchtigen Kopfball an Hester scheiterte, der das Leder reaktionsschnell an die Unterkante die Latte gelenkt hatte und es dann kurz vor der Torlinie zu fassen bekam.

Auch die letzte Chance des ersten Durchgangs gehörte den Gastgebern, der Schuss von Kleine ging jedoch knapp am Pfosten vorbei (42.). „Da hatten wir Glück”, gab TSV-Trainer Michael Schrank zu.

Nach dem Wechsel schien es dort weiterzugehen, wo die 22 Akteure vor der Pause aufgehört hatten. Rhynern übernahm wieder das Kommando und hatte durch Lucas Arenz die nächste große Chance, doch seinen Schuss parierte Hester (49.). Innerhalb von zwei Minuten brachten sich die Platzherren dann selbst in große Schwierigkeiten. Zwar hatte Hahnemann zuerst noch stark gegen Westerhoff pariert (50.), doch zwei Minuten später markierte der TSV-Regisseur das 1:1. Nach einem Foul von Arenz an Dario Gedenk verwandelte Westerhoff den Strafstoß zum Ausgleich.

Und damit nicht genug. Dustin Wurst, der nach der Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Waldemar Stor gemeckert und Gelb gesehen hatte, leistete sich zwei Minuten später ein Foulspiel und wurde mit Gelb-Rot vom Platz geschickt (54.). „Das war der Wahnsinn”, betonte Mehnert.

Doch die Rhyneraner zeigten sich unbeeindruckt. Trotz Unterzahl spielten sie schnell und effektiv nach vorne – und lagen wenig später mit 3:1 in Front. Zuerst schloss Gambino einen Konter zum 2:1 ab (62.), dann war Arenz gar zum 3:1 erfolgreich (67.). Als Tim Forsmann in der 74. Minute wegen Meckerns ebenfalls Gelb-Rot gezeigt bekam, hatte Rhynern leichtes Spiel, den zweiten Saisonsieg einzufahren. “Dieser Sieg bringt uns viel Euphorie”, freute sich Rhynerns Vorsitzender Arnulf Kleine. Und Arenz meinte: „Der Elfmeter nach meinem Foul und der Platzverweis gegen Dustin waren schon ein Schock. Aber wir haben uns nicht unterkriegen lassen. Irgendwann musste der Knoten ja mal platzen.”

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