Rhynern II feiert in Heessen den ersten Saisonsieg

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Georgios Gkikas war der überragende Rhyneraner beim 3:2-Derbysieg über den SVE Heessen.

Hamm - Nur eine kleine Geste der Erleichterung erlaubte sich Ralf Hettwer nach dem Schlusspfiff, mehr nicht. Bis in die fünfte Minute der Nachspielzeit hinein hatte Schiedsrichter Michael Haverkamp den Trainer des SV Westfalia Rhynern II zappeln lassen, ehe er das Bezirksliga-Derby beim SVE Heessen beendete. Erst dann war Rhynerns erster Saisonsieg sicher. Mit 3:2 (3:1) setzten sich die Gäste durch – „verdient“, wie SVE-Trainer Marian Christel ohne verbale Schnörkel zugab.

Hettwer war dagegen einfach nur froh, dass seine Spieler ihre komfortable 3:0-Führung – wenn auch leicht beschädigt – noch ins Ziel gerettet hatten. „Mir ist ein ganz großer Stein vom Herzen gefallen. Spielerisch haben wir nach der Pause sicherlich keine Glanzlichter mehr gesetzt, aber die Jungs haben sich den Sieg verdient. Jeder hat für jeden gekämpft“, sagte Rhynerns Coach.

Begonnen hatte das Derby mit Misstönen. Angesetzt war es für den Rasenplatz, doch der war wegen eines Wolkenbruches, der zum Abbruch der vorangegangenen Partie geführt hatte, nicht mehr bespielbar. Haverkamp ließ daher auf Kunstrasen spielen. Rhynern tat das unter Protest – und ziemlich gut. Nach einer Viertelstunde lagen die Gäste mit 2:0 in Führung. Erst hatte Georgios Gkikas einen Freistoß von der Strafraumgrenze flach ins kurze Eck gezirkelt (12.), dann erhöhte Wonhee Ryu nach Vorarbeit des überragenden Gkikas (15.). Als der pfeilschnelle Rechtsaußen erneut seinem (zur Pause ausgewechselten) Gegenspieler Dawid Franica enteilt und Besmir Rada das 0:3 aufgelegt hatte (34.), war die Sache gelaufen. So schien es zumindest.

Die Heessener hatten bis dahin nicht weniger Chancen gehabt als die Gäste, und auch nicht die schlechteren. Kevin Messner (4.), Konstantin Rühl (18.), Benedikt Vogel (24.) waren vor dem gegnerischen Tor nur nicht so eiskalt gewesen wie Rhynerns Offensivkräfte. „Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Rhynern war cleverer und effizienter“, sagte Christel.

Doch verloren war noch nichts. Julian Bergholz war nach einer Flanke schneller als Westfalia-Keeper Nils Offermann, holte sich den Ball und schob ihn aus spitzem Winkel zum 1:3 ins Netz (44.). Fast hätten die Gäste mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit den alten Abstand wieder hergestellt, doch Ryu scheiterte aus spitzem Winkel an Cedric Packheiser.

Fünf Minuten nach Wiederbeginn war die Partie plötzlich wieder offen. Messner machte es wie einst Uwe Seeler und verkürzte nach einer Flanke von Bünyamin Uysal per Hinterkopf auf 2:3 (50.). „Da ist mir nochmal mulmig geworden“, gab Hettwer zu. Zurecht. Denn von nun an waren die Heessener am Drücker, jedoch ohne sich gegen eine phasenweise schwimmende Gäste-Verteidigung zwingende Chancen herauszuspielen. Die beste hatte noch der als zweiter Stürmer eingewechselte Marvin Sachweh, dessen Schuss Niklas Hemmer-Hiltenkamp von der Linie kratzte (77.). Klarer waren die Kontermöglichkeiten der Gäste. Gkikas (70.) vergab die Entscheidung aber ebenso wie in der Nachspielzeit Rada und Mücahit Kücükyagci. Hettwer musste also bis zum Ende zittern. Umso glücklicher war er nach dem Abpfiff. „Dieser Sieg“, sagte er, „war sehr wichtig.“

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