Rhynern erteilt Zweckel beim 6:0-Sieg eine Lehrstunde

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Traf doppelt: Marius Michler.

Hamm -  So viel Applaus hat wohl noch kein anderer Trainer am Papenloh erhalten wie am Sonntagnachmittag Günter Appelt. Eine Woche, nachdem der Coach des abstiegsbedrohten SV Zweckel mit seinem Team 3:0 gegen die Hammer SpVg gewonnen hatte, kam das Schlusslicht der Fußball-Oberliga beim SV Westfalia Rhynern mit 0:6 (0:1) unter die Räder – und Appelt stellte zur großen Freude der Fans der Gastgeber fest: „Wir konnten nicht an die Form der vergangenen Spiele anknüpfen. Rhynern ist ein ganz anderes Kaliber als die Hammer SpVg, die Westfalia ist eine absolute Spitzenmannschaft.“

In der Tat war es ein Klassenunterschied, fast schon eine Lehrstunde, die die Westfalia den restlos überforderten Gästen erteilte. Vor allem dann, wenn die Platzherren das Tempo anzogen, schnell und schnörkellos nach vorne spielten, verlor der SVZ komplett die Ordnung und den Überblick. „Rhynern hat auch in der Höhe verdient gewonnen“, gestand Appelt ein, wobei er sich nicht hätte beklagen können, wenn das Team von Trainer Björn Mehnert noch einen oder zwei Treffer mehr markiert hatte.

Zur Pause hatte es keineswegs nach einem derartigen Schützenfest bei herrlichem Fußballwetter am Papenloh ausgesehen. Lediglich mit 1:0 führte die Westfalia nach einem frühen Tor durch Lennard Kleine. Eine Flanke von Mathieu Bengsch hatte Salvatore Gambino volley genommen, doch sein als Torschuss gedachter Versuch landete beim Rhyneraner Torjäger, der per Kopf traf. Aber bereits in der ersten Minute hätten die Gastgeber in Führung gehen müssen, als Tim Neumann nach einer Ecke nur den Pfosten getroffen hatte und David Schmidt den Abpraller aus kurzer Distanz über die Latte schoss. „Da war es schwerer, über als ins Tor zu treffen“, merkte Mehnert später an.

Doch nach der guten Anfangsphase spielten die Rhyneraner zu kompliziert, agierten nicht mit dem nötigen Druck und hatten in der 39. Minute Glück, dass sie nicht den Ausgleich kassierten. Aber Alexander Hahnemann präsentierte sich einmal mehr auf dem Posten, als er gegen Hatim Bentaleb reaktionsschnell parierte. Bis zur Pause hätten allerdings Lennard Kleine, der bei einer Hereingabe von Gambino zu spät kam (40.), und Bengsch, der nach einem feinen Kleine-Pass an Zweckels Torwart Fabian Matschnigg scheiterte (44.), das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben können.

Das holte die Westfalia vor den Augen einer HSV-Delegation mit Trainer Ferhat Cerci, Sportchef Achim Hickmann und einigen Spielern im zweiten Durchgang nach. In der 60. Minute war es Lucas Arenz, der nach einer Hereingabe von Gambino den Ball zum 2:0 nur noch ins leere Tor schieben musste. Zwei Minuten später durfte sich Marius Michler über seinen ersten Oberliga-Treffer freuen. Mit seiner ersten Ballberührung nach seiner Einwechselung drückte er das Spielgerät nach einer Flanke von Jan Kleine zum 3:0 über die Linie (62.). Für das 4:0 zeigte sich dann wieder Arenz verantwortlich, der nach einem Fehler in der Zweckeler Hintermannschaft den Ball eroberte und vollendete (68.). In der 88. Minute bekam Matschnigg einen Bengsch-Schuss nicht unter Kontrolle – und auch Michler machte mit dem 5:0 seinen Doppelpack perfekt (88.). „Es gibts nichts Schöneres“, strahlte Michler nach seinen beiden ersten Toren in Rhynerns erster Mannschaft. „Die waren beide richtig klasse vorgelegt. Aber es macht auch einfach Bock in dieser Truppe.“ Für den Schlusspunkt zum 6:0 sorgte dann Lennard Kleine, der damit ebenfalls zwei Treffer an diesem Tag verzeichnete und sein Konto auf 18 Tore hochschraubte.

„Nach unserer guten Anfangsphase hatten wir das Fußballspielen eingestellt. Aber in der Pause haben wir die Jungs dann wieder wachgerüttelt“, sagte Mehnert, der den Blick nach dem Abpfiff direkt auf das Derby gegen die Hammer SpVg richtete. „Ab jetzt konzentrieren wir uns auf Mittwoch“, sagte der Coach, der aber nichts davon wissen wollte, dass sich sein Team mit dem 6:0 gegen Zweckel für das Ortsduell warmgeschossen hat. „Das wäre etwas übertrieben. Aber wir wollen das Aufeinandertreffen mit Hamm auf jeden Fall gewinnen.“

Einziger Wehrmutstropfen: David schmidt verletzte sich am Hals, sein Einsatz ist am Mittwoch fraglich.

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