Reif für Rio: Timo Boll gewinnt den Olympiatest in Hamm

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Timo Boll gewinnt den Olympiatest in Hamm

Hamm - Am Ende ging alles sehr schnell: Ein Topspin, ein missglückter Block – und Timo Boll feierte mit einer bescheidenen Jubelgeste einen weiteren Finalsieg.

Nur 20 Minuten hatte der Rekord-Europameister für seinen unerwartet klaren 3:0-Erfolg gegen den Weißrussen Vladimir Samsonov beim zweitägigen Olympia-Test der europäischen Tischtennis-Elite in Hamm benötigt. „Ich bin mit meiner Leistung auf jeden Fall zufrieden, hab mich gut bewegt. Da hatte ich in den letzten Wochen noch ein bisschen Probleme. Es ist schön, wenn man sich ganz auf das Spiel konzentrieren kann und keine Rücksicht auf den Körper nehmen muss“, sagte Boll, der sich im Herbst des vergangenen Jahres einer Knie-Operation hatte unterziehen müssen. „Ich hoffe, ich kann bis Rio noch eine Schippe drauflegen“, meinte Boll, der vor seinen fünften olympischen Spielen steht.

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Der eigentliche Höhepunkt des vom TTC Grünweiß Bad Hamm in der Sporthalle der Friedensschule ausgerichteten Turniers war Bolls Halbfinal-Auftritt gegen seinen deutschen Teamkameraden Dimitrij Ovtcharov. Die Partie ging über volle sieben Sätze. Ovtcharov, die Nummer fünf der Weltrangliste, egalisierte zunächst einen 0:3-Satzrückstand und führte im entscheidenden Durchgang sogar mit 7:5. „Dann hatte ich ein Konzentrationsloch. Das war entscheidend“, sagte die größte deutsche Hoffnung auf eine Tischtennis-Einzelmedaille in Rio. Als er aus dem Loch wieder heraus war, führte Boll mit 9:7. Diesen Vorsprung ließ sich der 35-Jährige, der am zweiten Tag des Turniers viel frischer und konzentrierter als beim Aufgalopp am Freitagabend wirkte, nicht mehr nehmen.

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Im Schatten des Duells der beiden dominierenden deutschen Akteure der vergangenen Jahre setzte sich an der Nebenplatte der 40-jährige Samsonov in einem phasenweise spektakulären Halbdistanz-Duell mit 4:2 gegen Bastian Steger durch. Steger, Nummer drei des deutschen Olympia-Teams, hatte die Vorschlussrunde durch einen 3:2-Sieg im Gruppenfinale gegen den Russen Alexander Shibaev erreicht. Das gelang Patrick Franziska nicht; der vierte Deutsche im Starterfeld verlor seine letzte Vorrundenpartie in drei Sätzen gegen Samsonov.

Halbfinale und Endspiel sahen am Samstagnachmittag gut 700 Zuschauer. Die Gesamtbesucherzahl gab der TTC GW mit rund 2000 an.

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