Lehrstunde für die HSV beim Tabellenletzten Zweckel

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Bemüht, aber glücklos: Emre Demir verlor mit der HSV beim Schlusslicht SV Zweckel.

Gladbeck - Trainer Ferhat Cerci stand wie versteinert neben der Ersatzbank, ein paar Meter weiter lag der Sportliche Leiter David Odonkor mehr in seinem weißen Plastikstuhl als dass er saß. Die Verantwortlichen der Hammer SpVg mussten nach dem Schlusspfiff erst einmal ihre Gedanken sortieren.

Mit einem Sieg beim abgeschlagenen Oberliga-Schlusslicht SV Zweckel wollten sie sich vor den nächsten, schwierigen Aufgaben aus dem Abstiegskampf verabschieden. Doch diesen Sieg gab es nicht. Stattdessen erhielt die HSV bei der 0:3 (0:2)-Niederlage eine Lehrstunde in Sachen Effizienz.

„Wir hatten zu viele Ausfälle und haben zu viele große Fehler gemacht“, sagte Cerci mit ein wenig zeitlichem Abstand. Abwehrchef Erdal Kaleoglu brachte es bereits kurz nach Spielschluss auf den Punkt: „Fehler entscheiden Spiele. Und heute war es richtig bitter für uns.“

Dabei hatte alles so gut angefangen. Die HSV – mit Dennis Mooy für Kevin Thume und Tayfun Cakiroglu für Damir Kurtovic (10. Gelbe Karte) in der Start-Formation – begann mit dem Selbstvertrauen von zwei Siegen binnen vier Tagen so, wie andere Teams aufhören: mit einem Sturmlauf. Durch überfallartige Angriffe stürzten sie die Zweckeler Abwehr von einer Verlegenheit in die nächste. Keeper Fabian Matschnigg lenkte einen Weitschuss von Yakup Köse an die Latte (4.). Nur eine Minute später stand Roman Maciejak nach einer scharfen Hereingabe von Semih Yigit frei am langen Pfosten, traf den Ball jedoch nicht voll. In der 14. Minute war es erneut der Pole, der das 0:1 auf dem Fuß hatte, doch sein Schuss aus spitzem Winkel zischte am Tor vorbei. „Wir haben einen guten Start erwischt, hätten in dieser Phase ein oder zwei Tore machen müssen“, ärgerte sich Cerci.

Nach der Auftaktviertelstunde fand Zweckel langsam in die Partie. Ansehnlich war es nicht, was die Teams bei zwischenzeitlichen Hagelschauern boten. Sie rieben sich im Mittelfeld auf, vor den Toren geschah nicht mehr das meiste. So wäre es wohl weitergegangen, wenn nicht Hamms Torwart Dimitar Nikolov in der 30. Minute einen kapitalen Bock geschossen hätte. Nach einem hohen Ball aus Zweckels Mittelfeld – mehr Befreiungsschlag als konstruktive Offensivaktion – unterlief der Bulgare den vor ihm aufprallenden Ball. Marcel Titz holte ihn sich und schob ihn zum 1:0 ins Netz. Acht Minuten später ließ Nikolov das Leder nach einem Schuss von Ramadan Ibrahim nach vorne prallen. Hatim Bentaleb reagierte am schnellsten und jagte es zum 2:0 unters Tordach (38.).

Noch bevor Hamm nach Wiederanpfiff die Aufholjagd starten konnte, legte Zweckel mit seiner dritten Chance das 3:0, erneut durch Bentaleb, nach. Ausgangspunkt war ein verunglückter Abstoß von Nikolov gewesen. „Dimi hatte einen rabenschwarzen Tag. Wir müssen ihn jetzt alle gemeinsam wieder aufrichten“, sagte Cerci. Mit dem dritten Treffer war die Partie entschieden. Die HSV mühte sich zwar, aber der holprige Rasen nahm den Bemühungen der technisch überlegenen Gäste mehr als einmal die Schärfe. Ein paar ordentliche Torgelegenheiten waren dabei, etwa ein Schuss des emsigen Giacomo Serrone (60.), ein Kopfball des schwachen Hugo Magouhi (74.) und ein Solo des eingewechselten Durim Feta (87.). Doch irgendwie fehlte den Aktionen die Zielstrebigkeit – und den HSV-Akteuren erkennbar der Glaube an eine Wende.

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