Rhynern schlägt Bielefeld II: Joker rettet die Serie

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Westfalia Rhynerns Xhino Kadiu (rechts) traf nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung zum Sieg gegen Bielefeld II. 

Hamm - Xhino Kadiu braucht beim 2:1-Sieg von Westfalia Rhynern gegen Arminia Bielefeld II nur zwei Minuten, um heiß zu laufen und den fünften Sieg in Serie zu sichern. Der Stürmer gibt damit eine Bewerbung für die Startelf ab und erhört einen Zuschauer am Papenloh. 

Als sich Xhino Kadiu, der wie Thanh Tan Tran aus der zuletzt zwei Mal erfolgreichen Startelf gestrichen worden war, auf den Weg zur Seitenlinie machte, rief ein älterer Beobachter euphorisch: „Jawoll! Jetzt wechseln wir den Sieg ein.“ Er sollte Recht behalten. 

Kadiu nämlich stand wenige Augenblicke nach seiner Hereinnahme goldrichtig und schob nach starker Vorarbeit von Lucas Arenz aus zehn Metern zum 2:1 ein (67.). „Ich habe Glück gehabt, dass Lucas so ein intelligenter Spieler ist und dass er mit dem Pass lange genug gewartet hat“, sagte Kadiu bescheiden. „Das Tor gehört zu 70 Prozent ihm.“ 

Erste Halbzeit "von Taktik geprägt"

In jedem Fall war es eine Erlösung für die Rhyneraner, die sich zuvor über weite Strecken schwer getan hatten mit den Gästen aus Ostwestfalen. Westfalia-Trainer Björn Mehnert fasste den ersten Durchgang treffend zusammen, als er meinte: „In der ersten Halbzeit hat man den gegenseitigen Respekt gesehen. Das Spiel war von Taktik geprägt.“ 

Fußball Oberliga: Westfalia Rhynern - Arminia Bielefeld ll 2:1

Übersetzt heißt das, dass die Teams offensiv nur wenig zustande brachten und die Defensivleute auf beiden Seiten mit Abstand die meisten Ballkontakte hatten. Torraumszenen waren die absolute Ausnahme vor 385 Zuschauern. Salvatore Gambino fand bei einem aussichtsreichen Konter keinen Abnehmer für seine Flanke (31.), Bielefeld näherte sich durch Almir Kasumovic’ Fernschuss (40.) und den Kopfball von Leon Rinke dem ersten Erfolgserlebnis des Tages an. 

Kleine kontert Brosch schnell

Das sollte den Gästen jedoch erst nach dem Seitenwechsel gelingen: Robin Mrozeks Flanke vom linken Flügel drückte der völlig alleingelassene Janik Brosch zum Bielefelder 1:0 ins lange Eck (50.). Den Weckruf verstanden die Gastgeber auf Anhieb. Gambino setzt Lennard Kleine am Strafraumeck in Szene, der vierfache Torschütze aus der Vorwoche düpierte seinen Gegenspieler und traf zum Ausgleich (54.). 

„Wir haben eine tolle Reaktion gezeigt, müssen uns dann aber bei Alex Hahnemann bedanken“, erklärte Mehnert. Der Westfalia-Keeper stoppte Allan Firmino Dantas, der wenige Sekunden nach dem Bielefeld Anstoß frei vor ihm auftauchte. 

Ex-Rhyneraner fliegt vom Platz

Die Partie nahm deutlich an Fahrt auf, auch weil Danilo nach überhartem Einsteigen gegen Arenz Gelb-Rot sah (60.). Zuvor hatte der Ex-Rhyneraner sich nach einem Foul von Robin Hoffmann zu laut beschwert und dafür die Verwarnung erhalten. „Die zweite Karte kann man geben. Mit der ersten bin ich nicht einverstanden“, haderte Arminia-Coach Daniel Scherning mit der Entscheidung von Schiedsrichter Florian Exner. 

Bielefeld musste sich neu sortieren, den zusätzlichen Raum nutzte Rhynern schnell aus. Kadiu vollendete besagten Angriff über Arenz und stellte auf 2:1. „Natürlich bin ich enttäuscht, wenn ich auf der Bank sitze. Aber ich akzeptiere das. Der Trainer kennt die Mannschaft viel besser als ich“, sagte Kadiu. „Für einen Stürmer ist es wichtig, dass er nach der Einwechslung sofort präsent ist. Das hat heute geklappt.“ 

Mehnerts Stimme leidet unter Kontern

Rund zehn Minuten vor Abpfiff hätte der Joker seinen Auftritt sogar vergolden können, nach Pass von Jan Apolinarski verfehlte er das lange Eck aber knapp. Bielefelds Scherning stellte in der Defensive anschließend auf eine Dreierkette um und schob so die Schlussoffensive der Gäste an. Orkun Tosun fand nach seinem Solo über die linke Seite aber keinen Abnehmer (86.), Tim Neumann klärte in der Not gegen Kasumovic (87.). 

Die Westfalia rettete den Vorsprung ins Ziel und feierte damit den fünften Sieg in Serie. „Wir haben einen Lauf, müssen aber weiter hart arbeiten“, mahnte Mehnert nach Spielende in Richtung der eigenen Mannschaft – mit arg lädierter Stimme. „Den ein oder anderen Konter hätten wir besser ausspielen können, dann wäre meine Stimme jetzt auch noch da“, witzelte er abschließend.

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