Sportplatz Papenloh wird aufgegeben

Neue Heimat für Westfalia Rhynern

+

Rhynern - Der SV Westfalia Rhynern erhält eine neue Heimat. Das Trainingsgelände am Tünner Berg wird um einen weiteren Naturrasenplatz und ein neues Vereinsheim erweitert. Der Sportplatz Papenloh wird aufgegeben. Für das 2,7 Millionen Euro teure Projekt wird die Stadt Hamm zwei Millionen Euro im neuen Haushalt verankern. Die Restsumme trägt der Sportverein.

Darauf einigten sich die Verantwortlichen von Stadt und Verein, nachdem das in Auftrag gegebene Gutachten eine Aufgabe des Sportgeländes Papenloh und einen Neubau am „Tünner Berg“ empfahl. Stadtkämmerer Markus Kreuz, Westfalia-Vorsitzender Dr. Arnulf Kleine, Stadtsportbund-Präsident Dennis Kocker und Sportausschuss-Vorsitzender Kai Hegemann verkündeten nun diese Entscheidung. 

Dabei stellten alle klar, dass es nicht darum gehe, dem SV Westfalia für die erste Fußball-Mannschaft ein Stadion mit Regionalliga-Bedingungen zu schaffen. Vielmehr sei eine Entscheidung getroffen worden, den Papenloh, wie seit vielen Jahren angekündigt, aufzugeben. Als Ersatz werde am Tünner Berg ein neuer Sportplatz und ein Sportheim gebaut. „Das ist eine 1:1-Lösung“, umschrieb es Markus Kreuz. 

Mit dem Umzug zu den Trainingsplätzen werden viele Probleme gelöst. So wird die Sportstätte des Vereins eine Einheit, lästige Fußwege zwischen Trainings- und Spielstätten und den Umkleiden entfallen. An den bestehenden Plätzen am Tünner Berg entstehen so endlich sanitäre Anlagen. 

Auch die Lärmbelästigungen für die Nachbarn sowie Parkplatzprobleme fallen weg. Von einer noch notwendigen Zustimmung durch den Rat im Dezember geht Kreuz aus. Das unterstrich auch Dennis Kocker, der neben seiner Tätigkeit im Stadtsportbund auch Fraktionsvorsitzender der SPD ist. „Die Politik steht hier im Wort. In Rhynern muss etwas getan werden, und jetzt ist es an der Zeit“, sagte Kocker. 

Daher sei die Stadt auch verpflichtet, Geld in die Hand zu nehmen. „Und ich finde, dass es eine tolle Lösung für Westfalia ist“, so Kocker. Man dürfe auch nicht vergessen, dass eine dringend notwendige Sanierung des Rasenplatzes am Papenloh auch rund 700.000 Euro kosten würde, so Kocker. 

Wie läuft die Finanzierung? 

Die Stadt Hamm wird bei diesem Projekt wie schon bei einigen anderen zuvor von der 50:50-Regelung abweichen. „50:50“ bedeutet, dass in der Regel bei Baumaßnahmen die Stadt die Hälfte der Summe übernimmt, die andere Hälfte der Verein. Dies sei aufgrund der Höhe der Summe in diesem Fall nicht umsetzbar, so Kocker. 

Außerdem werde nichts umgebaut, sondern es müsse ein Ersatz geschaffen werden. Zwei Millionen Euro wird die Stadt im Haushalt vorsehen, der SV Westfalia wird die Restsumme stemmen. Und das insbesondere durch viel Eigenleistung, sprich Muskelkraft. 

Wie sieht der Zeitplan aus? 

Die Summe erhält Eingang in den Haushalt. Darüber berät der Rat in seiner Dezember-Sitzung. Anschließend muss die Stadt warten, bis die Bezirksregierung in Arnsberg den Haushalt genehmigt. „Das kann bis Mai dauern“, weiß Kreuz aus Erfahrung. Erst dann kann das Geld abgerufen werden. 

Bis dahin sollen die weiteren Vorgespräche geführt und detaillierte Planungen vorangetrieben werden. Nach dem Sommer 2017 könne laut Kreuz die Auftragsvergabe erfolgen. Ein Baustart wäre Ende 2017 möglich. Ganz 2018 würde gebaut. Mit allen Restarbeiten „könnte mit Beginn der Saison 2019/20 der Ball erstmals auf dem neuen Platz rollen“, so Kreuz. 

Was wird gebaut? 

Vorgesehen ist eine Naturrasenfläche als neuer Hauptplatz mit einem Fassungsvermögen von rund 1500 Zuschauern. 

Der Sportplatz würde in etwa auf dem jetzigen Schotterparkplatz unterhalb der beiden Trainingsplätze entstehen. Optional könnte dies zu einem Stadion bis zu 11.000 Zuschauer ausgebaut werden. Ein neues Sportheim soll ebenfalls auf der unteren Ebene neben dem Hauptplatz entstehen Eine konkrete Planung zu Außengelände und Sportheim ist noch nicht erfolgt. 

Was passiert mit dem Papenloh? 

Die Anlage wird zurückgebaut und anschließend als Naherholungsgebiet aufgeforstet. „Das können wir als Stadt als Ausgleichsfläche für Baumaßnahmen sehr gut gebrauchen“, erklärte Kreuz den Wunsch der Bauverwaltung.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare