Radikaler Schnitt beim Fußball-Bezirksligisten HSV II

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Der neue Trainer der U23 der Hammer SpVg, Björn Wittchen (Mitte), mit Spielern, die aus der A-Jugend des Vereins aufrücken sollen: (von links) Ilker Algan, Paul Bialaschik, Yasin Acar und Bjarne Pohlmann.

Hamm - Über Jahre kämpfte die Reserve der Hammer SpVg gegen den Abstieg aus der Fußball-Landesliga. Zuletzt vergeblich. Nach fünf Jahren ist das Team nun wieder Bezirksligist. Doch nicht nur die Spielklasse ist neu. Auch personell wurde im Hammer Osten kaum ein Stein auf dem anderen gelassen.

Mit Björn Wittchen und seinem spielenden Vize Michael Kaminski gibt es ein neues Trainergespann. Vom letztjährigen Kader bleiben nur eine Handvoll Akteure übrig.

Die zweite Mannschaft wird wieder zu einer U 23. Oder sogar zu einer U 21, wenn man so will. Denn Wittchen geht mit 13 ehemaligen A-Junioren des Jahrgangs 1997 in die Saison sowie fünf weiteren des Baujahrs 1996, die bereits im vergangenen Sommer ins Seniorenlager gewechselt sind: Torwart Tobias Krakor, Cord Beumer, Hasan Keskin, Yigithan Küllü und Jeansny Mvemba. „Es gibt einen radikalen Schnitt“, sagt Wittchen, der einen Teil der Akteure bereits seit dem C-Jugend-Alter betreut. Durch Wittchen und die Aussicht auf einen Stamplatz in der Bezirksliga-Elf sollte nicht zuletzt verhindert werden, dass sich die A-Junioren nach dem Ende ihrer Jugendzeit in alle Richtungen verteilen, sondern dem Klub treu bleiben.

„Unser Ziel ist es und muss es sein, die Jugendlichen an den Seniorenbereich heranzuführen und sie so weiter zu bringen, dass sie im Idealfall für das Oberliga-Team von Sven Hozjak interessant werden“, sagt der 47-jährige Coach. Drei solcher Spieler gibt es schon jetzt: Simon Schliewe, Yasin Acar und Andre Born schafften den Sprung von der Landesliga-U 19, die am Samstag noch um die A-Jugend-Stadtmeisterschaft spielt, bevor sie zur zweiten Herrenmannschaft wird, in den Vorbereitungskader der Ersten.

Auch wenn von dort noch der eine oder andere Spieler nach unten kommen sollte: Der Bezirksliga-Kader ist überschaubar und soll es laut Wittchen auch bleiben: „Wir haben einen kleinen Kader, denn die Jungs müssen spielen, wenn sie aus der Jugend rauskommen. Sonst entwickeln sie sich nicht weiter.“ Jeder hat ein, zwei Jahre Zeit. Von unten sollen die nachrückenden Jahrgänge Druck ausüben. „Der Sprung zu den Senioren ist groß; da laufen ganz andere Kaliber rum als in der Jugend“, sagt Wittchen, der in Herringen wohnt und einst selbst für die HSV sowie lange auch für Roland Beckum und den SV Hilbeck spielte. „Mit Erfahrung können wir nicht punkten; die kommt erst mit der Zeit. Wir werden mit Leidenschaft, Ehrgeiz und als Mannschaft dagegenhalten. Da ist es von Vorteil, dass die Jungs schon länger zusammenspielen.“

Einen hat er allerdings im Kader, der über mehr als ausreichend Erfahrung verfügt. Noch dazu über solche in der Oberliga. Michael Kaminski, seit 2008 bei der HSV und damit zuletzt dienstältester Spieler der Oberliga-Mannschaft, soll der U 23 als spielender Co-Trainer helfen. „Es ist sehr gut, dass Kami dabei ist. Wegen seiner spielerischen Klasse und weil er eine echte Integrationsfigur ist“, sagt Wittchen. Für den 32-jährigen Kaminski soll es der Einstieg in die angestrebte Trainerkarriere werden. „Ich hätte mir zugetraut, noch ein, zwei Jahre in der Oberliga zu spielen, aber das ist eine interessante Aufgabe“, sagt der Verteidiger, der im nächsten Jahr seine Trainer-B-Lizenz machen will.

Auf welchem Tabellenplatz die HSV-Reserve die Saison beschließen wird, scheint angesichts der Umwälzungen völlig offen. „Was konkrete Ziele angeht, halte ich mich zurück. Einen bestimmten Tabellenplatz zu nennen, ist unsinnig“, sagt Wittchen und fügt an: „Wir freuen uns auf die Derbys. Wir wollen die anderen Teams ärgern.“

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