Weil die Konkurrenten patzen

HSV nach 3:0 in Stadtlohn neuer Oberliga-Spitzenreiter

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Die Hammer feiern in Stadtlohn den Sprung an die Tabellenspitze.

Stadtlohn - Die Abwehr stand auch nach dem Schlusspfiff wie eine Eins. „Spitzenreiter? Schönes Gefühl. Heißt aber noch gar nichts“, sagte Felix Fuchs, Kapitän und Innenverteidiger der Hammer SpVg nach dem 3:0 (2:0)-Sieg beim schwachen SuS Stadtlohn.

Auch sein Trainer Sven Hozjak ging bei der Frage nach der Tabelle lieber in Deckung und rettete sich in Ironie: „Jetzt sind wir Erster, wir sind ganz toll.“ – jetzt bloß in Ruhe weiterarbeiten. Betont sachlich reagierten die Hammer auf das, was in der Tabelle nun zweifelsfrei abzulesen ist: Die HSV ist ganz oben angekommen. Sie ist der neue Spitzenreiter der Oberliga – dank der unfreiwilligen Hilfe der strauchelnden Konkurrenten TSV Marl-Hüls (1:2 in Kaan-Marienborn) sowie SV Lippstadt (1:1 gegen Schlusslicht Aplerbeck) – und eines ehemaligen Mitspielers.

Stadtlohns Trainer Martin Stroetzel war nach der Partie gar nicht gut auf Tayfun Cakiroglu zu sprechen. Der letztjährige HSV-Verteidiger hatte sich nach einer guten halben Stunde nicht im Griff gehabt und Hamms Danijel Gataric nach dessen Foul mit beiden Händen zu Boden gestoßen. Schiedsrichter Tobias Severins zückte sofort die Rote Karte. „Das darf nicht passieren. Es ist unentschuldbar, dass ein Spieler alles kaputt macht, wofür die Mannschaft unter der Woche gearbeitet hat“, schimpfte Stroetzel. Was er in seinem Unmut indes beiseite schob: Schon vor Cakiroglus Blackout war der chronisch ersatzgeschwächte SuS in allen Belangen schlechter gewesen.

Hozjak hatte seine Mannschaft im Vergleich zur Partie gegen Paderborn II (2:1) auf vier Positionen verändert – für Felix Frank, Manuel Dieckmann (beide verletzt), Yakup Köse (krank) und Damir Ivancicevic standen Danijel Gataric, Kevin Thume, Mike Pihl und der wiedergenesene Dennis Mooy in der Start-Elf. Doch einen Bruch gab es dadurch nicht. Die HSV war das schnellere, wachere, präzisere Team. Nach ersten Schüssen von Giacomo Serrone, David Loheider (beide 8.) und Pihl (11.) war es schließlich Loheider, der eine schöne Kombination über Dalibor Gataric und Serrone per Kopf zum 0:1 veredelte (14.). Den Gastgebern war schon vorher wenig gelungen; nach diesem Schock klappte nun gar nichts mehr. Als ihre Schultern nach Cakiroglus unrühmlichem Aus (28.) noch ein wenig weiter nach unten gingen, war der weitere Verlauf der Partie vorgezeichnet. Noch vor der Pause war es wieder Loheider, der erneut nach Serrone-Vorarbeit auf 2:0 erhöhte und damit seinen zweiten Doppelpack in Folge feierte (40.).

„Wir haben es schon bei Elf gegen Elf gut gemacht, haben das Tempo variiert. Die Rote Karte war für Stadtlohn der Genickbruch. Nach der Pause haben wir es clever runtergespielt und noch ein paar Körner gespart“, sagte Hozjak, der seinen Spielern für Montag trainingsfrei gab. Auch nach dem Wechsel ließ sein Team in der Defensive nichts anbrennen. Ein harter, aber unplatzierter Schuss des für den schwachen Ex-HSVer Durim Feta eingewechselten Jugendspielers Stephan Hartmann (60.) war alles – mehr Gefahr beschwor Stadtlohn nicht herauf. Am Ex-Ahlener Cihan Bolat, der sein Debüt für den SuS gab, lief die Partie komplett vorbei.

Weil auch die HSV in der Offensive etwas schlampig war, gab es trotz etlicher Torraumszenen nur noch ein Tor zu sehen. Nils Kisker luchste am gegnerischen Strafraum Georgios Efthimiou den Ball ab und schob ihn ins Netz (75.) – zum 3:0 für den neuen Spitzenreiter. „Die Tabelle ist in der Kabine kein Thema“, beteuerte Fuchs, bevor er sich im schmucken Hülsta-Park auf die Auslaufrunde machte. „Wenn wir Ende der Hinrunde noch da oben stehen, dann reden wir weiter.“

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