HSV nach 1:2 in Stadtlohn im Abstiegskampf angekommen

Vergab die Chance zum Ausgleich: HSV-Neuzugang Giacomo Serrone.
+
Vergab die Chance zum Ausgleich: HSV-Neuzugang Giacomo Serrone.

Stadtlohn - David Odonkor hatte schon viele schöne Geburtstage. Dass es der 32. auf seiner persönlichen Rangliste auf die vorderen Positionen schafft, ist unwahrscheinlich. Der Sportliche Leiter der Hammer SpVg stand am Sonntag auf dem Kunstrasen-Nebenplatz des SuS Stadtlohn und musste bei heftigen Böen und permanentem Nieselregen mit ansehen, wie seine Oberliga-Fußballer tiefer in den Tabellenkeller rutschten. Nach der 1:2 (0:2)-Niederlage beim Vorletzten trennen die HSV nur noch zwei Punkte von der Abstiegszone, die nach derzeitigem Stand mit Platz 16 beginnt.

Nach dem trostlosen Kick nahe der niederländischen Grenze gab es wenig schön zu reden. Und das wollte nach Schlusspfiff auch keiner, allen voran Trainer Ferhat Cerci nicht: „Das war Kollektivversagen. Das war zu wenig an Einsatz, an Wille... an allem. Ich bin total enttäuscht. Stadtlohn hat uns gezeigt, wie man im Abstiegskampf auftritt.“ 

Da war es, das böse Wort mit A. „Im Abstiegskampf waren wir schon vor diesem Spiel“, meinte Kapitän Yakup Köse. „Jetzt sind wir es erst recht. Die Mannschaft muss raffen, dass wir da unten mit drin stehen.“ Und Odonkor kritisierte: „Wir waren vom Kopf her nicht da.“

Hamms Trainergespann Cerci/Odonkor hatte vor dem ersten Pflichtspiel des neuen Jahres die freie Auswahl an Spielern, denn selbst der zuvor angeschlagene Serdar Yigit war wieder einsatzbereit, saß aber zunächst nur auf der üppig besetzten HSV-Bank. 

Vor deren Augen entfaltete sich eine erste Halbzeit, in der die vom Rückenwind begünstigten Gastgeber das klar bessere Team waren. Bereits in der vierten Minute tauchte Stadtlohns Torjäger Christian Erwig zum ersten Mal gefährlich vor Torwart Dimitar Nikolov auf, doch der bulgarische HSV-Neuzugang war schneller. 

Auch danach spielte sich das Geschehen vornehmlich vor Nikolovs Kasten ab. „Wir haben die erste Hälfte verpennt. Wir haben schlecht gestanden und nur zugeguckt. Stadtlohn war viel präsenter und aggressiver in den Zweikämpfen“, kritisierte Köse.

Das 1:0 für den SuS ließ nicht allzu lange auf sich warten. Andre Hippers traf mit einem Freistoß aus 22 Metern via Unterkante der Latte ins Netz (19.). Nur vier Minuten später nutzte der starke Niklas Hilgemann einen HSV-Aufbaufehler zu einem Steilpass auf den durchgestarteten Erwig, der Nikolov zum 2:0 überlupfte (23.).

Dazwischen lag die erste und für lange Zeit einzige Chance der Gäste. Torjäger Hugo Magouhi, an dem das Geschehen ansonsten komplett vorbei lief, kam nach einem Missverständnis in der Stadtlohner Abwehr an den Ball, doch seinen Schuss wehrte SuS-Keeper Christoph Fork mit einem langen Bein zur Ecke ab (20.). Das Team von Trainer Daniel Sekic schaltete anschließend einen Gang zurück. Auch das reichte noch, um die Gäste aus Hamm zu kontrollieren. Die hatten nun zwar häufiger den Ball, aber keine Ideen, wie sie ihn nutzbringend einsetzen sollten. Die Passwege waren zu.

Das waren sie auch nach der Pause. Emre Demir, eingewechselt für den rotgefährdeten Semih Yigit, brachte etwas mehr Tempo in die HSV-Angriffe, die sich jedoch zu sehr auf die Mitte konzentrierten, um gefährlich zu sein. Immerhin hielten die Gäste nun körperlich besser dagegen. Die Folge war eine Partie mit vielen Unterbrechungen und Ballverlusten, aber wenigen Torraumszenen wie jene aus der 70. Minute, als Erwig frei vor Nikolov scheiterte. Es war bezeichnend für die Gäste-Offensive, dass kein HSVer in unmittelbarer Nähe stand, als der Anschlusstreffer fiel. Nach einer scharfen Hereingabe von Serdar Yigit schoss Stadtlohns Hippers den Ball zum 2:1 ins eigene Tor (81.).

In der hektischen Schlussphase bot sich HSV-Neuzugang Giacomo Serrone unverhofft die Chance zum Ausgleich, doch er scheiterte an Fork (90.), der Stadtlohn damit eminent wichtige drei Punkte rettete. Punkte, die Hamm fehlen.

Mehr zum Thema

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare