Nach den Tränen überwiegt der Stolz: Zintel feiert Silbermedaille

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Fand das Lächeln trotz der knappen Finalniederlage schnell wieder: ASVer Björn Zintel

Hamm - Als Vize-Europameister kehrte Handballer Björn Zintel am Montag nach Hamm zurück. Der U 20-Nationalspieler in Reihen des ASV Hamm-Westfalen hatte die Finalniederlage gegen Spanien zu diesem Zeitpunkt schon weitgehend verdaut - die sieben Spiele und die letzte Nacht im dänischen Kolding steckten ihm aber noch in den Knochen. 

„Mittlerweile ist die Stimmung wieder gut“, verriet Zintel unmittelbar nach der Ankunft in der Lippestadt. „Auf eine Silbermedaille kann man stolz sein, es gibt also keinen Grund, Gold hinterher zu trauern.“ Der Rückraumspieler des Hammer Zweitligisten machte aber kein Geheimnis daraus, dass die Gefühle kurz nach der dramatischen 29:30-Niederlage gegen die Iberer ganz anders aussahen. „Die Enttäuschung ist natürlich groß, gerade wenn man ein Finale so knapp verliert. Bei mir sind einige Tränen geflossen“, sagte Zintel.

Nach dem Endspiel stand für die U 20-Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) ein Bankett mit den anderen Mannschaften auf dem Programm. In diesem Rahmen sprach unter anderem die isländische Handballgröße Olafur Stefansson zu den Nachwuchsspielern. Anschließend lud der Ausrichter in einen kleinen Nachtklub zur so genannten „Players Night“. „Die Nacht war kurz. Wir haben den Erfolg angemessen gefeiert“, erklärte Zintel. 

Gespräch mit Pfannenschmidt steht an

In den frühen Morgenstunden brach der deutsche Tross mit dem Bus nach Flensburg auf, dort trennten sich die Wege der Medaillengewinner. „Die Müdigkeit macht sich bemerkbar, und auch die Beine werden immer schwerer. Gerade das Halbfinale gegen Frankreich hat unheimlich viel Kraft gekostet – körperlich und mental“, berichtete Zintel vom 35:33 nach Verlängerung. 

Er will nach der Rückkehr das Gespräch mit Vereinstrainer Niels Pfannenschmidt suchen und zur Erholung womöglich noch einen kleinen Abstecher in seine Heimat Niederwürzbach machen. Dort könnte er mit Familie und Freunden die vergangenen Tagen Revue passieren lassen. 

"Kaum in Worte zu fassen"

„Die Erlebnisse kann man kaum in Worte fassen. Sie prägen einen jungen Sportler wie mich“, sagte der 20-Jährige. Nachdem das DHB-Team bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr nur Platz 17 belegt hatte, ist Zintel über die Leistungssteigerung erleichtert. 

„Ich wusste, dass wir so einen guten Handball spielen können. Es hat mich nur ein bisschen verblüfft, dass wir das über sieben Spiele zeigen können“, gestand er.

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