HSV-Doppeltorschütze Mike Pihl sieht noch Luft nach oben

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Mike Pihl (Mitte) erzielte in seinem ersten Liga-Spiel für die Hammer SpVg zwei Treffer.

HAMM - Nein, Mike Pihl ist nicht als ein Fußballspieler bekannt, der laute Töne von sich gibt. Lieber hält er sich im Hintergrund und verrichtet solide seine Arbeit. Dennoch dürfte Pihl der Spieler gewesen sein, der am Sonntag beim 4:1-Erfolg der Hammer SpVg gegen den FC Gütersloh am lautesten brüllte. Der 23-Jährige hatte allerdings auch allen Grund zur Freude. Schließlich war er es, der die HSV mit zwei Toren maßgeblich zum Auftaktsieg in der Oberliga schoss – und nach seinem Treffer zum 4:1 seinen Emotionen freien Lauf ließ.

In der dritten Minute der Nachspielzeit spielte Pihl mit einem wuchtigen Schlenzer von der Strafraumkante den Schlussakkord einer Partie, in der die HSV andeutete, zu was sie fußballerisch in der Lage ist, wenn sich das Team erst einmal gefunden hat, in der aber lange noch nicht alles nach Plan lief. „Mit so einem Start hätte ich nicht gerechnet“, sagte Pihl, der das Ergebnis aber nicht überbewerten wollte: „Das war dann doch eher eine durchschnittliche Partie. Wir haben definitiv noch Luft nach oben.“ Insbesondere mit der unsicheren Anfangsphase seiner Mannschaft war Pihl noch nicht zufrieden. „Zu Beginn hat man gemerkt, dass wir ganz schön aufgeregt waren. Das hat sich dann nach dem Führungstor von David Loheider glücklicherweise gelegt“, so Pihl, der weniger als zwei Minuten später selbst zur Stelle war, auf 2:0 erhöhte, und das aus einer Situation heraus, die nicht jeder Spieler sofort antizipiert.

Pihl hatte in der 37. Minute gedankenschneller als die gesamte FC-Defensive einen Ball in die Spitze erlaufen und netzte überlegt ein.

„Beim ersten Treffer hat er gelauert und ist gut reingezogen. Für ihn persönlich freut es mich, dass er einen so guten Start hingelegt hat. Mike war allerdings auch schon vorher für seinen Torriecher bekannt“, lobte HSV-Trainer Sven Hozjak den wendigen Mittelfeldspieler, der in 107 Oberliga-Begegnungen auf 18 Tore kommt und der vor der Saison nach vier Spielzeiten bei Roland Beckum in den Hammer Osten wechselte.

Dort hat er seinen Platzschnell gefunden. Während Pihl im Spiel anderen das Dirigieren überlässt, ist er abseits des Rasens immer für den einen oder anderen Scherz zu haben. „Auf dem Feld ist er ein ruhiger Spieler und kein Sprachrohr. In der Kabine kann er allerdings schonmal der Spaßvogel sein. Trotzdem überzeugt er eher mit Leistungen als mit Kommentaren“, so Hozjak, der das Ende der Fahnenstange von Pihls Leistungsvermögen nach dem Doppelpack gegen den FCG noch nicht erreicht sieht: „Er ist noch lange nicht da, wo er hinkommen kann. Außerdem ist Mike mit 23 Jahren noch recht jung und kann im Schatten der Älteren, die eher in der Pflicht stehen, befreit aufspielen.“

Das will Pihl auch am Sonntag wieder tun, wenn die HSV auswärts bei der Reserve von Arminia Bielefeld antritt und der beidfüßige Mittelfeldmotor wohl wieder die rechte Seite beackern wird. Dennoch formuliert der gebürtige Dattelner bescheidene Ziele. „Wir tun gut daran, von Spiel zu Spiel zu schauen. Bielefeld hat eine starke und junge Truppe beisammen, die laufen kann und aggressiv in die Partie gehen wird“, ist sich Pihl sicher. - csp

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