Wieses Traumtor führt Rhynern zum Last-Minute-Sieg

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Lennard Kleine (rechts) und seine Westfalia gewannen durch einen Last-Minute-Treffer in Stadtlohn.

Hamm - Fußball-Oberligist Westfalia Rhynern hat zu Beginn der neuen Spielzeit einen glücklichen Auswärtssieg gefeiert. Eine Doppelparade von Alexander Hahnemann und der Last-Minute-Treffer von Michael Wiese ebneten in der Partie beim SuS Stadtlohn den Weg zum Dreier. 

Es lief die dritte Minute der Nachspielzeit, als Dustin Wurst einen Freistoß am Mittelkreis ausführte. Rhynerns Kapitän schlug den Ball ein letztes Mal in den Strafraum der Gastgeber, zwei Kopfballduelle folgten, dann landete das Leder auf dem linken Fuß von Wiese. Keeper Sören Stauder streckte sich vergeblich, der Schuss schlug oben rechts ein. Sekunden später hatte das komplette Westfalia-Team den Torschützen unter einer Jubeltraube begraben. 

„Wir konnten am Ende mehr zulegen als Stadtlohn und haben uns das Tor damit verdient“, sagte Trainer Björn Mehnert nach Abpfiff freudestrahlend. Den Torschützen bedachte er mit einem Sonderlob: „Unglaublich, wie viele Kilometer er heute zurückgelegt hat. Michael war unser bester Mann.“ 

"Es war sehr zäh"

Nach dem Westfalenpokalaus am vergangenen Sonntag baute Mehnert sein Team auf vier Positionen um. In der Defensive vertraute er wieder einer Viererkette, in der Wurst und Adrian Cieslak innen verteidigten. Offensiv liefen Salvatore Gambino, Lennard Kleine und – entgegen der Ankündigung – Mathieu Bengsch auf. Xhino Kadiu spielte als einzige Spitze. 

Stadtlohn präsentierte sich vom Anpfiff weg als unangenehmer Gegner. Das Team des neuen Trainers Martin Stroetzel agierte bissig in den Zweikämpfen und beschränkte sich in der Offensive zunächst auf lange Bälle. Rhynern lief dem Geschehen zunächst hinterher, ohne ein spielerisches Mittel gegen den SuS zu finden. „Die erste Viertelstunde war sehr zäh. Abstimmung und Kommunikation passten nicht bei uns“, befand Mehnert. 

Rhynern verpasst Führung

Gut 30 Minuten waren gespielt, als die Westfalia erstmals gefährlich wurde. Kadiu drückte eine Flanke von der rechten Seite per Kopf aufs rechte obere Eck, doch Torwart Stauder fischte den Versuch sehenswert aus dem Winkel. SuS-Verteidiger Tim Schücker unterlief anschließend ein dicker Bock: seinen Pass tief in der eigenen Hälfte fing Lennard Kleine aufmerksam ab und bediente Gambino. Der Ex-Profi verzog freistehend aus 16 Metern (34.). 

Nach einer hohen Hereingabe begegneten sich erneut Stauder und Kadiu, der Schlussmann räumte den Stürmer resolut und hart an der Grenze des Erlaubten ab. Gambino lupfte den Abpraller deutlich über den Kasten (44.). „Wir haben drei Riesenchancen vor der Pause. Wenn wir da treffen, muss Stadtlohn kommen und es ergeben sich mehr Räume“, haderte Mehnert. 

Doppelparade nach zweifelhaftem Pfiff

Stattdessen drückten die Hausherren nach Wiederbeginn aufs Tempo, angetrieben vom agilen Ex-HSVer Tayfun Cakiroglu. Nach einer kurz ausgeführten Ecke schoss der Zehner kraftvoll in Richtung erster Pfosten, Alexander Hahnemann aber stand bereit (55.). Rhynern spielte in dieser Phase deutlich zu unsauber und sorgte kaum für Entlastung. 

Eine schöne Kombination Stadtlohns störte Wurst im Strafraum gegen Cakiroglu robust, aber nicht unfair. Der Pfiff von Schiedsrichter Max Krämer ertönte trotzdem – Elfmeter. Westfalia-Torwart Hahnemann hatte gerade erst richtig Lust auf den Schlagabtausch bekommen und ließ das den Schützen Tugrul Aydin spüren. Den Elfmeter holte er aus der linken Ecke und parierte mit einem Klasse-Reflex auch den Nachschuss des Stadtlohners (64.). 

Gambino zeigt mehrfach Nerven

Die Kräfte bei allen Akteuren schwanden, auch deshalb ergaben sich weitere Möglichkeiten. Rhynerns Cihad Küyükyagci schoss nach einer Ecke hauchdünn links vorbei (71.). Markus Krüchtings Kopfball verfehlte das Rhyneraner Tor knapp. 

Nachdem Gambino frei vor Stauder erneut Nerven zeigte (87.), hatten sich scheinbar alle mit einer Punkteteilung abgefunden. Nur der nimmermüde Wiese hatte noch einen Pfeil im Köcher und traf Stadtlohn damit ins Herz. „Wir sind in der Saison angekommen“, erklärte Mehnert zufrieden.

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