VfL Mark nach dem Aufstiegsdrama: Neue Saison, neues Glück

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Die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben: VfL-Spieler nach dem Schlusspfiff.

Hamm - Es war keine einfache Nacht für Thorsten Heinze. Denn es war kein einfacher Abend gewesen. Nicht für ihn, nicht für seine Fußballer vom VfL Mark. Sie wurden nicht besiegt, und doch mussten sie mitansehen, wie Rot-Weiß Barop den Aufstieg in die Bezirksliga feierte. Und nicht sie. „Ich kann es nicht begreifen“, sagte Heinze, der nach aufwühlenden 94 Minuten einen Schlummertrunk brauchte, um in den Schlaf zu finden.

Am Morgen danach klang der VfL-Spielertrainer aufgeräumt und bereits wieder verhalten optimistisch. Erstaunlich nach einem Drama wie dem von Donnerstag. Ein 1:1 in Barop hatte den Hammern nach dem 2:2-Remis im Hinspiel aufgrund der weniger erzielten Auswärtstore nicht gereicht. Im August geht es daher weiter in der Kreisliga A – einer Spielklasse, die der VfL in den vergangenen Monaten beherrscht hatte. 

In 32 Spielen kassierte das Team nur eine Niederlage (1:2 gegen den BV 09), schoss 120 Tore und kassierte lediglich 14. Diese imposanten Zahlen machten die Enttäuschung über den verpassten Aufstieg nicht kleiner. Im Gegenteil. „Es ist generell undankbar, wenn du als Meister eine Aufstiegsrunde spielen musst. Und besonders mit einer Bilanz, wie wir sie hatten“, sagte Heinze. Dass seine Elf gegen Barop unterm Strich nicht schlechter war, machte das Ganze noch bitterer.

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Mehrfach hatte der VfL in einer von beiden Seiten nervös geführten Partie vor 750 Zuschauern die Chance, das entscheidende Tor zu markieren. Doch Leon Schmitz (2) und Finn-Jonas Dünnebacke trafen nicht. Hinzu kam eine folgenschwere Fehlentscheidung des schwachen Schiedsrichters Sven Moning (Herne), als er das Handspiel eines Baropers im eigenen Strafraum nicht bestrafte, auf der Gegenseite nach einem Zweikampf jedoch Elfmeter für die Dortmunder gab. Die Gastgeber nutzten ihn – und dahin war die Führung, die Hendrik Kunz erst vier Minuten zuvor erzielt hatte (53.).

Rückspiel um den Aufstieg zur Bezirksliga: RW Barop - VfL Mark 1:1

„Nach dem 1:0 dachte ich: Das ist es“, gab Heinze zu, der die Schuld trotz des ausgebliebenen Elfmeterpfiffs und der fast ungeahndeten Baroper Zeitschinderei nicht beim Unparteiischen suchte. Oder beim Verletzungspech, das ihm für die entscheidenden Duelle zum Beispiel Kevin Schulzki, Christian Hartmann und Nils Lange genommen hatte. „Wir hatten es selbst auf dem Fuß, aber wir haben die Chancen nicht genutzt. Dann ist der Fußballgott gnadenlos: Die anderen feiern, und du fragst dich, wie das passieren konnte“, so der 34-Jährige.

Hinspiel um den Aufstieg zur Bezirksliga: VFL Mark - RW Barop 2:2

Zeit, die Enttäuschung zu verarbeiten, haben die Spieler zur Genüge – allein und gemeinsam. In der kommenden Woche wird fast trotzig die Meisterschaft gefeiert, und am 23. Juni geht es mit 37 Mann für ein paar Tage nach Mallorca. „Dieser Zusammenhalt hat uns die ganze Saison ausgezeichnet. Er war immer da“, sagte Heinze. Und dieser Zusammenhalt soll Mark in die Bezirksliga bringen – wenn nicht jetzt, dann halt nächstes Jahr. „Ich bin stolz auf die Jungs. Sie haben ein überragendes Jahr gespielt. Den Verantwortlichen des VfL bin ich dankbar, dass sie mir als jungem, unerfahrenem Trainer die Chance gegeben haben, die Mannschaft zu trainieren. Und Manni Riese, der mich damals ins Gespräch gebracht hat.“

Der Kader wird sich in seinem zweiten Jahr als Coach kaum verändern. Mats Uthmeier (aus beruflichen Gründen nach Münster) und Tobias Breiling (TuS Uentrop) werden die Mark verlassen. Neu hinzu kommt Dennis Brinkwirth vom Landesliga-Absteiger Hammer SpVg II. Am 8. Juli ist Vorbereitungsstart. „In der neuen Saison packen wir noch stärker an“, sagt Heinze. Die Konkurrenz ist groß. Der SVF Herringen will oben angreifen, der BV 09 spricht vom Aufstieg, der TuS Uentrop ist auch noch da. Heinze: „Sie können sich ruhig Hoffnungen machen. Aber sie haben gedacht, dass wir aufsteigen. Jetzt haben sie uns vor der Brust“.

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